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Jakobsweg 2026

Nach zehn Jahren bin ich endlich an der spanischen Grenze. Jetzt kann das eigentliche Abenteuer Jakobsweg beginnen.
Erwartet keine großen Storys. Auf dem Weg ist ein Tag fast wie der Andere.
WALK EAT SLEEP eben.
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  • Pamplona

    5 мая, Испания ⋅ ⛅ 7 °C

    Heute Morgen in Zubiri ging es nach einem Kaffee und einem süßen Stückchen aus dem Automaten, dann auch endlich kurz nach 8:00 Uhr los. Die Schuhe waren noch nass. Die Socken waren klamm, aber nach den ersten
    100 m merkt man davon nichts mehr. Schnell noch die Wasserflaschen am ersten Brunnen aufgetankt und weiter geht’s, natürlich als erstes den Berg hinauf. Wie sollte es anders sein?
    Ich war happy. Das Wetter war nicht allzu warm und sonnig. Naja. Bis ca 10 Uhr. Dann hieß es wieder: „Let it rain.“
    Zum Glück wurde man danach wieder trockengepustet um nach der Mittagspause wieder geduscht zu werden. 🙄
    Kurz vor Plampona hatte das Wetter dann ein Einsehen. Sonne bei 13 Grad. Also perfektes Wanderwetter. Dies hielt sogar bis ich in der Herberge war. Ich hatte mir schon vor langer Zeit die Herberge Casa Paderborn ausgesucht und ich hatte auch hier Glück. Ich bekam ein Bett, einen herzlichen Empfang und einen neuen Pilgerpass. Der alte Pilgerpass war mit mir schon die paar Km von Genf bis hierher gelaufen und nun voll. Perfekt.
    Nach der Dusche und einer kurzen Pause ging es dann in die Stadt. Was soll ich sagen? Hier gibt es tatsächlich einen Aufzug der nach oben zur Altstadt fährt.
    An der Stierkampf Arena vorbei habe ich einen Decathlon entdeckt. Ich hätte mir gern ein paar Stulpen gekauft, damit es nicht mehr regnet. Leider hatten sie keine und die Regenhose war mir zu voluminös. Okay, dann eben nicht. Ich lief also kreuz und quer durch die kleinen Gassen der Stadt, auf dem großen Platz auf eine Bank in die Sonne gesetzt mir noch ein Abendessen gekauft und bin dann zurück in die Herberge. Zähneputzen. Ab ins Bett.
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  • Zubiri

    4–5 мая, Испания ⋅ 🌧 11 °C

    Der Tag begann vielversprechend. Wolkig aber trocken und ab und zu sogar sowas ähnliches wie Sonne.
    Leider hielt das nicht ewig. Schon regnete es wieder. Alles gemäßigt und mit anschließendem Sonnenschein. Auch meine Mittagspause konnte ich in der Sonne genießen. Aber kaum lief ich weiter begann es zu regnen. Tendenz steigend. Bis das ganze irgendwann in ein handfestes Gewitter gipfelte.
    Na prima. Es goss mal wieder wie aus Eimern und der Wasserpegel in den Hosenbeinen und danach in den Schuhen stieg mal wieder. Das ganze auch noch auf einem abschüssigen Weg.
    Klitschnass kam ich dann auch wieder in der Herberge an. Nach der obligatorischen Dusche ging es dann auch schon besser.
    Danach war Essen und Wäsche waschen angesagt. Und kaum waren alle Pilger in der Herberge kam auch schon die Sonne raus. Als ob es Absicht wäre.
    Die Wäscheständer wurden in die Sonne gestellt, ebenso die nassen Schuhe.
    Ich war mit 3 Jungs aus Deutschland, einer Italienerin und einem asiatischen jungen Mann im Zimmer untergebracht.
    Derjenige der das Stockbett mit mir teilen durfte siezte mich ganz brav (hab ich gleich abgestellt) und als ich ihm gesagt hatte dass er in meinem unteren Bett liegt, dass es mir aber nichts ausmacht, hatte ich echt zu kämpfen, dass er nicht gleich ganz reumütig nach oben zieht. Manchmal komme ich mir schon vor, als ob ich aussehe wie 60.
    Auf der Bank in der Sonne hatte ich da noch ein nettes Gespräch mit Brian, bevor es dann ganz brav ins Bett ging.
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  • Roncesvalles

    3–4 мая, Испания ⋅ 🌧 15 °C

    Wie war das nochmal mit Murphys Gesetz? Lächle und sei froh…
    Ok. Wir wollen mal nicht ungerecht sein. Heute war weniger Regen als gestern. Dafür gab es dazu einen Wind wie an der Küste. Da Tagen die Regentropfen im Gesicht richtig weh. Dazu gab es dann noch ein bisschen Nebel der langsam über den Berg geschwappt ist. Jetzt kann ich Hape ein bisschen nachfühlen. Wenigstens tat bei mir die Rolandsquelle. 😊
    Auf der anderen Seite des Berges war es dann ein bisschen besser. Da ich keinen Stock dabei hatte, hab ich mich für den längeren, dafür nicht so steilen Weg entschieden.
    In Roncesvalles mussten erst die bürokratischen Dinge für die Anmeldung erledigt werden. Das hat ein bisschen länger gedauert, da die Registrierungsmail 3x nicht ankam.
    Die eigentliche Anmeldung ging dafür umso schneller. Ich bekam 3 kleine Zettel. Bett, Abendessen und Frühstück.
    Beim Abendessen kam ich dann mit einem Architekten aus Bayern ins Gespräch. Er ist von Augsburg mit dem Fahrrad losgefahren. Er hat sich dafür 8 Wochen Zeit genommen. Keine Ahnung wie er hieß. Namen sind sowieso Schall und Rauch…
    Hoffentlich kommt das bestellte Wetter aus Deutschland bald an. Ich erwarte ja nichtmal Sonne, aber es könnte so langsam mal aufhören zu regnen. 🙄
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  • Orrison

