• Triacastela

    May 30–31 in Spain ⋅ ☁️ 22 °C

    Eigentlich wollte ich früher los weil ich 24 km zu laufen hatte. Dann hatte ich mich allerdings beim Frühstück als deutsche geoutet und mich verquatscht. So wurde es dann wieder kurz nach 8 Uhr.

    Also dann… Aufstieg Teil 2.

    Es war wieder einmal schön kühl am Morgen. Der Weg nach O Cebreiro ging fast die ganze Zeit bergauf. Dies wurde mir ja schon angekündigt und dass es die schrecklichste Etappe auf dem ganzen Weg sei. Am Ende dachte ich mir: Hätte ich mir schlimmer vorgestellt.

    Auf dem Weg passiert man die Grenze nach Galizien. Nun soll sich das Klima ändern, denn der näherrückende Atlantik macht sich bemerkbar. Enrique, mit dem ich schon vor längerem auf dem Weg unterhalten hatte, prophezeite mir auch Regen. Ich hoffe doch nicht. Regen war am Anfang genug.

    O Cebreiro selbst ist ein kleines Dorf am Berg mit einer grandiosen Aussicht auf 1300 m Höhe und Steinhäusern in denen sich Herbergen und Bars verstecken. Hier wäre es nicht verwunderlich, wenn plötzlich ein Mönch mit einer Mittelalterlichen Kutte um die Ecke kommen würde.

    Leider war der Aufstieg hier noch nicht zu Ende. Es warteten noch 2 Pässe. So ging es weiter. Ein bisschen bergauf, dann wieder ein bisschen bergab, um gleich wieder bergauf zu gehen. Plötzlich war er dann da. Der Pilger, der gegen den Sturm kämpft, auf dem Alto de san Roque auf 1270 m mit grandioser Fernsicht. An der Straße ging es dann erst abwärts an der Landstraße entlang. Kurz vor dem Alto de polo gab es dann einen kurzen steilen Aufstieg in der prallen Sonne. Ich hatte wirklich zu kämpfen diesen Feldweg nach oben zu klettern. Das Beweisfoto sieht natürlich wieder aus, als ob der Weg fast waagerecht wäre.

    Jetzt war es endlich geschafft. Das waren die letzten Berge mit diesen Höhen. Es ging bis Triacastela fast nur noch bergab. Erst gemächlich. Dann steiler. Zum Schluss kam ich durch ein Geisterdorf mit höchstens 2 oder 3 Einwohnern. Das erkannte ich auch nur an einem abgestellten Rollator. Alle anderen Häusser sahen aus wie seit Jahren nicht bewohnt.

    Das Wetter war sehr seltsam. Von O Cebreiro sah man ja schon die dicken Wolken im Tal liegen. Durch die musste ich teilweise durch. Die Sonne schien über der Wolke, kam aber nicht ganz durch. Das ergab ein seltsames Wetter. Es war kühl und etwas nebelig, gleichzeitig merkte man aber die Wärme der Sonne.

    Wie erhofft war in Triacastela noch ein Bett in der Herberge frei. Dabei lernte ich Felix kennen. Schüler aus Oberndorf am Neckar und Fußballfans. Er ist in Leon losgelaufen und läuft auch mal 40 km am Tag. Ohne Wanderführer und ohne Smartphone. Respekt.
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