• Isamaus
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Jakobsweg 2026

Nach zehn Jahren bin ich endlich an der spanischen Grenze. Jetzt kann das eigentliche Abenteuer Jakobsweg beginnen.
Erwartet keine großen Storys. Auf dem Weg ist ein Tag fast wie der Andere.
WALK EAT SLEEP eben.
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  • Trip start
    May 1, 2026

    Straßburg

    May 1 in France ⋅ ☀️ 18 °C

    Es geht los!
    Lange geplant, 10 Jahre Anbahnung…fast wie ne Hochzeit. Nur, dass die schneller vorbei ist.

    Ich bin gespannt was auf dem Weg passiert. Körperlich, seelisch und geistig.

    Die Anfahrt nach Straßburg hat schonmal gut geklappt und der Zug ist pünktlich. Der Zug der Deutschen Bahn den ich noch unter Beobachtung hatte, mal wieder nicht. Zum Glück sind wir mit dem Camper bis nach Straßburg gefahren.

    Garde als ich versucht habe die Anzeigetafel zu verstehen, wurde das Gleis für meinen Zug freigeschaltet. Dann ging’s mit gefühlt 1000 anderen Reisenden zum Zug. Platz suchen, Gepäck verstauen.

    Bei strahlendem Sonnenschein geht’s nun Richtung Paris.
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  • Paris

    May 1 in France ⋅ ⛅ 24 °C

    Hier hatte ich mir eigentlich vorgenommen, den Stadtteil Montmartre zu erkunden. Der fiel beim letzten Paristrip leider aus.
    Da ja aber der Nachtzug gecancelt wurde und ich umdisponieren musste, hatte ich nun weniger Zeit. Ich bin aber auch Schwabe und habe die Tageskarte für den Stadtverkehr schon gekauft. Und genau deswegen bin ich trotzdem hingefahren um wenigstens ein paar Eindrücke zu sammeln.

    Leider hatten auch zigtausend andere die gleiche Idee. Wenigstens war das Wetter schön.
    Der Friedhof war trotzdem irgendwie gruselig. Da ist alles vollgestellt. Teilweise kommt man fast nicht zwischen den Gräbern durch.
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  • Bayonne / Biarritz

    May 1–2 in France ⋅ ☁️ 20 °C

    Frei nach Asterix: Die spinnen die Franzosen!
    Auf der Fahrt nach Bayonne kam in Dax plötzlich der Schaffner ins Abteil und hat alle rausgeschmissen. Wir mussten in den vorderen Zugteil umsteigen. Warum? Keine Ahnung.
    Es ist ein bisschen wie im Horrorfilm. Auch im ersten Zugteil gab es dann wieder einen Wagen 11 und Platz 175. Und er war frei! Ich weiß ganz genau, dass der Wagen in Paris noch eine andere Nummer hatte. Da ich aber nur noch eine halbe Stunde zu fahren hatte und sowieso nicht verstehe was die Leute hier sagen, habe ich mich einfach auf meinen (alten) neuen Platz gesetzt. Wie erwartet kam auch niemand mehr und wir kamen mit 5 minütiger Verspätung in Bayonne an.
    Das Hostel war schnell gefunden. Ich bekam mein Bett im zugeteilt und war froh, dass ich doch noch angekommen war.
    Am nächsten Morgen ging es dann auch gleich früh weiter. Ich hatte mir in den Kopf gesetzt, dass ich noch zum Strand fahre. Letztes Jahr war das mein letzter Stopp auf der Heimfahrt. Dieses Jahr starte ich zufällig genau am gleichen Tag. Das muss doch dokumentiert werden. 😊
    Und so saß ich morgens um 8 wieder auf der Mauer am Strand und mache Bilder von Hähning und dem Meer.
    Danach ging es mit dem Bus zurück zum Bahnhof und dann auf das letzte Stück zum eigentlichen Startpunkt in Saint-Jean-Pied-de-Port.
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  • St. Jean pied de Port

    May 2 in France ⋅ ☁️ 21 °C

    Ich bin wieder da. Als ob ich einfach weiterlaufen würde. Nur die Jahreszahl hat sich verändert.
    Als erstes geht es vom Bahnhof Richtung Altstadt und dann hoch zur Zitadelle. Das Pilgerbüro öffnet erst um 14 Uhr.
    Dort oben habe ich dann wieder Fotos gemacht und meine Sachen etwas geordnet. Das Optimum ergibt sich sowieso erst nach und nach.
    Nachdem es dann 14 Uhr war und ich zum Pilgerbüro gelaufen bin, stand da eine Schlange mit Leuten. Daraufhin hab ich beschlossen ich brauch doch nicht gleich einen neuen Pilgerpass.
    Wäre ich bloß gleich losgelaufen.
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  • Orrison

    May 2–3 in France ⋅ 🌧 16 °C

    Etwa ab dem halben Weg begann es zu regnen. Stellenweise kam auch noch heftiger Wind dazu. Bis ich in Orisson war, hat alles getropft. Ich war nass bis auf die Unterhose. Trotz Regencape. Die Schuhe sind zum Glück wasserdicht. Allerdings in beide Richtungen. Sie sind irgendwann von der Hose her einfach vollgelaufen. 🥴
    In Orrison gab es dann erstmal eine heiße Dusche und danach ein warmes Abendessen. Dann sah die Welt schon wieder ganz anders aus.
    Hoffentlich wird das Wetter morgen besser.
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  • Roncesvalles

    May 3–4 in Spain ⋅ 🌧 15 °C

    Wie war das nochmal mit Murphys Gesetz? Lächle und sei froh…
    Ok. Wir wollen mal nicht ungerecht sein. Heute war weniger Regen als gestern. Dafür gab es dazu einen Wind wie an der Küste. Da Tagen die Regentropfen im Gesicht richtig weh. Dazu gab es dann noch ein bisschen Nebel der langsam über den Berg geschwappt ist. Jetzt kann ich Hape ein bisschen nachfühlen. Wenigstens tat bei mir die Rolandsquelle. 😊
    Auf der anderen Seite des Berges war es dann ein bisschen besser. Da ich keinen Stock dabei hatte, hab ich mich für den längeren, dafür nicht so steilen Weg entschieden.
    In Roncesvalles mussten erst die bürokratischen Dinge für die Anmeldung erledigt werden. Das hat ein bisschen länger gedauert, da die Registrierungsmail 3x nicht ankam.
    Die eigentliche Anmeldung ging dafür umso schneller. Ich bekam 3 kleine Zettel. Bett, Abendessen und Frühstück.
    Beim Abendessen kam ich dann mit einem Architekten aus Bayern ins Gespräch. Er ist von Augsburg mit dem Fahrrad losgefahren. Er hat sich dafür 8 Wochen Zeit genommen. Keine Ahnung wie er hieß. Namen sind sowieso Schall und Rauch…
    Hoffentlich kommt das bestellte Wetter aus Deutschland bald an. Ich erwarte ja nichtmal Sonne, aber es könnte so langsam mal aufhören zu regnen. 🙄
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  • Zubiri

