• Tag 46 - Museum Almaty

    10. august, Kasakhstan ⋅ ☀️ 33 °C

    Nur Arnd:
    Heute waren wir im Zentralen Staatlichen Museum der Republik Kasachstan. Das ist das große Haus neben unserer Unterkunft, wir mussten also nicht weit laufen. Leider war wieder das Fotografieren mit richtiger Kamera verboten. Die haben noch nicht bemerkt, dass man heutzutage mit Smartphones exzellente Bilder machen kann. Das Gebäude selbst ist von 1985, also noch aus sowjetischer Zeit. Es ist groß und wirkt ziemlich modern.

    Es gibt dort Ausstellungen zur Geschichte Kasachstans, beginnend bei den ersten Hominiden, die man hier gefunden hat. Am Anfang stehen sogar einige Dinosaurierknochen und ein Skelett eines Mammuts. Hea-Jee gefielen besonders die Mammuthaare.

    Kasachstan ist ganz überwiegend eine karge Gegend, nur ganz im Süden gab es kultivierbares Land. Und es haben auch nicht so viele Menschen hier gelebt. Deshalb verwundert es nicht, dass die einzelnen Zivilisationsschritte hier etwas später auftraten. Auch gab es lange ein Nebeneinander von nomadischen und sesshaft lebenden Menschen.

    Ich denke, der große Unterschied zu den Zivilisationen im Mittelmeerraum und Europa entstand durch die Domestizierung der Pferde und ihre große Bedeutung hier. Wie und wo die Pferde domestiziert wurden und wie genau das ablief ist noch nicht wirklich geklärt. Aber in Zentralasien haben sie die Geschichte geprägt. Lange Zeit diente das Pferd nur als Nahrung und Rohstoff. Erst das domestizierte Pferd brachte etwas revolutionär neues, eine dramatisch erhöhte Geschwindigkeit der Fortbewegung womit man die weiten Räume in Zentralasien erschließen konnte. Dazu kam die Kombination des Reitens mit Pfeil und Bogen, was in Zentralasien schon sehr früh zu hoher Perfektion entwickelt wurde. Für sehr lange Zeit war der berittene Bogenschütze die gefährlichste Kriegswaffe der Welt. Schon die Römer wurden sehr erfolgreich von den Hunnen bedrängt. Um 1240 AD haben die Mongolen fast Europa eingenommen. Das ist nur durch einen Zufall nicht passiert, ihr Großkhan war gestorben und der Heerfűhrer musste zur Wahl des Nachfolgers zurück und diese Wahl zog sich lange hin. In Ungarn und Polen und im Rest Asiens haben sie verheerende Verwüstungen angerichtet.

    In den weiteren Ausstellungen ging es um neuere Geschichte. Interessant war eine Serie von Vitrinen, in denen Kleidung und verschiedene Objekte von Bevölkerungsgruppen gezeigt wurden, die hier leben und oft nicht freiwillig hergekommen sind. Es waren insgesamt 19 Vitrinen, darunter Deutsche, Polen, Ukrainer, Belarussen, Russen, Juden und auch Koreaner.
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