• Pantanal #1: Viele Capybaras und Kaimane

    12. september 2024, Brasilien ⋅ ☀️ 34 °C

    Jeder kennt den Amazonas, aber wer kennt das Pantanal? Dabei handelt es sich um das größte tropische Feuchtgebiet der Welt mit einer Fläche von mehr als 150.000 km². In der Trockenzeit fallen große Teile der Fläche trocken, während in der Regenzeit 80% des Pantanals unter Wasser stehen. Diese Dynamik führt dazu, dass besondere Tiere und Pflanzen hier überleben können.

    Als wir das Pantanal besuchen, ist leider gerade Trockenzeit. Und nicht nur normale Trockenzeit: aufgrund des Klimawandels ist es seit mehreren Jahren noch trockener als sonst. Zudem nimmt die Tradition des Niederbrennens von Ackerflächen seit Jahren immer mehr zu, sodass auf immer größeren Flächen bewusst Feuer gelegt werden, damit die Pflanzen des Vorjahres verbrennen und die Asche die Erde für das neue Jahr düngt. Die Feuer geraten immer wieder außer Kontrolle und greifen auf riesige Wald- und Grasflächen über. Bisher war das Pantanal zu feucht, als dass das auch hier hätte passieren können. Nun aber fahren wir an pechschwarzen Flächen vorbei, auf denen die Pflanzen bis auf traurige Strünke heruntergebrannt sind. Über der ganzen Szenerie hängt der uns schon bekannte braune Schleier von Rauch in der Luft, der die Sonne bis auf einen blassen orangenen Ball verdunkelt. Wir können uns nur vorstellen, wie tragisch die Lage für die Flora und Fauna in diesem Feuchtgebiet sein muss.

    Etwas nervös steigen wir Irgendwo im Nirgendwo aus dem Linienbus, der uns aus Bonito hierher gebracht hat. Unsere Reservierung haben wir über WhatsApp bei einem Kontaktmann namens "El Macedo" gemacht, dessen Nummer uns von einem random Busticketsverkäufer in Iguacu zugesteckt worden war. Hoffentlich funktioniert alles! Aber wir werden schon von einem vermummten Mann mit einem Safari-Auto erwartet, das das Logo unserer Unterkunft trägt. Der weigert sich zwar mit uns zu sprechen, aber wir steigen ein und fahren eine gute halbe Stunde über eine Schotterpiste in die richtige Richtung. Dann kommen wir an der Lodge an und sind begeistert: komplett auf Stelzen gebaut liegt sie direkt am Fluss und sieht ziemlich edel aus. Wir beziehen unser Zimmer im Schlafsaal und schon geht es auf unsere erste Exkursion: eine abendliche Bootsfahrt!

    Wir starten kurz vor Sonnenuntergang und können so noch einen Blick auf die üppige Pflanzenwelt entlang des Flusses genießen. Ein Brüllaffe stimmt seinen tiefen "Gesang" an, während im Nachbarbaum auf 6 Meter Höhe ein Leguan uns aus den Blättern beobachtet.

    Dann werden wir plötzlich von hunderten großen Fledermäusen (juhu!!) begleitet, die flach über das Wasser zischen und in der Dämmerung Insekten jagen. Als es dunkel wird, sucht der Guide mithilfe einer starken Taschenlampe durchgehend das Ufer nach Tieren an. Uns funkeln von überall die Augen von Kaimanen entgegen, die am Ufer liegen. Auch einige Capybaras (sog. Wasserschweine) sehen wir am Wasserrand sitzen - teilweise in direkter Nähe zu Kaimanen. Dieses größte heute lebende Nagetier hat die Angewohnheit, etwas genervt aussehend Richtung Fluss zu schauen und ist mit Schwimmhäuten zwischen den Zehen gut an die Lebensweise im Wasser angepasst. Der Guide versucht unablässig, das scheuste Tier zu finden: einen Jaguar. Das ist aber reine Glückssache, und so kehren wir nach zwei Stunden ohne Jaguar-Sichtung, aber begeistert zu unserer Lodge zurück. Dort werden wir von einem großen Buffet und bequemen Betten erwartet.

    Tiere: Brüllaffen, Fledermäuse, Welse (Wohnlöcher offenliegend im Ufer-Steilbereich aufgrund der Dürre), Leguan, Silberreiher, Capybaras, Kaimane (rot reflektierende Augen), Sumpfhirsch (grün reflektierende Augen, genau wie Jaguare)


    Paketkosten pro Person: 229,45€
    - 3 Tage, 2 Nächte
    - Frühstück, Mittagessen, Abendessen
    - Wanderungen, Bootsfahrten & Kayak fahren
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