    May 4–5 in Spain ⋅ 🌧 11 °C

    Der Tag begann vielversprechend. Wolkig aber trocken und ab und zu sogar sowas ähnliches wie Sonne.
    Leider hielt das nicht ewig. Schon regnete es wieder. Alles gemäßigt und mit anschließendem Sonnenschein. Auch meine Mittagspause konnte ich in der Sonne genießen. Aber kaum lief ich weiter begann es zu regnen. Tendenz steigend. Bis das ganze irgendwann in ein handfestes Gewitter gipfelte.
    Na prima. Es goss mal wieder wie aus Eimern und der Wasserpegel in den Hosenbeinen und danach in den Schuhen stieg mal wieder. Das ganze auch noch auf einem abschüssigen Weg.
    Klitschnass kam ich dann auch wieder in der Herberge an. Nach der obligatorischen Dusche ging es dann auch schon besser.
    Danach war Essen und Wäsche waschen angesagt. Und kaum waren alle Pilger in der Herberge kam auch schon die Sonne raus. Als ob es Absicht wäre.
    Die Wäscheständer wurden in die Sonne gestellt, ebenso die nassen Schuhe.
    Ich war mit 3 Jungs aus Deutschland, einer Italienerin und einem asiatischen jungen Mann im Zimmer untergebracht.
    Derjenige der das Stockbett mit mir teilen durfte siezte mich ganz brav (hab ich gleich abgestellt) und als ich ihm gesagt hatte dass er in meinem unteren Bett liegt, dass es mir aber nichts ausmacht, hatte ich echt zu kämpfen, dass er nicht gleich ganz reumütig nach oben zieht. Manchmal komme ich mir schon vor, als ob ich aussehe wie 60.
    Auf der Bank in der Sonne hatte ich da noch ein nettes Gespräch mit Brian, bevor es dann ganz brav ins Bett ging.
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  • Pamplona

    May 5 in Spain ⋅ ⛅ 7 °C

    Heute Morgen in Zubiri ging es nach einem Kaffee und einem süßen Stückchen aus dem Automaten, dann auch endlich kurz nach 8:00 Uhr los. Die Schuhe waren noch nass. Die Socken waren klamm, aber nach den ersten
    100 m merkt man davon nichts mehr. Schnell noch die Wasserflaschen am ersten Brunnen aufgetankt und weiter geht’s, natürlich als erstes den Berg hinauf. Wie sollte es anders sein?
    Ich war happy. Das Wetter war nicht allzu warm und sonnig. Naja. Bis ca 10 Uhr. Dann hieß es wieder: „Let it rain.“
    Zum Glück wurde man danach wieder trockengepustet um nach der Mittagspause wieder geduscht zu werden. 🙄
    Kurz vor Plampona hatte das Wetter dann ein Einsehen. Sonne bei 13 Grad. Also perfektes Wanderwetter. Dies hielt sogar bis ich in der Herberge war. Ich hatte mir schon vor langer Zeit die Herberge Casa Paderborn ausgesucht und ich hatte auch hier Glück. Ich bekam ein Bett, einen herzlichen Empfang und einen neuen Pilgerpass. Der alte Pilgerpass war mit mir schon die paar Km von Genf bis hierher gelaufen und nun voll. Perfekt.
    Nach der Dusche und einer kurzen Pause ging es dann in die Stadt. Was soll ich sagen? Hier gibt es tatsächlich einen Aufzug der nach oben zur Altstadt fährt.
    An der Stierkampf Arena vorbei habe ich einen Decathlon entdeckt. Ich hätte mir gern ein paar Stulpen gekauft, damit es nicht mehr regnet. Leider hatten sie keine und die Regenhose war mir zu voluminös. Okay, dann eben nicht. Ich lief also kreuz und quer durch die kleinen Gassen der Stadt, auf dem großen Platz auf eine Bank in die Sonne gesetzt mir noch ein Abendessen gekauft und bin dann zurück in die Herberge. Zähneputzen. Ab ins Bett.
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  • Puente de la Reina

    May 6–7 in Spain ⋅ ☀️ 16 °C

    Heute war ein stressiger Tag. Trotz vier Bettzimmer habe ich beschissen geschlafen. Irgendwann in der Nacht bin ich aufgewacht und konnte nicht mehr einschlafen. Keine Ahnung warum, es lief nicht mal Kopfkino. Das Highlight des Tages war das leckere Frühstück und die herzliche Verabschiedung aus der Casa Paderborn.

    Nach Pamplona geht der Weg durch Vororte und Felder, dann geht es wieder steil nach oben auf den El Perdón mit der Pilgerskulptur und eine atemberaubenden Aussicht. Zu erwarten, ging es auf der anderen Seite umso steiler wieder hinunter.

    Eigentlich wollte ich ja nur bis Obanos laufen, aber es kam anders, schon morgens beim loslaufen. Im Pamplona bemerkte ich beim Blick auf das Handy, dass mein Akku nur 1 % hatte. Ich war etwas erstaunt, da ich es die halbe Nacht am Ladegerät hängen hatte. Ich dachte an nichts schlimmes, Stecker nicht richtig eingesteckt oder so und hänge es an meine zum Glück vollständig geladene Power Bank. Alles funktioniert soweit. Zur Abwechslung regnet es heute nur ab und zu ganz leicht komme ich trocken an leider ohne Akku. Das Telefon ist leer und lässt sich auch nicht mehr laden. Nach einigen Versuchen habe ich mein Kabel Verdacht. Dann eben ohne.

    Nachdem ich fast 1 Stunde lang ohne Erfolg versucht habe, ein Hostel/Alberge (von den ungefähr fünf an der Kirche angeschlagenen) zu finden die auch aufmacht, kämpfte der Schwabe kurz mit meinem Schweinehund, ob ich vielleicht doch die 60 € für ein Zimmer investieren sollte. Was soll ich sagen? Der Schwabe hat gewonnen. 🙈

    Es waren ja nur noch 1,5 km bis Puente de la Reina. Dort angekommen waren die ersten beiden Herbergen voll. Der Weg führte zufälligerweise an der Turiinfo vorbei. Die nette Dame dort, drückte mir dann ein Stadtplan in die Hand und erklärte mir den Weg zum Hostel mit freien Betten.
    Dort angekommen, gab es den obligatorischen Stempel in den Pilger. Pass die Anmeldung und die Frage, ob ich Abendessen und Frühstück mit buchen will. Dies tat ich dann auch gleich. Ich bekam ein Bett im hintersten Zimmer. Dieses Mal war es ein, acht Bettzimmer. Ich entschieden mich wieder für das obere Bett, ging duschen und danach gleich zum Abendessen. Mir wurde der letzte Blatt seiner einer langen Tafel zugewiesen. Als der Typ neben mir hello sagte, war mir fast augenblicklich klar, dass dies schon wieder ein Deutscher ist. So war es dann auch Günther aus dem Münsterland. Er läuft schon seit Frankreich. Eigentlich hat er letztes Jahr angefangen, ist dann leider umgeknickt und musste nach Hause fahren. Dieses Jahr ist er wieder dort gestartet, wo er letztes Jahr aufhören musste und will den Weg zu Ende laufen.
    Viel ist an diesem Abend nicht mehr passiert. Ich konnte mir zum Glück ein Ladekabel leihen um auf Vordermann zu bringen. Somit wusste ich jetzt sicher, es liegt an meinem Kabel Probleme, die die Welt nicht braucht.
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  • Estella

    May 7–8 in Spain ⋅ ☁️ 18 °C

    Neuer Tag, Reise, Glück.
    Nach dem Ladekabelfiasko von gestern, blieb mir nichts anderes übrig, als mich in Puente de la Reina nach einem neuen Kabel umzuschauen. Leider musste ich die Herberge um 8:00 Uhr verlassen und die Läden öffnen erst um 9:00 Uhr. Im Ort unten angekommen traf ich zufällig auf die Jungs aus der Pfalz, Sie erzählen mir dann auch, dass sie im Supermarkt auf der anderen Seite des Dorfes an der Kasse welche gesehen hatten. Perfekt. Es war 8:45 Uhr und ich lief in Richtung Supermarkt. Kurz musste ich noch warten dann wurde geöffnet. Ladekabel gekauft. Tag gerettet.

