Wüsten-Geckos bei der Living Desert Tour
22 Temmuz 2024, Namibya ⋅ ☁️ 10 °C
Wenn man in Tansania Menschen trifft, die von ganzem Herzen eine Tour in einer Küstenstadt in Namibia empfehlen, dann hat man die Tour auch zu machen!
Mit großen Erwartungen (Achtung, immer ein Fehler) starten wir also morgens um 8 Uhr in zwei Jeeps mit insgesamt 9 weiteren Reisenden in Richtung der Dünen, die an Swakopmund angrenzen. Der Guide erklärt uns zunächst einiges über die Entstehung der Dünen und die Überlebensstrategien der Tiere. Es gibt Käfer, die morgens immer einen Kopfstand auf der Düne machen, damit auf ihrem geriffelten Rücken Wasser kondensiert, das sie dann trinken können - hört sich anstrengend, aber effektiv an. Besonders interessant finde ich, dass die Insekten eigentlich nichts zu Fressen finden würden im viele hundert Kilometer langen Dünenabschnitt entlang der Küste Namibias. Das Leben in der Wüste ist abhängig von Samen und Saaten, die aus dem Inland stammen. Diese werden von einem seltenen Westwind, der nur an etwa acht Tagen im Jahr Richtung Meer weht, in die Dünen eingetragen und können so als Nahrung für die Insekten und Grundlage der gesamten Nahrungskette dienen. Das ist ein ziemlich komplexes, fragiles System.
Dann gehen unsere Guides auf die Jagd, während wir ihnen im Auto dabei zusehen. Barfuß laufen sie die Dünen hoch und hinunter, auf der Suche nach Wüstenbewohnern. Mich juckt es in den Fingern, auszusteigen und mitzusuchen, aber man will ja nicht gegen die Regeln verstoßen... Schließlich dürfen wir aussteigen und im Gänsemarsch zu einer Stelle im Sand laufen, um die einer der Guides einen Kreis gezeichnet hat. Er zeigt uns den kleinen Haufen lockeren Sandes, aufgrund dessen er einen Namibgecko unter der Oberfläche vermutet. Vorsichtig trägt er den Sand ab und... ein kleiner Schwanz kommt zum Vorschein, während der Gecko versucht, sich noch etwas weiter einzubuddeln. Keine Chance - vorsichtig nimmt der Guide den wohl süßesten Gecko der Welt auf die Hand. Der nachtaktive Gecko lebt nur in dieser Wüste und braucht die feuchte Sandoberfläche des Morgens, damit seine Gänge nicht einbrechen. Nach einem kurzen Photoshooting befeuchtet also der Guide den Sand mit seiner Wasserflasche, macht mit dem Finger ein Vorschlagsloch und setzt den Gecko davor. Der nimmt das Angebot dankend an und ist nach wenigen Sekunden wieder unter der Oberfläche verschwunden.
Zurück im Auto fahren wir weiter und schauen noch einige weitere Male zu, wie die Guides aussteigen und Spuren auf der Suche nach Schlangen folgen, sie aber leider nicht finden. So ist die Natur nunmal. Immerhin dürfen wir noch eine Blindschleiche und eine Eidechse mit dem klangvollen Namen Schaufelschnäuzeidechse sehen, die ihrem Aussehen nach sehr treffend benannt wurde. Ein Highlight: ein Wüstenchamäleon zeigt uns seine Treffsicherheit bei der Jagd, bei der er seine Zunge ziehharmonikaartig ausklappt.
Nach einer spaßigen Dünen-Offroad-Fahrt werden wir wieder Zuhause abgesetzt und fragen uns, warum wir von der Tour enttäuscht sind. Bei einer vierstündigen Tour hätten wir gerne mehr Tiere gesehen, und wir hätten uns einen interaktiven Teil gewünscht, bei der wir selbst Spuren lesen und Tiere suchen dürfen. Zudem sind die Erwartungen oft sehr hoch, wenn ein Erlebnis im Vorfeld so angepriesen wurde. Für die Zukunft nehmen wir uns daher wieder einmal vor, ohne Erwartungen an Erlebnisse heranzugehen.Okumaya devam et





















Gezgin
Das ist richtig interessant 😎💙
Gezgin
😘💙