• Tag 167 - Nach Townsville

    December 9, 2025 in Australia ⋅ 🌬 30 °C

    Arnd:
    Auf dem Weg nach Tennant Creek habe ich mir vorgestellt, was uns da von Mitternacht bis 3:00 morgens wohl erwartet. Weil der Bus so leer war, habe ich vermutet, dass wir die einzigen sein werden, dass dann dort auch nichts mehr geöffnet hat und wir bei völliger Dunkelheit irgendwo draußen rumsitzen. Vielleicht sollte man das nicht tun? Nirgendwo sind die Schlangen giftiger als in Australien.

    Die Umsteigestation war eine BP Tankstelle, die rund um die Uhr geöffnet hat. Es gab was zu essen und Tische und Stühle zum hinsetzen. Wir haben sogar etwas gearbeitet und Pinguintexte fertig gemacht. Sehr schön!

    Der Bus sollte um 3:00 abfahren. Als wir in der Tankstelle waren, fiel Hea-Jee eine Email auf, dass der Bus eine Dreiviertelstunde früher abfährt. Die war zwar schon um 18:00 verschickt, hatte uns aber vorher nicht erreicht, weil wir im Bus kein Internet hatten. Uns war das recht, wir waren ja sowieso schon da.

    Der erste Bus war schon älter und hatte nicht alles, was im Internet versprochen war. WLAN gab es nicht, Ledersitze waren auch nicht zu sehen, die USB Ladesteckdosen waren teilweise kaputt und der großzüge Fußraum war, na ja, da habe ich schon viel bessere Busse gesehen, z.B. in Korea. Die im Bus eingebaute Toilette war da, aber der Fahrer gab sich Mühe, dass wir sie nicht benutzen. Wir konnten oft genug auf Stops eine Toilette aufsuchen.

    Der zweite Bus war schon besser, weil ziemlich neu. Die Beinfreiheit war aber auch nicht größer. WLAN gab es die ganze Zeit und das funktionierte auch im Outback. Vor allem aber war die Toilette ganz gut. Dafür gab es in den 18 Stunden Fahrzeit auch nur zwei längere Stops, wo man eine Toilette besuchen konnte.

    Nach knapp der Hälfte der Gesamtstrecke kam das Bergbaustädtchen Mount Isa. Das liegt schon in Queensland. Ab da gibt es immer wieder Ortschaften, es gibt sogar eine Eisenbahn. Aber bis Mount Isa ist es eigentlich ziemlich einsam. Z.B. fährt der Bus diesen Teil nur einmal pro Woche. Ich hatte mich deshalb gefragt, ob diese Teilstrecke vielleicht gar nicht geteert ist und wir auf einer Piste fahren werden. Das war aber zum Glück nicht so.

    Die Landschaft war hier deutlich trockener, als noch im Norden. Manchmal konnte man bis zum Horizont über eine flache, gelbe, vertrocknete Graslandschaft schauen. Manchmal war sie aber von Bäumen bestanden. Auch hier überall Viehwirtschaft, allerdings mit einer sehr geringen Dichte an Rindern. Meist sah man eine kleine Herde und ansonsten weit und breit nichts. Einmal stand da dieser einsame Bulle und ich hatte meine Kamera eingeschaltet.

    Die Häuser in den Ortschaften sind sehr oft aufgeständert. Man lebt im Obergeschoss. Ich weiß noch nicht, warum. Vielleicht wegen den Schlangen?

    Kurz vorm nächsten Sonnenuntergang kam uns auf der Eisenbahn tatsächlich mal ein Güterzug entgegen.
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