    So starte ich recht spät zur nächsten Etappe. Dafür war das Wetter super. Sonne und Wolken haben sich den ganzen Tag abgewechselt. Die Temperatur lag bei angenehmen. 15 - 20 Grad. An 2 Abzweigungen musste ich kurz das Smartphone zücken um nicht falsch abzubiegen, ansonsten war der Weg gut ausgeschildert. Es liefen auch immer wieder andere Pilger vor mir. So konnte ich mich eigentlich nicht verlaufen.

    In Estella angekommen lief ich zur städtischen Herberge, fragte nach einem Bett und bekam eines zugeteilt.

    Das gute Wetter habe ich dann gleich genutzt um Wäsche zu waschen. Als ich in den Garten zu den Waschtrögen ging rief plötzlich jemand: „Die Isa.“ Es war Brian.
    Eine halbe Stunde später habe ich dann auch Günter entdeckt.
    Wir haben uns dann noch eine Weile unterhalten bevor es auch schon wieder ins Bett ging. Meistens ist in den Herbergen um 22:00 Uhr Bettruhe angesagt.
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  • Los Arcos

    May 8–9 in Spain ⋅ ☁️ 17 °C

    Die Nacht war 🍑-kalt. Auf der anderen Seite des Raumes hatte jemand die Balkontüre geöffnet. Draußen hatte es nicht einmal 10 Grad. Die Nacht war nicht wirklich angenehm. Dementsprechend ungern bin ich aufgestanden. Ich habe dann einfach meine Sachen schnell zusammengenommen und meinen Rucksack unten in der Halle gepackt. Auf dem Weg nach Unten habe ich gesehen, dass es in den Schränken im 1. OG Zusatzdecken gegeben hätte. Nach einem Kaffee aus dem Automaten ging es um 8:00 Uhr los. Das Wetter war wolkiger als am Tag davor. Trotzdem hielt das Wetter und es war sehr angenehm zu laufen. Auch, wenn es mal wieder bergauf ging.

    Kurz nach Estell kommt der bekannte Weinbrunnen von Irache. Natürlich stand davor eine Schlange. Als Biertrinker habe ich mich mit Bilder machen begnügt. Nach den Gesichtern der anderen zu urteilen war das auch gut so.

    So ging es weiter durch Felder und kleine Dörfer bis an der Straße der Food-Truck der Pilgeroase stand. Genau passend zur Mittagszeit kam ich dort an. Nach einer kurzen Pause und einem Bocadillo mit Ei und Käse ging es weiter.

    Das Wetter hielt bis ich in der Herberge war. Erst als ich Los Arcos besichtigen wollte, goss es wie aus Eimern. So musste das warten.
    Die Dorfkirche ist der Hammer. Jeder Quadratzentimeter ist bemalt, vergoldet oder sonstwie verziert. Im Supermarkt noch schnell ein Abendessen besorgt und dann zurück zur Herberge. Ich hoffe die nächste Nacht wird besser als die Letzte. Eine Zusatzdecke habe ich auf jeden Fall schon.
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  • Logroño (Burgos)

    May 9–10 in Spain ⋅ ☁️ 18 °C

    So gut geschlafen hatte ich schon lange nicht mehr. Trotz 10-Bett Zimmer und mindestens 1 Schnarcher.
    Am Morgen gab es dann ein süßes Frühstück mit Brot, Marmelade, Schokocreme und Kaffee. Dann ging es weiter Richtung Logroño. Das Wetter war wieder perfekt. wolkig ohne Regen bei 15-20 Grad. Natürlich gab es auch wieder ein paar Hügel. Ich habe aber das Gefühl. Jetzt, nach einer Woche Wandern geht es schon besser. Trotzdem werden Berge und ich keine Freunde.

    In Viana war ich schon kurz nach halb eins, deshalb beschloss ich, dass ich bis Logroño weiterlaufe. Dort war ich dann auch schon 2,5 Stunden später. Leider war dort alles voll. Keine Ahnung was dort los war. Alle Hostels waren. ausgebucht und die Alberges waren voll. Ich hätte mir für 150€+ ein Hotelzimmer buchen können. Ne ne ne. Da musste eine andere Lösung her.

    Weiterlaufen? Bis zum nächsten Ort wären es nochmal 10km. Ich war ja schon 30 km gelaufen. Das war genug. Also los. Denken.

    Recherche 1: Gibt es einen Bahnhof? Antwort: ja.
    Laut dem schlauen Apfel fuhr dort heute nur noch 1 Zug. Die Bahnstrecke ging dann auch noch in eine Richtung, wo ich garnicht hin wollte.

    Recherche 2: Gibt es einen Busbahnhof?
    Antwort: ja
    Ich wusste, dass es einen Bus nach Burgos gibt. Also den schlauen Apfel gefragt wo der Busbahnhof ist und dorthin gelaufen.

    Dort angekommen musste ich ersteinmal den richtigen Automat finden. Jede Busgesellschaft hat einen anderen. Bei meiner war der Drucker kaputt. Die Seite des Busunternehmens wollte meine Daten nicht fressen. Nachdem ich alles zum zweiten Mal eingegeben hatte und es beim Drücken des „weiter“ Buttons verschwand, war es mir zu doof. Ich kaufte die Karte über einen Drittanbieter. In Spanien muss man nämlich selbst für eine popelige Busfahrkarte die Sozialversicherungsnummer oder die Passnummer angeben.

    Der Bus fuhr dann auch brav die Strecke ab, die ich in der nächsten Woche laufen werde. Dabei habe ich auch gleich gelernt, dass ich garnicht bis nach Burgos hätte fahren müssen. Der Bus hielt nämlich auch in diversen anderen Orten entlang des Weges. Egal. Das Bett in Burgos war gebucht. So konnte ich mir die Strecke schon anschauen. Zurück wird noch besser. Da laufen dann auch Pilger.

    Die Idee rückwärts zu laufen wie ich es schon einmal in der Schweiz gemacht hatte, habe ich verworfen.

