• Melbourne - NGV Australia

    January 8 in Australia ⋅ ⛅ 26 °C

    Auf einem Stadtspaziergang kamen wir am Yarra River entlang und sahen ein interessantes Gebäude von hinten. Man konnte von dort reingehen und innen entdeckten wir ein scheinbar interessantes Museum, in dem man u.a. Kunst der Aboriginal People zu sehen bekommt. Das kam gleich auf die Liste unserer Ziele.

    Wir fanden dann heraus, dass es der eine Teil der National Gallery of Victoria war, der Australische Kunst zeigt. Dieser Teil des Museums heißt auch das Ian Potter Centre. Daneben gibt es noch einen zweiten Teil für internationale Kunst.

    Das Gebäude liegt am Federation Square, einem recht neuen Platz, der erst durch die Überdachung der Eisenbahn neben dem Bahnhof Flinders Street entstanden ist. Er soll für Melbourne den zentralen Platz ersetzen, den es hier sonst nicht gibt.

    Das Gebäude hat etliche verwinkelte Strukturen. Es macht Spaß, sie mit einem Ultraweitwinkelobjektiv zu fotografieren. Sowas hat heute fast jeder in seinem Smartphone.

    Wir waren insgesamt wohl dreimal in diesem Museum, weil wir es so interessant fanden. Beim ersten Mal konnten wir uns gleich einer Führung anschließen. Ohne uns hätte sie nicht stattgefunden, es war sonst niemand dabei. Unser Guide, ein älterer Herr, konnte also gut auf unsere Fragen eingehen und wir haben vieles gelernt.

    Am Anfang der Tour gab es Kunst der Aboriginal People. Davon hatten wir zwar schon einiges zu Gesicht bekommen, die Erklärungen haben uns aber im Verständnis weiter gebracht. Mehr dazu in einem späteren Footprint.

    Dann kamen die ersten Bilder von Europäern, die australische Landschaften gemalt haben. Das war offensichtlich gar nicht so einfach. Die Planzen sehen anders aus und vor allem die Farben sind anders. Da hat man in seiner Kunstausbildung lange trainiert, wie man Farben für Bäume anmischt und dann stimmt das hier einfach nicht mehr. Das australische Grün ist anders.

    Das erste derartige Bild hier ist von einem Maler, der in Tasmanien große Liegenschaften gekauft hat von denen die Aboriginal schon vertrieben waren. Er hat möglicherweise nie welche zu Gesicht bekommen. Auch die merkwürdigen gebogenen Formen der Äste gibt es hier so nicht. Das ist also eher ein Phantasiegemälde.

    Das dreiteilige Bild zeigt links eine Szene wohl kurz nach der Ankunft neuer Siedler. Die Frau sichtlich verzweifelt, wohin es sie hier verschlagen hat. Im mittleren Teil ist schon ein Kind zu sehen und etwas Fortschritt bei der Urbarmachung eines Waldes. Rechts dann schaut vermutlich das Kind auf den Grabstein der Eltern und im Hintergrund sieht man eine Siedlung mit Eisenbahn.

    Auf einem Foto sind drei Bilder zu sehen. Es sind Aquarelle aus Hermannsburg. Dort wurde der Aboriginal Albert Namatjira in einer Lutheranischen Mission geboren und erzogen. Dabei lernte er einen englischstämmingen Australier namens Rex Battarbee kennen und von ihm die Technik der Aquarellmalerei.

    Namatjira begründete die Hermannsburg Schule, die als die bedeutendste Aborinal Kunstrichtung des zwanzigsten Jahrhunderts gilt, sagt jedenfalls das Queenslandmuseum auf seiner Website.

    Ein weiteres Highlight des Museums ist die Joseph Brown Collection. Joseph Brown stammte aus Polen und kam 1933 nach Australien. Er wurde reich durch die Produktion von Damenkleidern. Das Leben führte ihn dann aber in den Kunsthandel und er wollte eine eigene Sammlung aufbauen. Er merkte schnell, dass er für das Sammeln europäischer Kunst nicht genug Geld hatte und hat sich deshalb auf australische Kunst spezialisiert. Seine Sammlung hat er 2004 der NGV vermacht.
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