• Unterwegs in Rio de Janeiro #1

    10. august 2024, Brasilien ⋅ 🌧 17 °C

    Die Riesenstadt Rio de Janeiro mit seinen 6,2 Millionen Einwohnern hat seine wunderschönen, aber auch seine gefährlichen Ecken. Um sie sicher besser kennenzulernen, nehmen wir an einer Free Walking Tour teil, die uns die klassischen Sehenswürdigkeiten zeigt. Obwohl wir nicht die größten Fans der Führerin sind, bekommen wir dadurch doch ein Gefühl dafür, wo wir uns gefahrlos aufhalten können und wie wir uns verhalten sollten.

    Nach der Tour besichtigen wir die pyramidenförmide Metropolitankathedrale aus Stahlbeton mit bunten Fenstergläsern. Die Ruhe hier ist eine Wohltat nach dem Chaos der Stadt. Dann besteigen wir die kunterbunte Selarón-Treppe. Der chilenische Künstler Jorge Selarón begann 1990 in jahrelanger Arbeit, die Treppe vor seiner Wohnung mit gefundenen und selbst hergestellten Fließen zu versehen, und wurde von seinen Nachbarn dafür belächelt. Später wurden viele der Fließen von Besuchern aus mehr als 60 Ländern der Welt gespendet. Heute ist die 125 Meter lange Treppe mit über 2.000 Fließen eine der Hauptsehenswürdigkeiten in Rio.

    Als letzten Stopp des Tages versuchen wir, SIM-Karten zu ergattern. In anderen Ländern ist das kein Problem, aber in Brasilien sind wir als Touristen, die keine CPF-Nummer (ähnlich wie Steuer-ID) haben, stark im Nachteil. Die CPF-Nummer ist nötig, um Online-Käufe zu tätigen (z.B. Bustickets, Eintrittskarten zu Nationalparks...) und um SIM-Karten zu kaufen. Wir müssen den Laden drei Mal besuchen, bis wir schlussendlich über die CPF-Nummer einer Mitarbeiterin angemeldet werden und Internet haben: ganze 81 GB pro Person, der kleinste Vertrag in Brasilien!

    (Spoiler: auch in den Folgemonaten wird uns das Geld von der Kreditkarte abgehoben, die Firma reagiert auf keine der Anfragen und nur persönliche Drohungen an mehrere Mitarbeiter über ihre Emailadressen und Whatsapp-Nummern führen dazu, dass der Vertrag beendet wird. Eine tolle Erfahrung...)
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