    Irgendwie ist es komisch jetzt mit 3 oder 4 Fremden in einem Zimmer zu liegen. Auf dem Weg fühlt sich das irgendwie besser an.
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  • Ventosa

    May 11–12 in Spain ⋅ ⛅ 17 °C

    Nächster Tag, neues Glück.
    Ich konnte ein bisschen länger schlafen. War nicht schlecht. Sogar mit einer richtigen Bettdecke und Kopfkissen. Ich wusste garnicht was ich mit soviel Decke anfangen soll. Nach dem mehr oder eher weniger guten Hostelfrühstück ging’s dann kurz nach 10 zur Busstation gerademal eine Türe weiter. Um 10:30 Uhr fuhr der erste Bus zurück nach Logroño.

    Während der Fahrt habe ich dann schon mal den Weg und die Pilgermenge begutachtet. Waren garnicht so viele. Keine Ahnung wo die in Logroño alle herkamen. Ich habe kurz überlegt, ob ich in Logroño einen Pausentag einlegen soll und der Stadt noch eine Chance geben, entschied mich dann aber dagegen. Schon beleidigt. Außerdem waren immernoch hunderte Menschen unterwegs.

    In Logroño hieß es dann erstmal 1-2 km bis zum Jakobsweg zurücklaufen. Dann ging’s auf dem offiziellen Weg weiter. Das Wetter war nicht schlecht. Leider hielt es nur bis ich aus der Stadt war. Bis zum Stausee war ich wieder pudelnass.

    Während ich so tropfte, wanderten meine Gadanken zum Tagesziel. Navarrete 12 km? Zu nah,
    Sotes 17 km? zu viel Umweg.
    Najera 30 km? Zu weit
    Also Ventosa. Kleiner Umweg. Ca. 20 km entfernt. Empfohlene Herberge.

    Der Regen hörte bieder auf und ich erreichte Naverrete. Danach hätte ic eigentlich durch das Tal der Steinmännchen kommen sollen. Bin ich aber nicht. Obwohl ich den offiziellen Weg gelaufen bin. Komisch. So blond kann ich ja nicht gewesen sein.

    18:30 endlich in Ventosa in der Herberge angekommen, bekam ich ein Bett im 8er Zimmer. 3 Französinnen, ein Franzose, die beiden Österreicherinnen und ich. Nach der Wäsche habe ich mich auf den Weg zur Bar gemacht, dort noch einen Salat mit Ziegenkäse bekommen und tatsächlich Brian wieder getroffen. Er war dann auch ganz perplex, dass ich in Logroño kein Bett mehr bekommen habe. Allerdings hat er um halb 2 auch nur noch eine Matratze abbekommen. Kein Wunder also dass bei mir nichts mehr frei war.
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  • Santo Domingo de la Calzada

    May 11 in Spain ⋅ ⛅ 18 °C

    Die Nacht war ganz angenehm und so ging es weiter. Langsam verschwimmen die Wochentage ein wenig und man muss doch kurz nachdenken, welcher Tag heute ist.
    Eigentlich wollte ich nur bis nach Azofra laufen. Auf dem Weg habe ich es mir dann aber anders überlegt. Ich hatte die Aussicht, dass ich noch zu einer annehmbaren Zeit in Santa Domingo ankomme. So mussten meine armen Füße an diesem Tag wieder über 30 km laufen.
    Immerhin war es warm und sonnig, was mir auch gleich einen Sonnenbrand eingebracht hat. Aber nur links am Hals. Rechts ist alles ok. Ich konnte auch zum ersten Mal meinen Solarhut ausprobieren. Funktioniert einwandfrei. Hab während dem Laufen mein Handy geladen. War ja etwas skeptisch, aber es funktioniert überraschend gut.

    In Santo Domingo musste ich mich dann zwischen Zisterzienserkloster und städtischer Herberge entscheiden. Ich habe die städtische genommen. Eine große Herberge mit über 100 Betten. Ich war dann auch im 16er Zimmer untergebracht.

    In der Stadt war ganz schön was los. Vom 10. - 12.5. wird ein Fest zu Ehren des Stadtheiligen gefeiert. Es ging ein bisschen zu wie an Fasching. Nur mit mehr Kirche und mehr Böller. Ganz üble Dinger die von den jungen Männern gezündet werden.
    Dafür konnte ich mich einfach in die Kathedrale schmuggeln ohne Eintritt bezahlen zu müssen. Ich wollte doch unbedingt die Hühner anschauen die dort im Käfig sitzen. Der Nachschub residierte übrigens im Garten der Herberge. Zuerst dachte ich: „Oh nein! Das Zimmer geht in Richtung krähendem Hahn.“ Dann habe ich allerdings realisiert, dass auch Hühner nachts schlafen.

    Nach dem obligatorischen Abendessen ging es auch schon schlafen.
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  • Belorado

    May 12–13 in Spain ⋅ 🌧 12 °C

    Trotz der vielen Menschen war die Nacht recht ruhig. Auch wenn ich mal wieder etwas gefroren habe. Bis ich meine Sachen gepackt hatte war es wieder 8 Uhr und ich stapfte fast als letzte los.

    Die Wettervorhersage prophezeite Regen. Dieser wusste aber offenbar nichts davon. Es blieb also trocken.
    Kurz nach 12 kam ich an einer Raststelle für Pilger vorbei. Ein niederländisches Pärchen hatte ein Haus gekauft und erst diese Woche die Verpflegungsstelle eröffnet. Es gab Obst, Gemüse, Kaffee, Brot usw. Gegen eine Spende durfte man sich stärken. Ich kam mit dem Hausherrn ins Gespräch und erfuhr, dass sie eigentlich ein Hostel kaufen wollten und dann bei dem jetzigen Haus gelandet sind. Damit sind sie jetzt total glücklich. Momentan öffnen sie ihre kleine Pilgeroase über die Mittagszeit und erhalten viel positive Rückmeldung.

    Natürlich ging es auf den restlichen 8 km dann doch noch an zu regnen. Zum Glück nicht allzu stark. In Belorado kam ich als erstes an der tollen Herberge mit Pool vorbei. Dafür hatte ich eigentlich meinen Badeanzug dabei. Nachdem das Wetter aber nun mal ist, wie es ist, habe ich mich entschlossen, noch bis ins Dorf runter zu laufen und mir dort eine Herberge zu suchen. Gleich neben der Kirche hat die Schweizer Jakobusgesellschaft eine Herberge. Diese ist es dann geworden. Zu dritt im 8er Zimmer. Bevor wir schlafen gehen konnten, wollte erst der Rauchmelder 2x Alarm schlagen. Keiner wusste warum. Vielleicht hätte ich die Schuhe anlassen sollen…
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  • Agés

    May 13–14 in Spain ⋅ ☁️ 13 °C

    Der Rauchmelder hat sich zum Glück nicht mehr gemeldet. Somit war die Nacht recht ruhig. So ging es weiter immer den gelben Pfeilen nach.
    Die Überlegung zwecks Ziel war nicht so einfach. Entweder bis Villafranca laufen, nur 12 km oder bis nach St. Juan de Ortega laufen, ca 23 km. Dazwischen ist nichts. Nur ein Berg.

