• Tag 177 - Blue Mountains

    19 grudnia 2025, Australia ⋅ ⛅ 32 °C

    Arnd:
    Für unseren zweiten Tag in Sydney haben wir einen Ausflug in die Blue Mountains gebucht. Die Blue Mountains sind ein westlich von Sydney gelegener Teil der Bergkette, die die Ostküste vom Inland Australiens trennt. Den Namen haben sie von dem blauen Dunst, der meist über der Gegend liegt und der rührt teilweise von den feinen Tröpchen von Eukalyptusöl her, den diese Bäume verströmen.

    Normalerweise versuche ich ja mit Bildbearbeitungstechniken Dunst in den Fotos zu reduzieren. Aber hier ist er das Markenzeichen und muss deshalb bleiben.

    Die Gegend war ursprünglich wohl ziemlich undurchdringlich. Die ersten Siedler, die auf der anderen Seite nach fruchtbarem Land suchen wollten, haben viele Jahre gebraucht, um überhaupt einen Weg auf die andere Seite zu finden und haben ihn wohl auch nur durch die Hilfe von Aborigines entdeckt.

    Ende des 19. Jhdts wurde dann aber auch das touristische Potential entdeckt und es gab einen regelrechten Wettkampf, welche Kommune den schönsten Weg durch die Felsen gebaut hat.

    Der erste beworbene Punkt unserer Tour sollte ein Ort sein, an dem man Kängurus beobachten kann. Dieser Ort entpuppte sich als die großen Gärten von Villen in einer bestimmten Gegend, wo Kängurus gern über den Zaun springen und was zu fressen suchen. Nachdem wir tatsächlich aus dem Busfenster zwei Kängurus gesehen hatten, fuhr der Bus weiter. Der Rest der Tour war aber tatsächlich sehr schön.

    Wir haben auf perfekt hergerichteten Wegen eine Wanderung zu einem Wasserfall gemacht, die Felsformation Three Sisters gesehen und noch einen Sonnenuntergang über den Blue Mountains beobachtet. Gleich zu Beginn gab es einen Aussichtspunkt, von dem man einerseits eine Felsformation und andererseits den bis in die Ferne reichenden, langsam im Dunst verschwindenden Eukalyptuswald sehen konnte.

    Hea-Jee:
    Die Blue Mountains Tour begann am Nachmittag um 12 Uhr mit dem Bus und endete spät abends in Sydney. Es waren etwa zwanzig Touristen dabei, einige aus Deutschland. Unser Guide erzählte, dass Gäste aus Deutschland und den Niederlanden immer am zahlreichsten seien. Er glaubt nicht, dass in Deutschland und den Niederlanden noch Menschen leben, die sind alle in Australien.

    Wir erreichten zu Fuß die Oberkante eines breiten, langen Wasserfalls, an dem kleine Wasserläufe hier und da hinabflossen. Unter der Führung unseres Guides betraten wir eine flache, breite Höhle und setzten uns nebeneinander. Vor uns öffnete sich der Blick auf den weiten, üppigen Wald. Durch die feinen Öltröpfchen der Eukalyptusbäume wirkte der Wald leicht neblig, aber wie der Name suggeriert, war er nicht wirklich blau – vielleicht türkisgrün.

    Unser Guide empfahl uns, die gesunde Luft des Waldes tief einzuatmen. Er zeigte auf einen kleinen Baum am Höhleneingang und nannte ihn Teebaum. Ein Wald, der aus Eukalyptus und Teebaum besteht – zwei Pflanzen mit anerkannten Heilkräften – ließ erahnen, wie gesund die Menschen gewesen sein müssen, die hier lebten.

    Er erklärte uns auch die Lebensphilosophie der Aborigines, die seit Urzeiten in dieser Gegend leben, anhand von vier zentralen Werten:
    Erstens: Spiritualität. Für die Aborigines bedeutet ein spirituelles Leben die Verbindung mit der unsichtbaren Welt. Diese Spiritualität bildet die Grundlage für Resilienz, also die Kraft, in schwierigen Zeiten wieder aufzustehen und sich nicht entmutigen zu lassen.

    Zweitens: Natur. Die Natur ist nicht nur ein Nutzobjekt, sondern ein Lebewesen, mit dem man zusammenlebt. Daher respektieren die Aborigines die Natur und legen Wert auf ein nachhaltiges Leben, das auch künftige Generationen einbezieht.

    Drittens: Familie. Die Familie ist die grundlegende Gemeinschaft, in der Liebe gegeben und empfangen wird. Sie gibt Halt in schwierigen Momenten und stärkt die Resilienz ihrer Mitglieder.

    Viertens: Gemeinschaft. In der Gesellschaft werden individuelle Erfahrungen innerhalb der Gemeinschaft geteilt und weiter vererbt. Aus diesen Erfahrungen wächst Weisheit, die wiederum die Gemeinschaft stärkt und die einzelnen Mitglieder widerstandsfähig macht.

    So zeigt die Lebensphilosophie der Aborigines, dass Spiritualität, Natur, Familie und Gemeinschaft eng miteinander verbunden sind und ein Leben im Gleichgewicht auch unter schwierigen Umständen ermöglichen.

    Die Aborigines lebten offenbar in kleinen Gemeinschaften von etwa zwanzig Personen. In diesem gesunden Wald achteten diese Menschen instinktiv auf die Natur, zeigten Liebe zueinander und führten ein weises, nachhaltiges Leben. Mir erschien das Schicksal der Aborigines besonders hart. Diese Welt ist niemals fair oder gerecht.
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