• Tag 73 - Ankunft Korea

    September 6 in South Korea ⋅ 🌧 28 °C

    Arnd:
    Im Schiff hing eine Infotafel mit den Zeiten von Sonnenauf- und Untergang. Hea-Jee wollte gern den Sonnenaufgang sehen, ich eher nicht. Aber wir hatten das Fenster nicht verdunkelt und dann werden wir wach, sobald es hell wird. Also sind wir auf Deck gegangen. Die Sonne war zwar schon überm Horizont, aber das konnten wir nicht sehen, weil das hinter Wolken war. Nach kurzer Zeit war sie aber hoch genug, dass sie zusammen mit den Wolken ein schönes Farbspiel veranstaltet hat.

    Ich bin dann bald nochmal ins Zimmer gegangen und wieder eingedöst. Nach kurzer Zeit weckte mich mein Telefon mit einem Bing, wie es nur dann kommt, wenn es neue Nachrichten gibt und neue Nachrichten gibt es nur mit Internetzugang. Das weckte mich und meine Neugier. Es war Aldi, unser deutscher Mobilfunkprovider, der mich in Korea willkommen hieß.

    Das ist geradezu spektakulär, denn wir waren noch etwa 4 Stunden vom Hafen entfernt. Haben die Koreaner etwa das Meer mit Mobilfunkbojen bestückt, damit auch die vielen Fischer da draußen nicht unverbunden bleiben? Wahrscheinlich haben die sogar High Speed Internet.

    Zwei Stunden vor Ankunft tauchten die ersten typisch koreanischen Inselchen auf. Die sehen aus wie Berggipfel von Unterwasserbergen. Sehr pittoresk!

    Der Seehafen hier im Nordwesten von Korea heißt Incheon. Dort, auf einer Insel, liegt auch der große internationale Flughafen von Korea. Bei der Hafeneinfahrt fuhren wir unter der Brücke durch, die den Flughafen mit dem Festland verbindet. Die ist mit 14km auch ziemlich lang.

    Ich hatte Incheon immer als Vorort von Seoul begriffen. Beim Anblick der gigantischen Hochhausfelder habe ich dann aber mal in der Wikipedia nachgeschaut; Incheon ist mit 2,9 Millionen Einwohnern die drittgrößte Stadt Südkoreas und damit etwa doppelt so groß wie München. Aber sie ist sehr eng mit Seoul verbunden, weil die beiden Städte nur etwa 30km entfernt sind und bei der Größe der beide Städte heißt das, dass sie miteinander verwachsen sind.

    Das Fährterminal in Incheon ist auch ein stattlicher Bau. Von hier aus fahren alle Fähren ab, die nach China gehen. Trotzdem war die Zahl der Menschen hier sehr überschaubar.

    Die Passformalitäten waren sehr erfreulich. Hea-Jee ging zuerst zu der Beamtin und hat ihr erklärt, dass ich zu ihr gehöre. Der ganze Vorgang hat bei mir unter einer Minute gedauert. Auch der Zoll hat uns nur freundlich gegrüßt.

    Auch in Korea wird sehr vieles per Smartphone organisiert. Wie man dazu ein vollwertig ausgestattetes Smartphone bekommt, dazu hat Hea-Jee von etlichen Seiten Vorschläge bekommen und sie hatte den Eindruck, dass das durchaus kompliziert ist. Wir dachten, eine koreanische Telefonnummer ist ein wichtiger Bestandteil. Ein wiederkehrender Rat war, sich die SIM am Flughafen zu holen. Dort sitzen die Spezialisten und die haben Angebote für Reisende. Da der Flughafen nicht so weit vom Fährterminal entfernt ist, sind wir erstmal dahin gefahren, was aber doch eineinhalb Stunden gedauert hat.

    Im Flughafen haben wir erstmal richtig koreanisch Mittag gegessen und sind dann zu den Mobilfunkanbiertern in der Ankunftshalle gelaufen. Das Ergebnis war ernüchternd. Man bekommt zwar eine SIM mit Telefonnummer, aber die „ist nur geliehen“ und nicht zum Anmelden bei irgendwelchen Diensten brauchbar. Außerdem hatten die quasi nur eine Sorte Vertrag im Angebot mit unbegrenzten Mobilfunkdaten.

    Schön, aber das sollte pro Monat 30€ kosten. Da ich keine eigene Telefonnummer brauche, habe ich mir schon in China eine eSIM bei trip.com gekauft mit einem auf 20GByte limitierten Volumen für einen Monat und die hat zum Vergleich 7€50 gekostet und wird mir vollkommen ausreichen.

    Ein Anwendungsfall für Smartphoneanwendungen ist der Kauf von Zugtickets, was wir öfters tun werden. Wir haben dann einfach mal probiert, ob das auch mit trip.com geht und siehe da, das geht.

    Die SIM-Frage ist aktuell noch offen, schnelle Kommentare sind sehr willkommen.

    Damit sind wir jetzt nach 72 Tagen in Korea angekommen. Noch vor einem halben Jahr schien uns das ein riesiges Unternehmen zu sein. Jetzt haben wir es geschafft. Es gab hin und wieder kleine Probleme unterwegs, aber nichts gravierendes und die Menschen vor Ort waren immer sehr hilfsbereit. Man kann so eine Reise also auch mit 65++ Jahren noch machen. Und unterwegs gibt es viel zu erleben und zu lernen.

    Wir bleiben jetzt erstmal so etwa zwei Wochen in Seoul. Da wird es nicht viel zu berichten geben. Wahrscheinlich schreiben wir noch ein Resümee zum Abschnitt unserer Reise in China, der schon etwas besonders war.

    Vielen Dank, dass ihr uns bis hierher mit so viel Interesse gefolgt seid. Wenn es weiter geht mit Teil 2 der Reise, werden wir das hier schreiben und diejenigen unter euch, von denen wir wissen, werden wir auch per Mail benachrichtigen.
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