    Ich habe mich dann für St. Juan entschieden. Leider besteht der Ort aus ca 3 Häusern und einer Kirche. Die beiden Herbergen waren leider voll und so hießen weiterlaufen bis nach Agés.

    Hier kam ich in der städtischen Herberge unter. Ein Raum 38 Schlafplätze. Ein Träumchen. Die Füße taten weh, die Dusche war wie immer zu klein und dann lag unter mir auch noch ein ziemlich rücksichtsloser alter Mann, der garnicht merkte, wie er sich verhält wenn er mit seinem Gegenüber die Route bespricht und sich immer wieder aufs Bett fallen lässt. Er ging dann irgendwann zum Abendessen und ich hatte etwas Ruhe. Ich könnte wetten er geht morgen früh einfach ohne das Bettzeug abzuziehen.

    Keine Ahnung warum, die Füße taten heute besonders weh. Ich blieb also einfach im Bett liegen, hörte Podcast und versuchte herauszufinden was man in Burgos besichtigen kann.

    Um 22:00 Uhr war wie immer Schicht im Schacht. Licht aus. Schlafen.
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  • Burgos

    May 14–16 in Spain ⋅ ☁️ 13 °C

    Der Morgen begann recht früh. Schon vor 5 Uhr! begannen die ersten ihr Zeug zu packen. Mein Wecker klingelt erst 6:30 Uhr. So lange blieb ich auch liegen. Um 7 Uhr waren wir dann noch zu dritt im Schlafsaal. Alle Anderen haben sich schon vom Acker gemacht. Die ham se doch nich alle. Die Wette habe ich übrigens gewonnen. Er ist einfach aufgestanden und gegangen.

    Ich hab wieder brav meine Siebensachen in den Rucksack gepackt und war noch Zähneputzen. Dann ging es kurz vor 8 los. Laut WanderApp nur 20 km bis Burgos. Easy living heute. Ich habe mir dann auch gleich im nächsten Dorf einen Kaffee und ein Croissant zum Frühstück geholt und mich in die Sonne gesetzt.

    Heute gab es viel Straßenrand zu laufen. Manchmal mit und manchmal ohne Trampelpfad bzw. Gehweg daneben. Dann ging es wieder einmal den Berg hoch und den Berg runter. Von oben konnte man schon Burgos sehen. Das sah natürlich wieder näher aus als es war. Unten am Berg gab es dann auch schon wieder die nächste Verpflegungsstation und ich gönnte mir noch einen Kaffee und eine Tortilla. War ja schon fast Mittag.
    Durch 2 weitere Dörfer bin ich dann am Stadtrand von Burgos gelandet. Einmal um dem kleinen Flughafen, muss man ersteinmal 3-4 km an einer Hauptstraße durch ein Industriegebiet, bevor man an den eigentlichen Stadtrand kommt.

    Zum Schluss waren es dann wieder 23 km bis ich am Ziel war. Im Hostel angekommen, hat mir der lustige Herr an der Rezeption erklärt, dass es ihm furchtbar leid tut und ich auch kostenfrei stornieren dürfte, aber sie haben heute kein warmes Wasser.
    Tollo. Bin trotzdem geblieben. Ich hatte einfach keine Lust mir ein anderes Bett für die 2 Nächte zu besorgen.

    Nachdem ich jetzt schon seit fast 2 Wochen am Laufen bin, gab es endlich einen Pausentag. Ich habe mir die Kathedrale und die Altstadt angeschaut. Momentan ist irgend ein Blumenfest in der Stadt. Mehrere Gebäude und Plätze sind mit Blumen geschmückt.

    Die Kathedrale ist gigantisch. Immer mal wieder wurde hier etwas angebaut und dort etwas ergänzt. Eine Attraktion ist z. B. Eine mechanische Uhr die ganz oben irgendwo hängt. Jede 1/4 Stunde schlägt die eine Figur die Glocken und zu jeder vollen Stunde bewegt die andere Figur den Mund.
    Die Altare sind über und über mit verschiedenen Figuren und Szenen aus der Bibel verziert. Echt beeindruckend.
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  • Hornillos de Camino

    May 16–17 in Spain ⋅ ⛅ 12 °C

    Aufstehen, Rucksack packen, frühstücken, laufen, ankommen, duschen, Wäsche waschen, ausruhen, Abendessen, schlafen.
    That‘s it.
    Ein kleiner Nachteil, der Herberge in Burgos war, dass es sich um ein normales Hostel handelt. Somit war ich die erste, die morgens um kurz vor sieben aus dem Bett gehüpft ist.
    Ich habe also versucht, möglichst leise, meine sieben Sachen zusammen zu packen, habe mich im Bad angezogen und bin in den Gemeinschaftsraum verschwunden, um meinen Rucksack ordentlich zu packen.
    Danach ging es bei kühlen, 1°C los durch die menschenleere Stadt. Leider ist auch der Weg aus der Stadt sehr schlecht beschildert, so, dass ich meine Camino App bemühen musste, um den Einstieg zu finden.
    Nachdem dieser Einstieg gefunden war, hieß es wieder: lauf einfach den anderen mit Muschel hinterher.
    Der Weg führte nach Burgos auf geschotterten Wegen euch Felder und Wiesen auf eine Hochebene. Hier gab es nicht viel zu sehen außer Felder und Weg. Ab und zu gab es andere Pilger die man beim Überholen nett grüßt. Durch meinen Pausentag in Burgos sind nun alle die ich vorher kennengelernt hatte weg. Vielleicht sieht man sich wieder, vielleicht auch nicht. Wer weiß das schon.
    Das gemeinsame Abendessen in der Herberge hatte ich nicht gebucht, da es keine fleischlose Alternative gab. Ich hatte sowieso noch ein paar Sachen in meinem Rucksack die weg mussten.
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  • Castrojeriz

    May 17–18 in Spain ⋅ ☁️ 14 °C

    Trotz zehn Bettzimmer und Schnarcher habe ich recht gut geschlafen. Bin nur zu früh aufgewacht. Nachdem die resolute Irin in unserem Zimmer gestern Abend noch eine Gemeinschaftsentscheidung gefordert hat, und alle sich für 6:00 Uhr Weckzeit ausgesprochen haben, hatte sie wohl überseheen, dass bei der Abstimmung die Koreanerin nicht anwesend war, und so begann diese dann kurz nach fünf ihre Sachen zu packen. Wenigstens war der Wecker lautlos.

    Der Weg geht heute wieder ein Stückchen nach oben und dann ziemlich flach durch eine Eintönige Landschaft mit viel Feldern und Windrädern. Man könnte meinen Mann wandert in Ostdeutschland. Der Weg führte auch durch Hontanas. Auf diesen Ort war ich gespannt. Hape schreibt in seinem Buch von einem mittelalterlichen Ort ohne Autos. Davon ist heute nichts mehr zu sehen. Es ist inzwischen ein ganz normaler Ort wie so viele durch die ich laufe. Mit mehreren Herbergen und Bars.

