• Günther B
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Mein Weg zum Ende der Welt

En 47-dags äventyr från Günther Läs mer
  • Tag 38: Pedrouzo - Santiago 19km

    23 augusti 2018, Spanien ⋅ ☀️ 20 °C

    Zusammen mit Diana wieder um 6.45 Uhr im Dunkeln gestartet. Ok, ganz so warm wurde es heute nicht, aber hier ist es anders als an der Küste. Man muss wirklich schauen, den größten Teil der Tagesetappe vormittags zu schaffen.
    Langweilige Gegend. Massenhaft Leute unterwegs.
    Kurz vor SdC ist der Berg Monte Gozo. Dort wurden vor Jahren, anlässlich eines Papstbesuches in SdC, Unterkünfte für 2000 Personen gebaut. Ein kleiner Teil wird als Herberge genutzt (400 Betten), der Resr steht leer.
    Der Monte Gozo ist der Punkt, an dem man zum ersten Mal die Kathedrale sehen kann.
    Vom Monte Gozo sind es noch 4km bis zur Kathedrale. Nachdem wir die fast bewältigt hatten, mussten wir uns noch reinigen. Früher haben sich die Pilger gewaschen bevor sie in eine Stadt einzogen, in SdC gab es hierfür extra einen Waschplatz vor der Stadt. Wir haben uns nur innerlich gereinigt. Mit einem kühlen galicischen Bier (soviel Alkohol wie hier auf dem Camino habe ich seit ewigen Zeiten nicht mehr getrunken).
    Die letzten Meter durch die Altstadt sind merkwürdig. Anspannung, Neugier, die Gewissheit kurz vor dem Ziel zu sein, umringt von tausenden Leuten (die meisten davon Touristen, max 40%Pilger), Souvenierläden, Straßenmusiker.
    Am Nordtor der Kathedrale vorbei (aus Sicherheitsgründen darf m an nur zum Südtor rein, mit Kontrolle und ohne Taschen od Rucksäcke), durch den letzten Torbogen geht es auf den riesigen Platz vor der Kathedrale. Da ist sie, riesengroß und zum Greifen nahe. 800km willst Du hierhin. Du quälst dich durch und plötzlich stehst du da.
    Mich hat das in dem Moment erschlagen. Ich konnte nur noch heulen. Rotz und Wasser. Freude, Erleichterung, die Gewissheit es geschafft zu haben. Von allem etwas.
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  • Bis um Mitternacht...

    23 augusti 2018, Spanien ⋅ ⛅ 18 °C

    saßen wir vor einer Kneipe in Santiago.
    Alle die sich in den letzten Tagen und Wochen kennen gelernt haben und heute in SdC sind.
    Diana aus Münster mit der ich die letzten Tage unterwegs war, Dani, Nicole und Kathi (die 3 Mädels die den Weg zusammen liefen), Anthony aus London, den ich seit dem ersten Tag immer wieder traf, Tobias aus Deutschland und Carlos aus Madrid die in der letzten Woche immer wieder dabei waren.Läs mer

  • Santiago verlassen

    24 augusti 2018, Spanien ⋅ ⛅ 20 °C

    und wieder alleine unterwegs. Die anderen mit denen ich die letzten Tage unterwegs war, fahren nach Hause oder mit dem Bus nach Finisterre.
    Bin auch 15km mit dem Bus gefahren, da es gestern Abend in Santiago später wurde und ich heut nicht aus dem Schlafsack kam. Außerdem soll ab Dienstag das Wetter schlechter werden. Ich möchte ja am Ende der Welt die im Meer versinken sehen.Läs mer

