Tag 160 - Das Majapahit
2 grudnia 2025, Indonezja ⋅ 🌧 27 °C
Arnd:
Von Yogyakarta bis ganz an die Ostküste von Java, wo die Fähre nach Bali abfährt, schaffen wir nicht an einem Tag. Deshalb übernachten wir einmal in Surabaya. Wir kommen spätnachmittags an und fahren morgens weiter, da kann man nicht viel anschauen. Statt dessen haben wir mal das Hotel zur Attraktion gemacht.
Bei meinen Recherchen zu dieser Reise bin ich immer wieder auf die Website seat61.com gestoßen (The man in seat 61). Sie ist von einem Engländer, der ungeheure Mengen an Informationen rund ums Eisenbahnfahren zusammengetragen hat. Schaut doch mal rein. Sein Votum bezüglich Hotel in Surabaya war ganz klar: Man geht ins Majapahit. Hier gibt er noch ein paar Hintergrundinformationen zu diesem Hotel:
https://www.seat61.com/Indonesia.htm#hotels
Man muss noch ein bisschen nach unten scrollen.
Das ist jetzt nicht unsere gewöhnliche Preislage und in Europa würde man dafür ein Vermögen bezahlen. Aber in Singapur mussten wir schon fast genauso viel bezahlen und in Australien werden wir wahrscheinlich öfters ähnlich viel zahlen und keinen vergleichbaren Luxus bekommen. Also warum nicht?
Und wenn wir schon da sind, dann haben wir auch im Hotel zu Abend gegessen. Indonesisches Essen als feine Küche. War sehr gut.
Hea-Jee:
Als Arnd zum ersten Mal das Thema Luxushotel erwähnte, war ich zwar etwas verdutzt, aber da mein Mann sich das wünschte und nichts Verwerfliches daran war, gab es eigentlich keinen Grund, dagegen zu sein. Also stimmte ich ohne großes Zögern zu. Trotzdem blieb ich innerlich etwas irritiert: Gewöhnt sich mein Mann auf Reisen etwa an immer mehr Luxus?
Als Arnd dann meinte, dass man in anderen Ländern für so ein Hotel mehrere hundert Euro zahlen müsse und dass etwa hundert Euro hier ein richtig gutes Angebot seien, da fiel es mir wie Schuppen von den Augen. „Aha, na klar. Du lästerst immer über deine Oma, weil sie Schnäppchen so liebt – und bist doch ganz genauso“, dachte ich mir.
Das Hotel Majapahit gefiel mir auf den ersten Blick. Kein modernes protziges Gebäude, sondern ein historisches, zweistöckiges, weißes Haus. Es wurde 1910 von der aus dem Iran stammenden, im Hotelgewerbe bekannten Familie Sarkies errichtet. Im Art-déco-Stil gehalten, strahlt es eine edle, zurückhaltende Schönheit aus, die zugleich ganz natürlich wirkt. Moderne Renovierungen hat es sicher gegeben, aber sie wurden so behutsam durchgeführt, dass man das Gefühl hat, das Gebäude stünde noch genauso da wie vor hundert Jahren. Und dann fand dort auch noch ein wichtiges Ereignis der indonesischen Unabhängigkeitsbewegung statt – ein Ort mit echter Geschichte also. (In Zimmer 33 sind sogar zwei Menschen gestorben.)
Wenn man durch das Gebäude geht, kommt man an mehreren grünen, liebevoll gepflegten Innenhöfen vorbei. Sie sind prächtig und lieblich zugleich. Wir konnten einfach nicht daran vorbeigehen und setzten uns immer wieder einmal auf eine Bank, lauschten dem leise plätschernden Wasser des Brunnens und blieben einfach sitzen. Obwohl man in der verkehrsreichen Innenstadt kaum Vögel erwartet, hörte man im Innenhof plötzlich lautes Vogelgezwitscher. Arnd und ich fragten uns sogar, ob das wirklich Vögel waren oder ob jemand eine Aufnahme abspielte. Ein Hotel, bei dem einem das Wort „healing“ ganz automatisch in den Sinn kommt.
Heute, beim Schreiben dieses Reiseberichts, bin ich Arnds Link gefolgt – und ich war erneut sicher: Es war absolut richtig, hier zu übernachten. Am Ende bleiben vom Leben nur die Erinnerungen, und wir haben in dieser einen Nacht eine wirklich schöne Erinnerung geschaffen. Ich bin Arnd sehr dankbar dafür. Czytaj więcej


















PodróżnikHier kann ich mir vorstellen Urlaub im Hotel, 호캉스 auf koreanisch.
PodróżnikJa, du hast recht. Ich konnte mir kein Hocance vorstellen, bevor ich Majapahit gesehen habe.