    Auf dem Weg treffe ich auch das Pärchen aus der Herberge wieder. Die beiden sind Kanadier und sie hatte so einen Muskelkater, dass sie am Vorabend nur mit den Wanderstöcken die Treppe hoch und runter kam, auf dem flachen Weg lief sie langsam mit ihrem Mann. Es ging wohl schon besser. Als ich in der Herberge ankam, starten die beiden gerade vor mir am Checkin. Ich wunderte mich noch kurz, erfuhr dann aber, dass ihr irgendwann die Beine weg gesackt sind und sie ein Taxi für den Rest des Weges bestellt hatten. Bin gespannt, ob ich sie noch mal sehe.

    Da der Weg heute nur 20 km lang war, bin ich auch schon um 13:00 Uhr in Castorjeriz angekommen.
    Seit Horrnillos habe ich endlich ein Management für meine Klamotten.
    Nachdem jetzt endlich gutes Wetter ist, hat die Kleidung auch die Chance, nach der Wäsche zu trocknen. So hatte ich dort alles, was ich die letzten Tage anhatte gewaschen. Jetzt kann ich die Sachen vom Wandern abends kurz von Hand waschen und habe die 2. Garnitur für danach.

    Das Wanderwetter ist perfekt Sonne aber nicht zu warm. Unter 20°. Das entschädigt für die ersten Regentage auf dem Weg. In der Herberge habe ich auch erfahren, dass ich wirklich Glück hatte mit Regen über die Pyrenäen. Vor ein paar Tagen gab es mindestens 10 cm Schnee. Da will ich mich doch nicht beschweren.

    Das Abendessen in der Herberge war so lala. Zuerst ein Rohkostsalat mit Kichererbsen für alle. Da ich kein Fleisch wollte, gab es für mich dann wabbeligen Tofu mit Erbsen und Möhren mit Ofenkartoffeln. Zum Glück haben die anderen von ihren Kartoffeln was übrig gelassen. So konnte ich da nochmal nachschlagen. Die waren nämlich lecker. Der Nachtisch war wieder etwas seltsam. Irgendeine dünne Creme die auf das dreifache aufgeschlagen war. Das sah auf den Bildern auch irgendwie leckerer aus.
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  • Población de Campos

    May 18–19 in Spain ⋅ ☁️ 18 °C

    Die Nacht war… interessant. In der Herberge gehen um kurz nach 21:00 Uhr die Lichter automatisch aus und um 6:00 Uhr wieder automatisch an. Leider hatte ein Mitpilger seinen Wecker auf 5:00 Uhr gestellt und 30 Pilger waren wach. Bis auf der Pilger dem der Wecker gehörte. Irgendwann ist jemand hingelaufen und hat ihn geweckt. Ich habe mir einen Podcast angemacht, denn mein Wecker vibriert eigentlich erst um 6:30 Uhr. Trotzdem konnte ich nicht mehr schlafen. Also irgendwann aus dem Bett gequält angezogen, Rucksack gepackt und zum Frühstück gewackelt. Ich hätte sogar noch ein paar Rühreier abbekommen, wenn der nette Pilger vor mir noch was übrig gelassen hätte. Hat er leider nicht. Wahrscheinlich hat er gedacht er ist der Letzte und kann sich mit dem Rest den Teller vollmachen. Ansonsten ist das Frühstück hier nicht wirklich erwähnenswert. Es ist überall ziemlich gleich. Kaffee, Saft, Toast, Margarine, Marmelade, Cornflakes und irgendwelche abgepackten süßen Küchlein. Jogurt und Obst gibt es auch noch ab und zu. Und heute hätte es Eier gegeben… Egal. Ich schleppe ja noch 2 im Rucksack durch die Gegend.

    Ich habe lange hin und her überlegt was ich machen soll und ein Bett in Fromista und in Bett in Población reserviert. Die Herberge in Población hat nicht die besten Bewertungen. Aus der anderen Seite wird die folgende Etappe dann extra lang. Am Morgen habe ich mich dann gegen Fromista entschieden und meine Reservierung dort storniert.

    Der Weg führte aus Castrojeriz heraus und dann auf einem Kilometer nach oben auf den Mirador del Alto de Mostelares. Ich versuche immer die aktuelle Etappe mit den Beschreibungen im Buch „Ich bin dann mal weg“ abzugleichen und höre dazu immer in die passende Stelle des Hörbuchs rein. Hier muss ich sagen hat er etwas übertrieben. Bergpass…
    Im Buch hört sich das an, als ob man zig Höhenmeter auf einen Bergpass überwinden müsste. In Wirklichkeit sind es gerade mal 150 Höhenmeter auf 1km Länge. Danach geht es auf der anderen Seite dann wieder hinunter und relativ flach durch die Felder.

    Verlaufen kann man sich hier wirklich nicht. Zum einen gibt es unzählige gelbe Pfeile, zum anderen wird man gleich zurückgepfiffen wenn man in eine andere Richtung läuft weil man z. B. einen Busch braucht. Das ist ein Ding das mich hier tierisch nervt. Keine öffentlichen Toiletten! Weder unterwegs an den Rastplätzen noch in den Dörfern durch die man kommt. Während Mann sich an den Baum lehnen und die Wiese düngen kann heißt das für mich immer: Geeignete Stelle suchen, Rucksack runter, hinter den Busch, Rucksack wieder aufsetzen, alles neu einstellen und justieren und dann weiterlaufen.

    Vor Fromista ging es ca. 5km immer an einem Kanal lang. Hier hätte man auch ein Boot nehmen können. Leider fährt es nur Mittwoch bis Sonntag. Also weiter zu Fuß. Die meisten haben heute in Fromista die Etappe beendet. Ich musste noch 4 km weiter. schnurgerade immer an der Straße lang.

    Am Ziel angekommen, gleich mal an der Herberge vorbeigelaufen. Zum Glück ist der Abend nicht so groß.
    Die Herberge war dann auch wie gedacht. Als erstes saß der Italienische Sunnyboy mit Joint im Aschenbecher vor der Tür und mich begrüßt. Soweit ganz nett, ich war trotzdem froh, dass andere Pilger anwesend waren. Ich fand ihn ein bisschen schmierig. Interessant war auch, dass die Übernachtung nur 13 € anstatt den üblichen 15 € kostete, dafür muss dir aber der Einmal Bettbezug für zwei Euro extra dazu gekauft werden. Die Herberge war bis auf die Küche sauber, aber ein bisschen abgewohnt. Auf meiner Matratze war zum Beispiel der Bezug schon abgerubbelt. Als Decken gab es nur kleine, dünne Kinderdecken, maximal 1,50 lang. Somit war das die erste Herberge, in der ich meinen Schlafsack mit Kopfteil voll ausnutzen konnte.
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  • Calzada de la queza

    May 19–20 in Spain ⋅ ☁️ 20 °C

    Nachdem der redewütige Herbergsvater morgens vor 7 wieder anwesend war und angefangen hat die Betten abzuziehen und die Pilger zu beaufsichtigen, habe ich geschaut, dass ich meine sieben Sachen packe und loslaufe. Zum Glück hat eine der Pilgerinnen italienisch gesprochen. Somit hatte er jemand mit dem er beschäftigt war.