  • Tag 39: Santiago - Villaserdio 13km

    24 augusti 2018, Spanien ⋅ ☀️ 17 °C

    Zum einen kam ich schlecht aus den Federn, zum anderen will ich einen Tag früher in Finisterre sein, da das Wetter ab Dienstag schlechter werden soll. Deshalb bin ich die 20km bis Negreira mit dem Bus gefahren und dann 13km nach Villaserdio gelaufen.
    In Negreira wäre wohl am Abend ein Mittelalterfest. SchönesStädtchen. Leider mußte ich aber weiter.
    Gleich zu Beginn ging der Weg am Fluss entlang. Wunderschön. Obwohl ich spät dran war, ich hatte den Bus in Santiago verpasst und musste auf den nächsten warten, konnte ich die Gelegenheit nicht verstreichen lassen und musste meine Füße ins Wasser halten.
    Die 13km zogen sich wie Kaugummi. Stetig bergauf.
    War auch irgendwie komisch wieder alleine zu laufen. Komplett alleine. Es war auch auf dem Weg niemand unterwegs. War ja Nachmittag, da liegen immer alle in der Herberge im Bett. Da ich reserviert hatte, war es egal wann ich ankam.
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  • Tag 40: Villaserdio - Logoso 24km

    25 augusti 2018, Spanien ⋅ ☁️ 17 °C

    Teilweise ein sehr schöner Weg heute. Hohlwege, Weg beidseitig von alten Mäuerchen eingefasst, dann wieder Asphalt.
    Heute war es eine der längsten Etappen. Wäre nicht nötig gewesen, aber was will ich um 15uhr in der Herberge. Die Käffer hier sind am Arsch der Welt und haben nicht mal einen Laden. Herberge, Bar, evtl. noch ein Restaurant.
    Außerdem habe ich so für meine beiden letzten Etappen lockere 15km.Die reisse ich morgen und übermorgen in jeweils 4 Stunden runter und kann so ohne Stress den Weg beenden.
    Ich kam heute durch Olveiroa. Hier gibts nix. Keine Sehenswürdigkeiten, kein Strand, kein See, nicht mal einen Laden. Aber 3 Bars / Restaurants und 4 Herbergen. Das Kaff ist vielleicht so groß wie Oedenreuth und liegt mitten im nirgendwo. Aber es kommen täglich Pilger durch und es liegt günstig als Endpunkt für eine Tagesetappe. Die Pilger lassen anscheinend genügend Geld hier. Ich habe kein anderes Kaff gesehen, außer Santilana del Mar, in dem alle Häuser so auf vorderman gebracht wurden. Sonst gibt es viele Häuser die leer stehen und verfallen. Hier keines.

    Jetzt wirds Ernst. Am Montag bin ich am Ende der Welt und der Weg ist zuende. Da muss ich wieder selber zum denken anfangen. Die letzten 40 Tage war das einfach. Aufstehen, packen, raus zur Türe und schauen wo der nächste gelbe Pfeil ist. Dem einfach hinterher.
    Jetzt gibt es dann keine Pfeile mehr.
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  • Fuente San Pedro

    26 augusti 2018, Spanien ⋅ ☀️ 19 °C

    Und das schönste hier bei der Quelle auf dem Berg vor dem Ort Cee: Du hörst nix, außer dem plätschern des Wassers und hin und wieder einen Vogel.
    Ich hab die totale Ruhe schon die letzten beiden Tage genossen. Fern ab von jedem Trubel und lärmenden Spaniern.

    Bis zu dem Zeitpunkt als eine Spanische Familie kam. Geschrei, alle ganz nach vorne, die Mutter hockt sich halb auf mich drauf, der Vater brunst 3m neben mir. Oh man!
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  • Das Ende des Weges vor Augen

    26 augusti 2018, Spanien ⋅ ☀️ 20 °C

    Exakt am Kilometerstein 19, 851km sieht man zum ersten Mal das Ende der Welt. Morgen ist es soweit. Heute wird in Cee übernachtet, morgen dann die letzten 15km.
    Morgen sind es 42 Tage seit Irun, 930km. Und plötzlich ist man da. Merkwürdig, komisch, unwirklich.
    Hier ankommen heißt auch Ende. Es geht nicht mehr weiter.
    Heißt auch nach Hause fahren. Einerseits freu ich mich darauf, die Kinder wieder zu sehen, andererseits muss ich dann wieder arbeiten.
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  • Wieder mal Otis...

