• Den Tafelberg bezwingen

    August 1, 2024 in South Africa ⋅ ☀️ 12 °C

    Der Tafelberg ist ein 1.086 m hohes Plateau, das majestätisch über Kapstadt thront. Schon von unten sieht es wirklich sehr hoch aus, aber hey, die Besteigung gehört zu einem Kapstadt-Besuch einfach dazu, stimmt's? Eine Entscheidung, die eine(r) von uns noch hinterfragen sollte...
    Bei einer kurzen Online-Recherche stellt sich heraus, dass die Seilbahn zum Gipfel aktuell geschlossen ist. Die Wintermonate hier werden jährlich für Reparaturarbeiten genutzt. Für uns bedeutet das, dass wir nicht nur hinauf-, sondern auch hinabklettern müssen. Also wählen wir die einfachste Route namens Platteklip Gorge, bei der man auf 2,5 km "nur" 680 Höhenmeter überwinden muss. Die Route gilt als Anfängerroute, da man mit dem Auto schon recht hoch auf den Berg zum Startpunkt fahren kann und treppenartige Stufen den Berg hinauf führen. So weit, so gut.
    Wir rufen uns eines der günstigen Uber-Taxis, das versucht, uns zum Startpunkt zu fahren. Aufgrund der Reparaturarbeiten ist die Zufahrtsstraße aber auch gesperrt. Also müssen wir 200 Höhenmeter weiter unten starten, was unsere One-Way-Route auf 4,5 km und 880 Höhenmeter bringt. So war das aber nicht geplant...
    Egal, die Natur ist wunderschön und wir machen uns motiviert an den Berg. Während Andi wie immer wie eine Bergziege losrennt, beginne ich schon bald die Entscheidung zu hinterfragen. Also, das ist wirklich SEHR steil. Im Schwarzwald laufe ich gerne gemütlich meine 400 Höhenmeter auf 12 km, das ist wesentlich angenehmer als hier den Berg hoch zu klettern. Die angepriesenen Stufen sind unregelmäßige, oft hüfthohe Steinquader, die man sich vorsichtig hochkämpft - und das bei meinem Schneckentempo ganze 2,5 Stunden lang. Irgendwann sind wir endlich oben und genießen den Ausblick - in eine Wolke. Die berüchtigte "Tischdecke", die Wolkendecke, die häufig über dem Tafelberg liegt, ermöglicht nur kleine Blicke ins Tal. Es ist trotzdem sehr schön hier, und es gibt coole Tiere! Die Vögel und Hyrax (Klippschliefer) sind sehr zutraulich und freuen sich über ein Stück Brot. Nachdem wir fertig gespielt haben, erkunden wir noch ein wenig das Plateau des Tafelbergs und dann geht es schon wieder bergab. All die Höhenmeter und Steinquader wollen wieder unfallfrei nach unten geklettert werden. Das macht vielleicht noch weniger Spaß als hochzuklettern, aber geht immerhin etwas schneller.
    Pünktlich zum Sonnenuntergang kommen wir unten an und lassen uns von einem Uber nach Hause fahren. Andi fand den Tag schön, ich sehe es als 6 Stunden langes fieses Workout, bei dem man immerhin mit Tieren spielen durfte, und so finden wir beide etwas positives an diesem Tag.
    Read more