    Der Weg ging auch weiterhin ganz unromantisch an der schnurgeraden Straße entlang. Irgendwann kam von hinten ein schnellerer Pilger der auf meiner Höhe langsamer lief. Er war Pole und wir uns eine Weile nett unterhalten. Irgendwann meinte er, dass er nun genug Pause gemacht und läuft weiter.

    Als Nächstes kam ein Spanier. Dieser sprach zu meinem Erstaunen deutsch. So haben wir uns bis nach Carrion de los Condes unterhalten. Dort angekommen ging er in eine Bar um seine Schwester zu treffen und ich in den Supermarkt.

    Nach Carrion tauchte der Pole wieder auf. Ganz plötzlich. Eigentlich hatte er mich ja überholt und ich hatte ihm am Ortsausgang noch vor mir gesehen. Dieses Mal wollte er auch nicht mehr gehen. Er lief mit mir fast bis zum Ziel. Das war leider etwas anstrengend. Die Unterhaltung war am Anfang ok. Leider sprach er etwas schlechter Englisch als ich und manche Dinge verstand er nicht. Das Smartphone als Übersetzungshilfe von Polnisch auf deutsch half auch nicht weiter. Es gab nicht so wirklich Sinn.
    Wir versuchten es also auf Englisch weiter. Er erzählte mir, dass er einen sehr eindrücklich Traum von Saantiaago hatte. Danach hat er zwei Tage überlegt und wusste dann, dass er nach Santiago laufen muss. Er ist von Polen bis Monaco gelaufen. Dort habe er dann erfahren, dass er den Jakobsweg von überall laufen kann. Daraufhin hätte er sich in Frankreich einen Pilgerpass besorgt und seit dem sei er ein Pilger.
    Irgendwo sei ihm dann sein Rucksack mit allem drin geklaut worden. Nette Menschen hätten ihm aber Sachen geschenkt und er konnte weiterfliegen. Inzwischen findet er es aber garnicht mehr schlimm. Jetzt sei er frei. Ob ich meine Herbergen verbuche wollte er wissen. Ich sagte ihm, dass ich das am Vortag mache. Daraufhin meinte er, dann könne ich ja garnicht so laufen wie ich Lust habe. Er läuft immer so lange wie er Lust hat.
    Richtig. Wenn man alle Zeit der Welt hat kann man das machen. Ich nicht. Mein Rückflug ist gebucht.
    Es stellte sich im laufe der Zeit heraus, dass er doch etwas abgedreht war und mich ziemlich nervte. Leider hatte er es plötzlich nicht mehr so eilig nach Santiago zu kommen. Bis zu folgendem Punkt:
    Nachdem die Sonne brannte ganze Zeit und ich hielt irgendwann an um meinen Sonnenschutz im Gesicht zu erneuern. An einer Stelle hatte ich die. René offensichtlich nicht gut verrieben und er kam auf mich zu und wollte mir helfen. Ich habe ihm ziemlich deutlich gemacht, dass er es ja nicht wagen soll mir ins Gesicht zu fassen. Ich hasse das. Egal von wem. Hab ich schon bei Mama gehasst…
    Er meinte dann noch was von „Das denkst du?“ und weg war er. Keine Ahnung was er verstanden hatte oder verstehen wollte. Die letzten 5 km konnte ich auf jeden Fall alleine geniessen.
    Calzadia versteckt sich wirklich bis kurz vorher. Man sieht zwar den Turm des Friedhofs der außerhalb liegt, nicht aber die Stadt. Als sie dann aufgetaucht ist, war meine Freude um so größer, weil meine Herberge gleich am Ortseingang lag. Wie jeden Abend wurde ich begrüßt und bekam eine kurze Einführung in die Regeln und die Örtlichkeit. Nachdem ich ins Bad kam, stand da tatsächlich der Spanier. Enrique heißt der Guteste. Er hat sich doch tatsächlich von seiner Schwester zur Herberge fahren lassen.
    Leider war der Pool im Garten (noch) geschlossen. Wobei ich nicht weiß ob er wirklich benutzt wird, so wie er aussah eher nicht.
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  • Sahagún

    May 20–21 in Spain ⋅ ☀️ 22 °C

    Zum Frühstück gab es diesesmal nur den Becher Tiramisu vom Vortag. Noch einmal 20 km bei Sonnenschein hätte der Becherinhalt wahrscheinlich nicht durchgehalten.
    Los ging es. dieses Mal auf eine kurze Etappe von 22km bis nach Shagun. Halbzeit!
    der 20. Mai. Am 2. Mai bin ich losgelaufen. Minus 1 Pausentag macht 17 Etappen.
    Laut Camino-App sind es noch 370 km. Die App schlägt auch hier 17 Etappen vor. Damit wäre ich am 6. Juni in Santiago. Perfekt. Somit habe ich dann noch 1 Woche bis zum Meer und wieder nach Santiago zum Flughafen.

    Auf dem Weg nach Sahagún war das Wetter wieder optimal. Die Füße waren auch nach den 30 km am Vortag nicht beleidigt und so lief es ganz gut. Die Etappe war nur 22 km lang und das Zimmer reserviert, deshalb musste ich mich nicht beeilen.

    Im übernächsten Ort könnte ich mir eine Pause und traf zufälligerweise wieder auf den polnischen Pilger vom Vortag. Er lief dann glücklicherweise weiter und ich konnte in Ruhe meinen Kaffee in Ruhe genießen.

    In Sahagún angekommen, musste ich kurz nach meiner Pilger Herr Berge suchen, fand sie dann aber relativ schnell. Es gab einen herzlichen Empfang, bei dem mir alles erklärt wurde. Danach zeigte mir der Hospital Nero mein Zimmer. Ich hatte ein Einzelzimmer gebucht. Dies hatte sogar ein eigenes Bad. Es war ein bisschen komisch nach den ganzen Tagen in irgendwelchen Schlaf Seelen plötzlich ein Zimmer nur für sich zu haben.

    Abends gab es ein gemeinsames Abendessen. Die Herberge serviert im ersten Gang, Nudeln oder Suppe. Der zweite Gang wird von den Pilgern mitgebracht. So gab es eine bunte Mischung von Pizza Salat, Brot und anderen leckeren Dingen auf dem Tisch.
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  • Reliegos

    May 21–22 in Spain

    Die Nacht war trotz Einzelzimmer leider nicht so ganz entspannt, da mein Zimmer zum einen zur Straße rausging, wo immer wieder Autos und Menschen mit lautem Getöse vorbeikamen, zum anderen war diese Pilger Herberge sehr kalt. Ich hatte am Nachmittag schon das Fenster geöffnet, um ein wenig Wärme ins Zimmer zu lassen, leider hatte das nur mäßige Erfolg.

    Ich packe also wieder meine Sachen ein und machte mich auf den Weg. Heute gab es leider nur zwei Möglichkeiten: 15 km und somit drei Etappen bis nach Leon oder 30 km mit nur zwei. Ich habe mich für die zweite Variante entschieden. Da der Weg auch heute wieder recht flach war, war diese Entfernung kein Problem. Inzwischen wird es hier immer heißer und das gehen bei 25° teilweise in der prallen Sonne, machte mir schon etwas zu schaffen.