    26 augusti 2018, Spanien ⋅ ☀️ 22 °C

    ... sitting at the Dock of the Bay. wastin' time...
    Nichts zu tun, warten auf Morgen. Für heute wäre es zu weit gewesen.
    Hier in Cee haben sie einen richtig schönen Strand. Aber da ist baden verboten. :-(
    Zum Nachbardorf Corcubion gelaufen. Das ist viel schöner, leider ohne Herberge.
    Sitz ich hier im Hafen, schwimmt mal so ein Fischschwarm an mir vorbei. Sind sowieso so viele Fische hier im Hafen. Als wenn sie auf's gefangen werden warten.
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  • Tag 41: Logoso - Cee 16km

    26 augusti 2018, Spanien ⋅ ⛅ 19 °C

    Nach einem entspanntem Frühstück, bei dem die Sonne über die Hügel kam, ging es los auf die vorletzte Etappe.
    Logoso besteht ja nur aus einer handvoll Häusern, davon eine Herberge/Bar, ein Restaurant und eine Pension, die am Arsch der Welt liegen. Nach ca. 2km erreichte ich den Punkt wo sich die Wege nach Fisterra und Muxia trennen. Muxia liegt ca. 30km nördlich von Fisterra und ist besonders bei Deutschen ein beliebter Abschluß des Jakobsweges.
    Ist mir schon öfter aufgefallen, dass den Spaniern öfters das richtige Maß der Dinge fehlt. Autobahnunterführungen im nirgendwo, so breit, dass eine 4-spurige Straße durchpasst, aber auf beiden Seiten führt nur ein Feldweg hin. Hier ist es ein Gebäude für die Pilgerinformation (vermutlich mit Geldern der UNESCO gebaut, als der Camino Weltkulturerbe wurde). Verschlossen, nicht besetzt, unnütz. Bei den paar Pilgern die nach Finisterre od. Muxia laufen.
    An dem Abzweig hab ich Anna-Maria aus Ungarn getroffen. Zusammen laufen wir den Weg weiter. Durch Wälder, über Hügel bis zu einer kleinen Kapelle mit Rastplatz. Ich mache eine kurze Pause, Anna-Maria läuft weiter.
    Ich geniesse die Ruhe an dem abgeschiedenen Platz. Bis eine spanische Familie eintrifft. Normalerweise würden die sich direkt neben mich setzen. Machen sie ausnahmsweise nicht. Sie nehmen am anderen Ende des Rastplatzes platz. Dafür läuft jeder ein eine andere Richtung und muss den anderen lautstark berichten was er gefunden hat.
    Ok, vorbei ist es mit der Ruhe. Ich mache mich wieder auf den Weg.
    3km den Berg hoch, kurz vor der Bergkuppe, liegt 30m neben dem Weg eine Kapelle mit Quelle. Da mein Wasservorrat zur Neige geht, gehe ich da hin.
    Sogar eine gemauerte Quelle mit Sitzgelegenheit. Das nutze ich aus, fülle meine Flaschen auf und packe mein Essen aus. Kaum bin ich mit essen fertig, kommt ein Spanier mit seinem Sohn. Sie setzen sich dazu. Alles ok. Dann allerdings zieht der Vater seine Schuhe aus und hält die Füße in die Quelle. Mhhh, Spanier!
    Nach einigen Minuten ziehen die beiden weiter und ich freue mich wieder über die Ruhe. Wundervoll! Du hörst nichts. Mal ein Vogel, mal ein Rascheln, dann wieder nichts. Bis die mir bereits bekannte spanische Familie auftaucht. Vorbei mit Ruhe.
    Ich dachte immer deutsche sind nervig. Aber Spanier. Oh, gugg mal eine Quelle. Oma setzt sich halb auf mich drauf, Opa stellt sich 3m von mir entfernt an den Busch und pisst, Enkeltöchterchen fällt fasst in die Quelle und ständig quack - quack - quack in voller Lautstärke.
    Schnell weg.
    Die restlichen km nach Cee wären schnell gelaufen, doch auf dem letzten Hügel vor Cee ist es dann so weit - der erste Blick auf das Ziel. In der Ferne - Finisterre. Das Ziel vor Augen, da braucht man ein paar Minuten.
    Dann gehts weiter nach Cee. Wie so oft, sind die Städtchen an Sonntagen wie ausgestorben. Deshalb laufe ich die 2,5km nach Corcubion und schaue mir den Hafen an.
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