Omaha Beach
September 5, 2024 in France ⋅ ☁️ 17 °C
Am Mittag sind wir bei herrlichstem Regenwetter zum Omaha Memorial Center losgezogen. Emma hat sich währenddessen im Wohnmobil ausgeruht und konnte vermutlich die zahlreichen Wohnmobile beobachten, die vergeblich versucht haben die matschige Einfahrt zum Stellplatz hochzufahren.
Die Ausstellung im Museum hat die Geschehnisse am 06. Juni 1944, dem D-Day, den Vorbereitungen, sowie den Wochen danach sehr eindrucksvoll dargestellt. Am Omaha Beach sind an diesem Tag die meisten Soldaten gefallen, da die Fliegerbomber hier am Morgen den Atlantikwall verfehlt hatten. Die Amerikaner waren wohl kurz davor gewesen aufzugeben, haben es aber bekanntermaßen doch geschafft den Strand und später das Dorf Saint-Laurent-sur-mer, in dem wir übernachtet haben, einzunehmen. Schnell wurde ein provisorischer Hafen, der jedoch nur nach wenigen Wochen durch einen Sturm zerstört wurde, sowie ein Flugfeld errichtet. Primäre Aufgabe der Flieger war es zunächst Verwundete nach England zu fliegen, was vorher auf dem Flugweg noch nie gemacht worden ist. 90% der über 11.000 so im Juni und Juli 1944 abtransportieren Verwundeten haben überlebt. Mit einem etwas beklommenen Gefühl und zahlreichen neuen Eindrücken sind wir zurück zum Wohnmobil gelaufen, um Emma abzuholen. Jetzt hatte es auch aufgehört zu regnen und die Sonne schaute sogar mal vorbei.
Emma durfte dann mit uns an den Strand laufen, vorbei an einer von zwei nicht im Krieg zerstörten Villen. Unten haben uns zwei Denkmäler zu Ehren der mutigen Soldaten, primär Amerikaner, Kandadier und Briten, erwartet, die am D-Day fünf Strandabschnitte befreit haben. Highlight für Emma war der Sandstrand, auf dem man so herrlich flitzen und Mäuschen suchen konnte. Außerdem hat sie zwei tolle Spielkameraden gefunden.
Am Strand entlang sind wir zum Widerstandsnest WN65 gelaufen, aus dem die Deutschen die Alliierten bei deren Landung stark beschossen haben. Hier ist auch im Frühjahr anlässlich des 80-jährigen Jubiläums eine weitere Gedenkstätte durch die Amerikaner eröffnet worden.
Der Rückweg ging über eine Schafswiese und am alten Flugplatz der Alliierten vorbei. Am Stellplatz angekommen, haben wir uns auch noch die Informationstafeln im Innenhof des "Masion de la Libération" angeschaut und haben festgestellt, dass wir mit dem Wohnmobil auf einem ganz geschichtsträchtigen Ort Unterkunft gefunden haben. Der Stellplatz ist nämlich das ehemalige Land der Familie Poirée, die als erste Familie nach Landung am Omaha Beach befreit worden ist und in deren Garten sowohl deutsche Soldaten, als auch ein verunglückter amerikanischer Fallschirmjäger ums Leben gekommen sind.
Anschließend konnten wir auch noch die Ankunft des ersten und einzigen erfolgreichen Neuzugangs beobachten. Wir bleiben wohl heute mit 3 anderen Campern alleine.Read more