    So kam ich dann auch erst kurz vor 16:00 Uhr in der Herberge an. Ich bekam trotzdem noch ein Bett.
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  • León

    May 22–23 in Spain ⋅ ☁️ 29 °C

    Seit gestern ist das Wetter hier in Spanien so, wie man sich das Wetter in Spanien vorstellt. Fast 30 Grad und Sonne. Dazu ging auch heute der Weg fast die ganze Zeit an der Straße lang. Meist auf einem gelbgeschotterten Feldweg. Es gibt schönere Wanderungen.

    In Villarente habe ich mir dann etwas zu essen besorgt und eine schöne lange Pause am nächten Rastplatz gemacht. Von dort aus habe ich mir auch ein Bett im Hostel in Leon gebucht. Sicher ist sicher. Außerdem musste ich meine Sonnenbrille reparieren. So ging es gut gestärkt zum letzten Stück der heutigen Etappe: Durchs Industriegebiet und über den Autobahnzubringer nach Leon.

    Nachdem ich mich und meine Sachen versorgt hatte, ging es ins Einkaufszentrum gegenüber. Technikshopping. Zum einen habe ich vor ein paar Tagen meinen rechten Kopfhörer verloren, zu anderen hat mein Ladegerät für die Uhr den Geist aufgegeben. Zum Glück fand ich nach etwas Suchen das was ich brauchte.

    Ich hatte total Lust auf einen Burger. Zum Glück gab es nebenan einen BK. Ich habe mir ein Menü gegönnt und hatte mich danach am liebsten auf die Bank gelegt und geschlafen. So viel hatte ich schon lange nicht mehr gegessen. Irgendwann habe ich mich dann doch auf den Weg zu meinem Bett gemacht.

    Leider war es auch in der Herberge so warm, dass ich einige Zeit gebraucht habe um einzuschlafen.

    Die nächsten Tage werden laut Wetterbericht sehr warm. Mal sehen wie gut ich dabei vorwärts komme.
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  • Villadangos del Páramo

    May 23–24 in Spain ⋅ ⛅ 25 °C

    Was ich die letzten Tage gefroren habe, schwitze ich jetzt. Die Nacht war anstrengend. Es war warm, das Fenster war auf um etwas kühle Luft in den Raum zu lassen und dadurch war es laut, weil die Herberge an einer Hauptstraße liegt. Mimimi

    Egal. Um 6:30 Uhr hat sich der Wecker bemerkbar gemacht und ich mich nochmal umgedreht. Ein Bett in der Herberge hatte ich schon am Vortag klar gemacht und bis dorthin waren es nur 22 km. Somit ging es wiedereinmal um ca. 8 Uhr los.
    Meine Bettnachbarin hatte sich schon eine halbe Stunde vorher auf den Weg gemacht. Sie ist aus Deutschland und mit dem Fahrrad von Wesseling bis nach Spanien gefahren. Sie braucht bis nach Santiago ebenfalls 6 Wochen. Ich habe ganz vergessen zu fragen wie sie heim kommt.
    Leider war der Weg auch in León, nennen wir es mal „dezent“ ausgeschildert. 2x bin ich falsch abgebogen. Kaum war ich in der Altstadt habe ich schon wieder andere Pilger gesehen und bin einfach hinterhergelaufen.

    Der Weg aus der Stadt war wie der Weg in die Stadt: Industriegebiet, Autobahnzubringer, Weg an der Straße entlang. Das war heute der letzte Tag. Ab Morgen geht’s wieder mehr in die Pampa. Leider gab es heute auch weniger Schatten als gestern. Egal. Ich bin einfach gelaufen. Die Füße machen das schon fast von alleine. Ab und zu kam sogar ein bisschen Wind auf. Das war sehr angenehm. Ärgerlich war allerdings, dass in den nächsten 2 Dörfern die Trinkwasserbrunnen abgestellt waren. Am dritten Brunnen gab es dann endlich Wasser. Und eine Bank! Im Schatten! Also ersteinmal Pause machen.

    Am Ziel angekommen war der Hospitalero schwer im Stress. Das erste was er mir dann sagte war: Es gibt keine Betten mehr. Ich habe innerlich schon mit den Augen gerollt und mich darauf eingestellt ihm zu erklären, dass ich reserviert habe. Es wurde aber schnell klar, dass er nur witzig sein wollte. Also Formalitäten abschließen, alles zeigen lassen, duschen, Wäsche. Und dann…
    Dann habe ich mich an die Bar gesetzt und einen Café von Leche getrunken. Ganz in Ruhe. Nebenher habe ich überlegt wo ich morgen übernachten will. Während dessen kamen neue Pilger an. Unter anderem auch Axel. Ihn hatte ich auf dem Weg nach Burgos getroffen und dachte, dass ich ihn durch meinen Tag Pause nicht mehr wiedersehe. Er war so dabei dem Hospitaliero zu folgen, dass er mich garnicht gesehen hat. Nebenbei hat ein Koreaner versucht sich mit mir per Übersetzer zu unterhalten. Er sprach leider kein Englisch und es hat weder mit ChatGPT noch mit dem Google Übersetzer wirklich funktioniert. Es war einfach zu laut im Raum. Da ich sowieso mein Handy laden musste, habe ich mich dann auch von ihm verabschiedet.

    Die Herberge hat sich gelohnt. Auch wenn sie 3,-€ teurer war als die durchschnittliche Herberge. Aber sie ist neu, sauber und sie ist durchdacht. Keine wackeligen Metallbetten bei denen man seekrank wird wenn der Bettnachbar sich umdreht. Stabile Kojenbetten mit Vorhang. Da wackelt nichts. So hat jeder seine Schuhschachtel mit Leselampe, Ablage und Steckdose. Unter jeder Einheit gibt es eine große Schublade für den Rucksack. An der Rezeption gab es auch schon 3 große Schubladen für Schuhe. Nur die Größe der Duschen… es könnte ein bisschen größer sein. Immerhin sind Männlein und Weiblein getrennt. Somit kann man sich dann auch außerhalb der Duschkabine umziehen.

    Ich habe dann noch eine Runde durchs Dorf gedreht. Dabei fing es tatsächlich an zu tropfen. Ich dachte an meine Wäsche und machte mich so schnell wie möglich auf den Rückweg. Der Hospitaliero war schneller. Er hatte alles abgenommen und in den Waschraum gepackt. Als ich meine Sachen auf einer Bank zusammengelegt habe lief plötzlich Axel ziemlich aufgeregt an mir vorbei. Er hatte auch Wäsche draußen hängen die er jetzt panisch suchte. Auf Englisch fragte er wo sie sei. Er merkte nicht einmal, dass ich ihm auf deutsch antwortete. Erst als er mit der Wäsche in der Hand wieder zur Tür reinkam war er wieder normal und wir haben uns kurz unterhalten. Wir waren uns einig, dass morgen früher loslaufen besser ist. Zum einen weniger warm, zum anderen sind es 30 km. Danach ging es auch schon ins Bett. Manch liegen doch tatsächlich schon um 20:30 Uhr in ihren Betten und schlafen. Ich nicht. Vor 22:00 Uhr ist sowieso keine Ruhe.
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