Sep 5–6, 2025 in Bosnia and Herzegovina ⋅ ☀️ 26 °C
Unser Tag startete mit einem Abstecher in die Geschichte – genauer gesagt: beim „Tunnel of Hope“. Der Sarajevo-Tunnel war während der Belagerung der Stadt in den 90ern die Lebensader für viele Menschen. Kaum vorstellbar, dass dieser schmale, dunkle Gang unter der Startbahn des Flughafens einst Hoffnung, Nahrung und Überleben bedeutete. Gänsehaut pur. Geschichte zum Anfassen – bedrückend, aber wichtig.
Danach ging’s bergauf – wortwörtlich. Wir fuhren zum Parkplatz in der Nähe der Bergstation der Trebević-Seilbahn. Unser Weg in Richtung Gondelbahnstation führte uns zu einem der wohl beeindruckendsten Lost Places, die wir je gesehen haben: die verlassene Olympia-Bobbahn von 1984. Von Moos überwuchert, voller bunter Graffitis – ein surrealer Ort, an dem Sportgeschichte und Zerfall aufeinandertreffen. Irgendwie still und laut zugleich.
Nach dieser Entdeckungstour nahmen wir die Gondel runter – direkt in die Altstadt von Sarajevo. Dort wartete das nächste Highlight: bosnisches Soulfood! In einem Tontopf dampfte Reis mit zartem Poulet und einer würzigen Paprikagemüse-Sauce. Einfach, ehrlich, lecker. Sarajevo hat wirklich Charme – orientalisch, europäisch, lebendig und tiefgründig.
Nach dem Essen ging’s mit der Gondel zurück auf den Berg und dann ein entspannter Spaziergang zurück zum Auto – rund 30 Minuten mit Ausblick auf die Stadt, die uns heute so viel gezeigt hat.
Die Weiterfahrt nach Jajce dauerte etwa drei Stunden – vorbei an Dörfern, Hügeln, Flüssen und dem Gefühl, ein Stück mehr von Bosnien verstanden zu haben. In Lola’s House wurden wir herzlich empfangen – typisch bosnische Gastfreundschaft. Den Tag liessen wir auf der Terrasse ausklingen, mit einem kühlen Bier und starkem bosnischen Kaffee. Über uns der Sternenhimmel, um uns Grillenzirpen – und in uns das Gefühl: Das war ein richtig guter Tag.Read more