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  • Day231

    Kampot

    August 15, 2017 in Cambodia ⋅ ⛅ 28 °C

    Wir bleiben zunächst an der Küste und fahren nach Kampot, womit wir uns auf wenige Kilometer wieder der Grenze zu Vietnam nähern. Kampot ist eine kleine Stadt in einer Mischung aus französischem Kolonialstil und chinesischen Handelshäusern. Sie ist die kambodschanische Durian-Hauptstadt und widmet der Stinkefrucht sogar ein Denkmal am wichtigsten Verkehrsknotenpunkt. Zudem ist es eine sehr beliebte Wahlheimat für Expats, es wimmelt hier gerade so von westlichen Einwanderern. Die Community hier ist so groß, dass die Pot-Pats, wie sie sich selbst nennen, sogar einen eigenen Slang entwickelt haben und regelmäßig eine eigene Zeitschrift raus bringen. So steht “Pot“ beispielsweise für die Stadt Kampot und der Pot-Pat ist folglich der dort lebende Auswanderer. Snook steht für die Nachbarstadt Sihanoukvill, Bodge für Kambodscha und Snail bezeichnet einen Backpacker.

    Ein beliebtes Ausflugsziel in der Nähe von Kampot ist der Bokor Nationalpark und auch wir entschließen uns für eine Tour dort hin.
    Im Nachhinein müssen wir ganz klar feststellen, dass wir uns weder die Tour noch den Nationalpark so vorgestellt haben, wie es am Ende war. Keine Frage, wir haben viel Spaß gehabt, aber das lag wahrscheinlich hauptsächlich an unserer Gruppe und weniger an dem Bokor Park.
    Das Gebiet ist die Heimat für Leoparden, Bären, Elefanten, Affen und, wenn man unserem Guide Glauben schenkt, auch von Dinosauriern. Wir hören zwischenzeitlich zwar ein Rudel Gibbons, bekommen aber weder das eine, noch das andere zu Gesicht. Die Zahlen sind allerdings auch ernüchternd. Der Park ist eines der größten Schutzgebiete Kambodschas und beherbergt geschätzte sieben Elefanten. Immerhin zwei Exemplare mehr, als die gesamt Zahl der Iriwaddy-Delfine im laotischen Teil des Mekongs.
    Gut, Tiere werden wir also nicht so viel zu sehen bekommen, stattdessen sind die Ziele der Tour die verlassene Residenz des Königs Sihanouk und die Bokor Hill Station. Letzteres ist eine Geister-Stadt aus der französischen Kolonialzeit, die auf Grund der strategischen Position Spuren des zweiten Weltkrieges und des Khmer-Krieges aufweist. Viel präsenter und dominierender fallen allerdings die neuen Gebäude ins Auge. Neben einem riesigen Hotelkomplex, welcher nach unseren Informationen fast nie Besucher empfängt, sind auf dem Bokor Mountain unzählige Eigentumswohnungen gebaut worden. Und es werden immer noch mehr. Nicht das, was wir uns von einem Nationalpark erwartet haben.
    Den Gedanken, mit etwas Glück doch noch einen der seltenen tierischen Bewohner des Parks zu erblicken, konnten wir allerdings schon nach unserem ersten Stopp getrost abschreiben. Auf dem Rückweg von der Residenz zu unserem Minivan schallte uns schon in unglaublicher Lautstärke Michael Jacksons Beat-It entgegen. Mir war sofort klar, was das bedeutet, nur Sasi wollte es noch nicht wahrhaben. Doch tatsächlich hat unser Guide neben seinem Gefährt erst einmal seine Karaoke-Anlage aufgebaut. Auch der uns begleitenden holländischen Studentengruppe war die Verwirrung anzusehen, damit hatte niemand gerechnet. Nach zwanzig Minuten Show wurde alles wieder verstaut und es ging weiter. Von nun an allerdings mit durchgängig ohrenbetäubender Musikbegleitung und gelegentlicher Karaoke Einlage der niederländischen Partygruppe.
    Wie gesagt, nicht ganz das, was wir erwartet haben, aber wir hatten Spaß.

    Am selben Abend, ging es dann noch mit derselben Gruppe auf einem Schiff den Teuk Chhou flussaufwärts, zur Sunset und Firefly-Tour. Der Sonnenuntergang war leider dank vieler Wolken nicht zu sehen, aber die unzähligen Glühwürmchen, die einige Bäume am Ufer wie Weihnachtsbäume funkeln lassen, waren schon beeindruckend. Ein klein wenig beeindruckender war allerdings der Versuch einiger anderer Gäste, das Spektakel mit Blitzlicht auf der Kamera festhalten zu wollen. Ebenso wie die Reaktion einer Reisenden der Elitegruppe unseres Nachbarlandes, die auf den Hinweis “Dort sieht man das Leuchten der Glühwürmchen“, mit der Taschenlampe versuchte danach zu suchen. Die wahren Leuchten am diesem Abend, waren eben doch nur die kleinen Tiere in den Bäumen.

    Traurig aber wahr, das war schon der letzte Stopp für uns in Kambodscha. Jetzt geht es erstmal zurück nach Phnom Penh und von dort dann weiter.
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