• Pantanal #2: Die Suche nach dem Jaguar

    September 13, 2024 in Brazil ⋅ ☁️ 37 °C

    Der neue Morgen beginnt früh: wir schließen uns heimlich einer anderen Gruppe an, die morgens um 5 Uhr mit einem Guide auf die Suche nach Tapiren gehen wollen. Leise wie eine Herde Elefanten stapfen wir zu zwölft durch den Wald und finden leider keine Tapire.

    Nicht schlimm, unsere nächste (und offizielle) Landexkursion wartet direkt nach dem Frühstück auf uns! Wir steigen mit sechs Anderen in das offene Safari-Mobil und fahren etwa eine halbe Stunde an verbrannten Grasflächen und ausgetrockneten Gewässern bis zu unserer Wanderroute. Auf der etwa einstündigen Wanderung ist der Höhepunkt ein wildes Gürteltier, das im Laub herumraschelt. Auch ein paar wenige Affen können wir in den Bäumen beobachten.

    Nachmittags steigen wir wieder ins Boot. Das erklärte Ziel unseres Guides: einen Jaguar finden! Während wir am mit Kaimanen und Capybaras übersähten Ufer entlanggleiten, sehen wir, wie sich die Äste nah am Boden bewegen und hören lautes Knallen. Was könnte das wohl sein? Eine Rotte Pekaris (Nabelschweine), aggressive wilde Schweine, die laut ihre Zähne aufeinanderschlagen, um mögliche Angreifer zu warnen, bloß nicht zu nah zu kommen. Sie leben in großen Gruppen und können sich gemeinsam sogar gegen Pumas und Jaguare verteidigen.

    Dann sehen wir zwei kleine Gestalten im Wasser, die immer wieder untertauchen, um eine halbe Minute später einige Meter weit wieder aufzutauchen: kleine Flussotter auf Jagd! Sie scheinen erfolgreich zu sein und ziehen sich unter einen Baum am Ufer zurück, wo sie gemütlich zusammen essen. Eigentlich brauchen wir jetzt keinen Jaguar mehr, wir sind so schon happy - Tanja hatte sich sehr gewünscht, Otter sehen zu können.

    Der Flussgott scheint Tanja einen Gefallen tun zu wollen, denn nur wenige Minuten später taucht tatsächlich ein Riesenotter neben uns auf! Er ist wesentlich größer als seine kleineren Verwandten und hat einen großen Fisch erbeutet. Als er sich ins Schilf zurückzieht, hören wir ihn laut schmatzen und Knochen knacken.

    Wir sind bereits auf dem Rückweg, als unser Guide aufgeregt das Boot anhält: ein Jaguar!! Das Tier sitzt oben am Ufer und beobachtet uns. Um den Hals trägt es einen Tracker, der einem Forschungsprojekt die Analyse seiner Aufenthaltsorte ermöglicht. Der Guide hat genau diesen Jaguar hier noch nie gesehen, was auch daran liegen kann, dass auch revierfremde Individuen aufgrund der Trockenheit zum Fluss kommen müssen, um zu trinken und zu jagen. Einige Minuten lang dürfen wir den wunderschönen Jaguar bewundern, bevor er sich wieder in das Gebüsch zurückzieht. Was für ein perfekter Tagesabschluss!

    Am nächsten Morgen werden drei Kayaks hinter das Boot geschnallt und wir fahren flussaufwärts. Dann steigen wir in die Kayaks um und lassen uns langsam den Fluss hinabtreiben. Dabei können wir viel näher an die Tiere als mit dem Motorboot. Die Capybaras schauen uns skeptisch zu, als wir auf sie zufahren, lassen es aber zu, dass wir uns bis auf wenige Meter annähern. Von den Kaimanen halten wir lieber Abstand..

    Und schon ist unser kurzer, aber intensiver Ausflug in das Pantanal zu Ende. Wir haben viel erlebt und sogar einen Jaguar und mehrere Otter gesehen. Um die Besonderheit dieses einzigartigen Ökosystems aber wirklich fühlen zu können, ist ein Besuch zur Regenzeit, wenn alles überflutet ist, wahrscheinlich noch besser geeignet.

    Tiere: Sumpfhirsch, Kaimane, Jabiri-Storch (Wappentier des Pantanal), Schopfkarakara, Gürteltier, Brüllaffen, Pekari, Capybara, Kaimane, Flussotter, Riesenotter, Jaguar
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