• Mein Lieblingsort in ganz Afrika

    22.–24. jul. 2024, Namibia ⋅ ☀️ 17 °C

    Raus aus dem nebligen Swakopmund fahren wir drei Stunden nach Norden und merken, wie es immer wärmer und die Natur immer schöner wird. Unser nächstes Ziel ist das Omandumba Bush Camp, ein Campingplatz viele Kilometer von dem nächsten Städtchen entfernt. Der deutsche Inhaber ist traurig, dass wir erst so spät kommen, weil wir sonst keine Zeit haben, unseren Campingspot zum Genießen, und freut sich, als er hört, dass wir ja zwei Tage bleiben. Von der Rezeption sind es noch Mal 20 Minuten mit dem Auto in Richtung Felsen, weg von der Zufahrtsstraße.
    Als wir ankommen, fällt uns die Kinnlade herunter: wir haben nicht nur einen wunderschönen Stellplatz, sondern auch ein zweistöckiges "Gebäude" aus Holz wurde in die Felsen hineingebaut. Dorthin gibt es keine Treppe, sondern man muss sich über eine schrägen flachen Fels zwischen grossen runden Steinen hinüberschlängeln. Alles ist sehr naturbelassen gebaut. Wir erklimmen über eine Leiter den zweiten Stock des Gebäudes und unter uns entfaltet sich die baumbestandene Ebene. Die Sonne geht gerade unter und taucht alles in ein goldenes Licht. Unglaublich, dass so ein Ort auf der Welt existiert.
    Wir erkunden den Platz weiter und finden neben zwei Außenduschen und drei Waschbecken auch das Freiluftklo mit Ausblick und echter Spülung. Was für ein Luxus!
    Wir bauen schnell unser Dachzelt auf und gehen voller Vorfreude auf den nächsten Tag schlafen.

    Den nächsten Morgen beginnen wir mit einer Erkundungstour auf unserem persönlichen Berg und klettern auf einige der großen Steine, um den Sonnenaufgang zu genießen. Eigentlich wollten wir heute bei den hier lebenden Einheimischen, den San, vorbeischauen, aber wir haben so eine Freude an unserem Campingplatz, dass wir das Auto nicht mehr bewegen. Wir erkunden die Ebene mit den Bäumen (und Andi findet hier sogar Internet), gehen auf Spurensuche und Vogeljagd (mit der Kamera), und genießen einfach die Stille und die Natur. Der Campingplatz ist die perfekte Mischung aus Abgeschiedenheit (die einzigen Menschen, die wir sehen, sind eine Familie am gegenüberliegenden Berg), Natur und Luxus (fließend Wasser und eine echte Toilette, wow!). Nachmittags bereiten wir das Stockbrot vor, das wir nach einem weiteren wunderschönen Sonnenuntergang über dem Feuer goldbraun garen. Mit Käse oder Nutella gefüllt schmeckt das super lecker. Über uns spannt sich in einem atemberaubender Sternenhimmel die Milchstraße von einem Horizont bis zum anderen. Hier gibt es keine Lichtverschmutzung und der Vollmond geht inzwischen erst einige Stunden nach Sonnenuntergang auf, sodass wir genug Zeit zum Genießen haben. Was für ein unglaublicher Anblick!

    Am nächsten Morgen traue ich mich an die Dusche. Es gibt hier einen sogenannten Donkey, einen Kessel, unter dem man einfach ein Feuer entzündet. Es dauert zwar 1,5 Stunden, aber dann haben wir sogar warmes Wasser in unserer Außendusche!
    Dann müssen wir leider schon gehen - und ich bin ziemlich traurig, meinen Lieblingsplatz unserer bisherigen Reise verlassen zu müssen.
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