• KHASAB - OMAN

    18–19 nov 2025, Oman ⋅ ☀️ 28 °C

    Der Lektor betonte am Vorabend unserer Ankunft, dass KHASAB ein kleines Örtchen inmitten einer Fjord Landschaft gelegen wäre. Zu Fuß könne man in den 2,5 km entfernten Ort gehen, oder auch nicht. Nach dem Motto, warum TUI CRUISES diesen Ort ansteuern würde, sei ihm nicht verständlich. Aber es gäbe fußläufig einen Strand zu besuchen. Ansonsten karge Berge und nix los.

    Eine Stunde vor der planmäßigen Ankunft stehen wir auf Deck 5 im Bug der MS4. So weit in den Bug kommt man sonst nur auf ganz wenigen Schiffen. Ein erhabenes Gefühl, dort oben zu stehen und durch die Luken im Bug des Schiffes Delphine zu suchen. Wir erreichen die Fjörd-Landschaft aus Karstgestein, die aber nichts mit der Norwegischen Fjördwelt zu tun hat. Die Hafeneinfahrt ist eng, sehr eng. Unser "Kaptain mit der zarten Stimme von der Brücke", wie er sich selber bei Durchsagen vorstellt, macht das großartig. Er ist mit Anfang 40 recht jung für einen Kreuzfahrt Kapitän und hat das Anlegen großer Schiffe bestimmt schon mit dem Joystick bei PC Spielen, wie "Mein Schiff" trainiert.

    Wir beobachten Flotten von Sportbooten, die alle aus einer Richtung kommend in den Hafen einlaufen und nur wenige Meter neben uns anlegen. Es waren nicht die ersten Boote, die einen der drei Anleger für diese Art von Booten nutzen. Aber erst mit der auf den einen Punkt sehr schnell zusteuernden Flotte, sehen wir das unglaubliche Treiben am Anleger. Schaafe werden aus den Booten geworfen! Überall Schaafe. Man will das eigentlich garnicht sehen, diese Tier Misshandlung. Wir erfahren, dass es "tolerierte Schmuggler" sind, die alles mögliche aus dem Iran hierher nach Khasab in den Oman bringen. Der Cruize Director bestätigt später unsere Beobachtungen. Die Schmuggler fahren bei Tageslicht in Flotten von ca. 10 Booten die 40 km lange Strecke. Mit den 200 PS Außenbordern sollten die Boote eine Strecke in 1,5 Stunden geschafft haben. Zeitweise sind 100 Boote im Hafen zu sehen. Jedes Boot transportiert ca. 15 bis 20 Schaafe, die unmittelbar nach der "Landung" von 2 bis 3 Männern zu den bereitstehenden LKW "verfrachtet" werden. Es handelt sich um einen ausgeklügelten Umschlagplatz. Im Kreissystem fahren LKW, offene, große pritschenarrige LKW über die staubigen Straßen ein, laden 30 bis 40 Schaafe ein und fahren wieder. Das Ganze geht von morgens bis mittags und wieder von 3:30 bis 1,5 Stunden vor Sonnenuntergang. Dann erst kehrt Ruhe in den Hafen ein. Was genau die Schmuggler wieder in die andere Richtung transportieren sind offensichtlich Baustoffe und Reis. Unsichtbare Güter sollen Elektronik und Elektrogeräte sein. Polizei und Zoll sind immer im Hafen zu sehen; man begrüßt jedes Sportboot persönlich! Kurzes längsseitsgehen und dann geht's es weiter.

    Unser Spaziergang zum Badestrand wird mit kristall klarem Wasser und einem sehr sauberen, fast menschenleeren Stand belohnt. Eine Mädchenschule besucht in schwarz gekleidet den Strand. Wir werden sehr freundlich von den Mädchen in Englisch willkommen geheißen. Die Mädchhen amüsieren sich über die anders gekleideten Menschen, und wir sind schon der Kultur angepasst unterwegs.
    Am Ende der Bucht stehen direkt am Strand Wohnmobile. Mit deutschen Kennzeichen. Auch das Führungsfahrzeug, ein Alkoven WoMo aus Düsseldorf mit der Aufschrift "Abenteuer Reisen", steht dabei. Das größte WoMo ist ein sehr neuer 11 Meter MAN Bus in Tarnfarbe mit zwei Slide Outs. Imposant. Wir grüßen die Besitzer ganz freundlich und hören nichts. Es hat wohl einen Grund, warum diese Menschen hier in Wüstennähe das Abenteuer suchen.

    Am frühen Abend legen wir wieder ab. Die Schmuggler werden nun wahrscheinlich ihre Waarwb abgeliefert haben.
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