Bei Regen durch den Regenwald
February 19 in Costa Rica ⋅ ⛅ 27 °C
Der amerikanische Kontinent hat, wie uns erklärt wurde, einige Besonderheiten.
Dazu gehört, dass es anders als in Europa mit den Alpen keine Ost-West-Gebirge gibt, sondern die hohen Berge alle Nord-Süd ausgerichtet sind.
Das hat die Wirkung, dass eine Kaltfront von der Arktis, wenn sie sich einmal auf den Weg macht, nicht nur Schnee in New York, sondern auch relative Kälte (nur 25 Grad) nach Mittelamerika bringt. Auf dem Weg nimmt sie dann noch so richtig viel Wasser aus dem Golf von Mexiko auf und lässt es in der Karibik wieder los.
Genau so war das Wetter über die ganze Nacht und am Morgen.
Alles nicht tragisch, wenn man nicht gerade eine Verabredung mit einem deutschen Biologen, der seit fast 30 Jahren hier lebt, für eine Tour in das Manzanillo-Schutzgebiet hat.
Also sind wir samt Regenschirm um 6 Uhr morgens an seinem Auto erschienen.
Wir ließen uns auch von seiner Warnung, dass es sehr nass und sehr matschig werden würde, nicht schrecken - im Gegensatz zu drei weiteren potentiellen Gästen.
So zogen wir also nach kurzer Fahrt zu viert los: Rolf in kurzer Hose und Shirt, seine Frau Juanita mit richtiger wetterfester Jacke und Gummistiefeln und wir in Regenjacke und Poncho gehüllt und wie Rolf mit Wanderschuhen.
Die Tour war nass und matschig, die Wege teilweise eher Rutschpartien, sämtliche Sachen innerhalb von kurzer Zeit triefend bis auf die Haut,
aber trotzdem war es schön und lehrreich.
Sämtliche für einen Europäer fest mit der Karibik verbundenen Klischees - Palmen, Bananen, Mangos, Ananas, Kokosnüsse - sind alle nicht von hier, sondern zum Teil von den Europäern, zum Teil viel früher wahrscheinlich von Polynesiern aus Asien und Afrika hergebracht worden.
Kakao ist aus Mittelamerika, schon die Inka haben seine belebende Wirkung gekannt, ihn aber traditionell mit Mais und Chili getrunken.
Kolumbus hat ihn gekostet und das bittere Zeug ausgespuckt, als er 1503 das erste Mal damit in Berührung kam.
Erst seine Nachfolger schickten Kakao an den spanischen Hof, wo man ihn mit Zucker mischte und so unsere heutige Schokolade erfand.
Es gibt in Mittelamerika keine großen Tiere wie Elefanten, Bären oder ähnliches. Das war aber nicht immer so. Während der Eiszeiten flüchteten wahre Giganten aus Nordamerika vor dem Eis, Mammuts liefen durch die Wälder, Riesenfaultiere mit 5 Meter Standhöhe waren unterwegs. Und manche Bäume erinnern sich heute noch daran und haben beeindruckende Stacheln bis in Fresshöhe der damaligen Pflanzenfresser.
Das Frühstück mit selbst gebackenem Brot und noch warmen Eiern sowie Kaffee und Tee gab es unter einer auf Stelzen gebauten Hütte mitten im Wald.
Irgendwann hörte auch der Regen auf, sogar die Sonne erschien. Sämtliche Vögel holten ihr Frühstück nach, das Faultier, das wir auf dem Hinweg noch zusammengekauert auf einem Baum gesehen hatten, hing jetzt an einem Ast in der Sonne zum Trocknen.
Faultiere müssen keine Kraft aufwenden zum Festhalten, sondern zum Lösen ihrer Zehen, sehr praktisch als Baumbewohner.
Der Rest des Tages verging mit Duschen, Sachen zum Waschen abgeben und relaxen.Read more






















