• Welcome to Tanzania!

    Jun 25–26, 2024 in Tanzania ⋅ ☀️ 23 °C

    Aus Nairobi, der Hauptstadt von Kenia, starten wir mit einem Bus Richtung Tansania. Beim Grenzübertritt muss ich ein wenig zittern: Ich habe auf Anraten meiner Ärztin den Impfpass Zuhause gelassen und nur Kopien und Scans dabei. Ohne Gelbfieber-Impfnachweis darf ich aber nicht einreisen, da hilft auch das extra Gelbfieber-Impfzertifikat nichts, das die Ärztin mir ausgestellt hat. Andi spaziert mit seinem Impfpass, den er aus Versehen mitgenommen hat, währenddessen an mir vorbei. Puh, und jetzt? Geld regelt! Da wir nur Euro dabei haben, stellt die Grenzbeamte mir für 25 € einen Impfpass-Ersatz aus, in den sie einen einzelnen Eintrag zur Gelbfieber-Impfung macht. Was sie hier in Tansania mit den Euro machen will ist mir unklar, aber ich darf einreisen!

    Einige Stunden später erreichen wir Arusha, die Stadt, aus der alle Safaris in die Serengeti starten. Arusha hat über 600.000 Einwohner und ist laut, chaotisch, dreckig und voller Leben. Das ist einschüchternd, aber auch spannend!

    Wir kommen in unserem Hostel an und fühlen uns direkt wohl. Ein schönes Zimmer, ein Lagerfeuer und eine Bar mit Schaukeln, was will man mehr! Wir gönnen uns das angebotene Abendessen mit vielen lokalen Gerichten und entspannen am Lagerfeuer.

    Am nächsten Morgen sind wir begeistert vom Service: Der Hotelinhaber lässt seine Kontakte spielen und es kommt tatsächlich jemand vorbei, um uns SIM-Karten ins Handy einzusetzen. So bequem ging das noch nie!

    Mit Internet ausgestattet wollen wir die Stadt erkunden. Der erste Stopp ist der berühmte Clock Tower. Ungläubig schauen wir auf das 4 Meter hohe Türmchen mit Coca-Cola-Ziffernblatt inmitten eines Kreisverkehrs - den hatten wir uns etwas beeindruckender vorgestellt.

    Auf dem Weg zum nächsten Stopp werden wir mehrfach von Einheimischen angesprochen, die uns durch die Stadt führen wollen. Wir lehnen immer wieder dankend ab, aber einer lässt sich nicht abschütteln. Er verfolgt uns bis zu dem Museum und hält dabei einen Monolog über die Geschichte der Stadt, der darin endet, dass er uns als seine Freunde bezeichnet und dass seine Freunde ja auf jeden Fall seine vielen hungrigen Kinder finanziell unterstützen werden. Mit traurigem Blick schaut er uns nach als wir ablehnen und das Museum betreten. Wir schauen uns an - und haben so ein schlechtes Gewissen, dass Andi wieder hinausrennt und ihm doch etwas gibt. Der Mann hat einen guten Geschäftssinn, das muss man ihm lassen!

    Im Museum ist die Geschichte der Menschheit ganz unterhaltsam dargestellt. Auch auf die deutsche Kolonialisierung des Landes wird eingegangen. Außerdem können wir viele ausgestopfte Tiere bewundern, die wir hoffentlich bald auch lebendig sehen werden. Der Höhepunkt ist aber die 160 Jahre alte riesige Schildkröte Baruta, die sich gerne den Panzer streicheln und füttern lässt. Baruta strahlt eine unglaubliche Ruhe aus, die wir so noch bei keinem anderen Tier gespürt haben.
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