• 4TT + A mental Eck

    July 18 in France ⋅ ☀️ 35 °C

    Wir haben uns heute würdig von der Provence verabschiedet, von der Provence, wie wir sie mögen. Wohlgemerkt mögen wir Land, nicht unbedingt die Leute. Sicher gibt es auch sehr nette Leute hier, aber ein wenig eigen sind die Franzosen schon.
    Heute Früh hat es der Vaddi aber durchgezogen. Mit dem Hybrid-Car ohne Elektro weil nullo Ladedings ist er losgezockelt und hat krass den Bäcker (Boulangerie) leergekauft. Pan de Chocolat, Baguette, Croissants. All das und die im Kühlschrank verwahrten Leckereien gibt es dann. Laune steht bei allen. Einigkeit auch bezüglich Aktivität. Avignon wird abgewählt. Zu viel Großstadt. Wir entscheiden uns für das beschauliche L'Isle de Sorgue. Auf dem Weg dahin bangen wir trotz sorgfältiger Fahrweise, ob nicht wieder Gendarmen lauern. Sina zählt bei jedem Stop-Schild die 3 Sekunden runter.
    Wir mögen die Stadt. Die schon im Namen versteckete Insel im Fluss ist das beschauliche Zentrum oder die Altstadt mit vielen Antiquitätenhändlern. Wir umrunden diese Insel am Wasser entlang und kreuzen dann durch die Gassen. Ein Café finden wir auch, wenn auch erneut aus Prinzip teuer. Es bleibt aber wiederum ein Ort, den wir mögen.
    Für morgen ist ein langer und spektakulärer Fahrtag angesagt. Für diesen statten die jungen Damen sich noch gnadenlos mit Snackers aus. Beim Tanken und Parken geht es noch mal hoch her, da die Parkplätze klein und die Autos zu groß sind für den ein oder anderen Franzosen. Bevor wir dann unsere Abschiedstour am Abend machen, wird noch 'ne Runde gechillt.
    Dann wollen wir nach Goult, um dort zu Abend zu essen. Wir nehmen an einem Vierer-Tisch Platz. Der Kellner fragt, ohne uns zu begrüßen, ob wir reserviert haben. Zu ehrlich wohl, verneinen wir dies. Ohne jeden weiteren Kommentar werden wir des Hauses verwiesen. Man regt sich noch auf. Wohl über so viel Dummheit unsererseits in einem französischen Dorf am Samstagabend etwas essen zu wollen. Demonstrativ wird nun das Schild "Reservee" aufgestellt. Also man weiß wie es geht, macht es aber eben nicht. Sina hat darauf die Idee, erneut nach Gordes zu fahren, was irgendwie als das offenste der Dörfer daherkommt. Und wieder schaffen wir es in die Creperie. Und naja, 3x = 1 Tradition. Diesmal haben wir sogar den Chefplatz draußen und werden erneut sehr nett betreut. Auch der Hund des Hauses leistet uns Gesellschaft. Wir nennen ihn Ingolf, obwohl sie Lolli heißt. Finya ist schockverliebt in den Terrier. Als Mamas Rucksack, Finyas Füße und der Doggo am selben Platz sein wollen, entfährt es Finya: "Das Placement von Deinem Rucksack ist Arsch, Mama!". Da Finya sich beim Auswählen des Crepes nicht entscheiden kann, denn es soll eigentlich herzhaft geben, antwortet sie unter Druck reflexhaft "Nutella". Dann ist erst mal wieder "Mausepupsi, also der Doggo dran. Nachdem Nutelle Crepe möchte Finya noch einen herzhaften als Dessert. Sie fragt mich, was "a mental eck" ist. Ich mache mit großer Sicherheit ein sehr dummes Gesicht. Ich nehme die Karte und fange an zu lachen, oder besser gesagt, zu gackern. Was da wirklich steht, ist "Emmenthal, Egg, Ham". Also Crepe mit Emmenthaler Käse, Ei und Schinken. Ich lese mit korrigierter Aussprache vor. Finya versteht und guckt etwas belämmert. Passiert.
    Offen bleibt, wer oder was 4TT ist. Nun, wir finden, das ist ganz klar: 4 Terror Tauben!
    Read more