    2–3 мая, Франция ⋅ 🌧 16 °C

    Etwa ab dem halben Weg begann es zu regnen. Stellenweise kam auch noch heftiger Wind dazu. Bis ich in Orisson war, hat alles getropft. Ich war nass bis auf die Unterhose. Trotz Regencape. Die Schuhe sind zum Glück wasserdicht. Allerdings in beide Richtungen. Sie sind irgendwann von der Hose her einfach vollgelaufen. 🥴
    In Orrison gab es dann erstmal eine heiße Dusche und danach ein warmes Abendessen. Dann sah die Welt schon wieder ganz anders aus.
    Hoffentlich wird das Wetter morgen besser.
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  • St. Jean pied de Port

    2 мая, Франция ⋅ ☁️ 21 °C

    Ich bin wieder da. Als ob ich einfach weiterlaufen würde. Nur die Jahreszahl hat sich verändert.
    Als erstes geht es vom Bahnhof Richtung Altstadt und dann hoch zur Zitadelle. Das Pilgerbüro öffnet erst um 14 Uhr.
    Dort oben habe ich dann wieder Fotos gemacht und meine Sachen etwas geordnet. Das Optimum ergibt sich sowieso erst nach und nach.
    Nachdem es dann 14 Uhr war und ich zum Pilgerbüro gelaufen bin, stand da eine Schlange mit Leuten. Daraufhin hab ich beschlossen ich brauch doch nicht gleich einen neuen Pilgerpass.
    Wäre ich bloß gleich losgelaufen.
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  • Bayonne / Biarritz

    1–2 мая, Франция ⋅ ☁️ 20 °C

    Frei nach Asterix: Die spinnen die Franzosen!
    Auf der Fahrt nach Bayonne kam in Dax plötzlich der Schaffner ins Abteil und hat alle rausgeschmissen. Wir mussten in den vorderen Zugteil umsteigen. Warum? Keine Ahnung.
    Es ist ein bisschen wie im Horrorfilm. Auch im ersten Zugteil gab es dann wieder einen Wagen 11 und Platz 175. Und er war frei! Ich weiß ganz genau, dass der Wagen in Paris noch eine andere Nummer hatte. Da ich aber nur noch eine halbe Stunde zu fahren hatte und sowieso nicht verstehe was die Leute hier sagen, habe ich mich einfach auf meinen (alten) neuen Platz gesetzt. Wie erwartet kam auch niemand mehr und wir kamen mit 5 minütiger Verspätung in Bayonne an.
    Das Hostel war schnell gefunden. Ich bekam mein Bett im zugeteilt und war froh, dass ich doch noch angekommen war.
    Am nächsten Morgen ging es dann auch gleich früh weiter. Ich hatte mir in den Kopf gesetzt, dass ich noch zum Strand fahre. Letztes Jahr war das mein letzter Stopp auf der Heimfahrt. Dieses Jahr starte ich zufällig genau am gleichen Tag. Das muss doch dokumentiert werden. 😊
    Und so saß ich morgens um 8 wieder auf der Mauer am Strand und mache Bilder von Hähning und dem Meer.
    Danach ging es mit dem Bus zurück zum Bahnhof und dann auf das letzte Stück zum eigentlichen Startpunkt in Saint-Jean-Pied-de-Port.
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  • Paris

    1 мая, Франция ⋅ ⛅ 24 °C

    Hier hatte ich mir eigentlich vorgenommen, den Stadtteil Montmartre zu erkunden. Der fiel beim letzten Paristrip leider aus.
    Da ja aber der Nachtzug gecancelt wurde und ich umdisponieren musste, hatte ich nun weniger Zeit. Ich bin aber auch Schwabe und habe die Tageskarte für den Stadtverkehr schon gekauft. Und genau deswegen bin ich trotzdem hingefahren um wenigstens ein paar Eindrücke zu sammeln.

    Leider hatten auch zigtausend andere die gleiche Idee. Wenigstens war das Wetter schön.
    Der Friedhof war trotzdem irgendwie gruselig. Da ist alles vollgestellt. Teilweise kommt man fast nicht zwischen den Gräbern durch.
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  • Straßburg

    1 мая, Франция ⋅ ☀️ 18 °C

    Es geht los!
    Lange geplant, 10 Jahre Anbahnung…fast wie ne Hochzeit. Nur, dass die schneller vorbei ist.

    Ich bin gespannt was auf dem Weg passiert. Körperlich, seelisch und geistig.

    Die Anfahrt nach Straßburg hat schonmal gut geklappt und der Zug ist pünktlich. Der Zug der Deutschen Bahn den ich noch unter Beobachtung hatte, mal wieder nicht. Zum Glück sind wir mit dem Camper bis nach Straßburg gefahren.

    Garde als ich versucht habe die Anzeigetafel zu verstehen, wurde das Gleis für meinen Zug freigeschaltet. Dann ging’s mit gefühlt 1000 anderen Reisenden zum Zug. Platz suchen, Gepäck verstauen.

    Bei strahlendem Sonnenschein geht’s nun Richtung Paris.
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    Начало поездки
    1 мая 2026 г.