Villadangos del Páramo
May 23–24 in Spain ⋅ ⛅ 25 °C
Was ich die letzten Tage gefroren habe, schwitze ich jetzt. Die Nacht war anstrengend. Es war warm, das Fenster war auf um etwas kühle Luft in den Raum zu lassen und dadurch war es laut, weil die Herberge an einer Hauptstraße liegt. Mimimi
Egal. Um 6:30 Uhr hat sich der Wecker bemerkbar gemacht und ich mich nochmal umgedreht. Ein Bett in der Herberge hatte ich schon am Vortag klar gemacht und bis dorthin waren es nur 22 km. Somit ging es wiedereinmal um ca. 8 Uhr los.
Meine Bettnachbarin hatte sich schon eine halbe Stunde vorher auf den Weg gemacht. Sie ist aus Deutschland und mit dem Fahrrad von Wesseling bis nach Spanien gefahren. Sie braucht bis nach Santiago ebenfalls 6 Wochen. Ich habe ganz vergessen zu fragen wie sie heim kommt.
Leider war der Weg auch in León, nennen wir es mal „dezent“ ausgeschildert. 2x bin ich falsch abgebogen. Kaum war ich in der Altstadt habe ich schon wieder andere Pilger gesehen und bin einfach hinterhergelaufen.
Der Weg aus der Stadt war wie der Weg in die Stadt: Industriegebiet, Autobahnzubringer, Weg an der Straße entlang. Das war heute der letzte Tag. Ab Morgen geht’s wieder mehr in die Pampa. Leider gab es heute auch weniger Schatten als gestern. Egal. Ich bin einfach gelaufen. Die Füße machen das schon fast von alleine. Ab und zu kam sogar ein bisschen Wind auf. Das war sehr angenehm. Ärgerlich war allerdings, dass in den nächsten 2 Dörfern die Trinkwasserbrunnen abgestellt waren. Am dritten Brunnen gab es dann endlich Wasser. Und eine Bank! Im Schatten! Also ersteinmal Pause machen.
Am Ziel angekommen war der Hospitalero schwer im Stress. Das erste was er mir dann sagte war: Es gibt keine Betten mehr. Ich habe innerlich schon mit den Augen gerollt und mich darauf eingestellt ihm zu erklären, dass ich reserviert habe. Es wurde aber schnell klar, dass er nur witzig sein wollte. Also Formalitäten abschließen, alles zeigen lassen, duschen, Wäsche. Und dann…
Dann habe ich mich an die Bar gesetzt und einen Café von Leche getrunken. Ganz in Ruhe. Nebenher habe ich überlegt wo ich morgen übernachten will. Während dessen kamen neue Pilger an. Unter anderem auch Axel. Ihn hatte ich auf dem Weg nach Burgos getroffen und dachte, dass ich ihn durch meinen Tag Pause nicht mehr wiedersehe. Er war so dabei dem Hospitaliero zu folgen, dass er mich garnicht gesehen hat. Nebenbei hat ein Koreaner versucht sich mit mir per Übersetzer zu unterhalten. Er sprach leider kein Englisch und es hat weder mit ChatGPT noch mit dem Google Übersetzer wirklich funktioniert. Es war einfach zu laut im Raum. Da ich sowieso mein Handy laden musste, habe ich mich dann auch von ihm verabschiedet.
Die Herberge hat sich gelohnt. Auch wenn sie 3,-€ teurer war als die durchschnittliche Herberge. Aber sie ist neu, sauber und sie ist durchdacht. Keine wackeligen Metallbetten bei denen man seekrank wird wenn der Bettnachbar sich umdreht. Stabile Kojenbetten mit Vorhang. Da wackelt nichts. So hat jeder seine Schuhschachtel mit Leselampe, Ablage und Steckdose. Unter jeder Einheit gibt es eine große Schublade für den Rucksack. An der Rezeption gab es auch schon 3 große Schubladen für Schuhe. Nur die Größe der Duschen… es könnte ein bisschen größer sein. Immerhin sind Männlein und Weiblein getrennt. Somit kann man sich dann auch außerhalb der Duschkabine umziehen.
Ich habe dann noch eine Runde durchs Dorf gedreht. Dabei fing es tatsächlich an zu tropfen. Ich dachte an meine Wäsche und machte mich so schnell wie möglich auf den Rückweg. Der Hospitaliero war schneller. Er hatte alles abgenommen und in den Waschraum gepackt. Als ich meine Sachen auf einer Bank zusammengelegt habe lief plötzlich Axel ziemlich aufgeregt an mir vorbei. Er hatte auch Wäsche draußen hängen die er jetzt panisch suchte. Auf Englisch fragte er wo sie sei. Er merkte nicht einmal, dass ich ihm auf deutsch antwortete. Erst als er mit der Wäsche in der Hand wieder zur Tür reinkam war er wieder normal und wir haben uns kurz unterhalten. Wir waren uns einig, dass morgen früher loslaufen besser ist. Zum einen weniger warm, zum anderen sind es 30 km. Danach ging es auch schon ins Bett. Manch liegen doch tatsächlich schon um 20:30 Uhr in ihren Betten und schlafen. Ich nicht. Vor 22:00 Uhr ist sowieso keine Ruhe.Read more

























