• Tihar & Heimreise

    20–25 okt. 2025, Nepal ⋅ ☀️ 28 °C

    Auf dem Rückweg nach Pokhara werden wir immer wieder von Kindergruppen angehalten, die uns um Geld bitten. Anfangs noch etwas irritiert, erfahren wir, dass heute der zweite Tag des fünftägigen Lichterfestivals Tihar (auch bekannt als Diwali 🏮) ist und dass es während dieses Festes als glücksbringend gilt, wenn Kinder für kleine Geldbeträge singen oder tanzen 🕺. Jeder Tag dieses Festes ist einer anderen Verehrung gewidmet. Der erste Tag ehrt die Krähen, der zweite die Hunde, darauf folgen die Kühe, die Ländereien und am fünften Tag stehen die Geschwister im Mittelpunkt. 😅

    Als wir nach unserem Abenteuer auf dem Annapurna Circuit in Pokhara ankommen, strahlt die Stadt hell erleuchtet in allen Farben ✨. Während Tihar sind fast alle Häuser mit Lichterketten beschmückt. Vor den Hauseingängen kreieren die Anwohner zudem kunstvolle Mandalas aus eingefärbtem Reismehl, die als Einladung für Mitmenschen gelten, Schutz und Segen bringen und zugleich Freude sowie Dankbarkeit ausdrücken sollen 🧑‍🎨. Die Stadt lebt und auf den Strassen sieht man Menschen lachen. In der ganzen Stadt sieht man verschiedene Gruppen zu (viel zu lauter) traditioneller Musik tanzen. Der Anblick ist wunderschön und die fröhliche Stimmung ansteckend! 🤩

    Am nächsten Tag gönnen wir uns ein letztes Mal einen günstigen Haarschnitt, bevor wir uns frisch frisiert um Alinas indisches Visum kümmern 💇🏻‍♂️. Bereits in Muktinath, unserem letzten Halt auf dem Annapurna Circuit, hatten wir den Antrag gestellt. Während Tini nur einige Stunden auf die Bestätigung warten musste, wurde Alina nach jeglichen persönlichen Details ausgefragt.

    In der Hoffnung, dass das Visum bald eintrifft, treffen wir uns am folgenden Morgen mit Isaac zum Frühstück, um uns von ihm zu verabschieden 🙋🏻‍♀️. Für uns geht es tags darauf mit dem Bus nach Kathmandu, von wo aus wir via Neu-Delhi zurück nach Zürich fliegen werden.

    Kathmandu zeigt sich bei unserem zweiten Besuch von einer völlig anderen Seite. Während die Stadt bei unserem ersten Aufenthalt nahezu menschenleer war und eine extrem angespannte Stimmung herrschte, erleben wir sie, sicherlich auch dank Tihar, dieses Mal lebendig und fröhlich 💃. Überall leuchtet es, Menschenmengen füllen die Strassen und drücken einander Dankbarkeit und Freude aus.

    Am Abend treffen wir Aaron zum Essen, den wir während des Annapurna-Circuit-Treks kennenlernen durften. Wieder zurück im Hotel werden wir langsam nervös, da Alina noch immer auf ihr Visum wartet und morgen unser Flug geht 😬. Erst als wir bereits alternative Flugrouten prüfen, kommt die Bestätigung, dass Alina nach Indien einreisen darf! 🇮🇳

    Der Flug nach Indien beeindruckt uns besonders durch den langen Blick auf das Himalaya-Gebirge 🏔️. Von Kathmandu (~1’400 müM) gewinnen wir fast 7500 Höhenmeter, bis wir die Höhe der höchsten Berge der Welt erreichen. Der Blick nach unten macht die enorme Höhendifferenz zwischen Gipfeln und Stadt eindrücklich sichtbar. 🛫

    Leider zeigt sich Indien auch nach dem Visum-Drama nicht von seiner schönsten Seite. Das Flughafenpersonal ist unfreundlich und auch die Hotels, liegen nicht dort, wo sie laut Booking.com sein sollten. Als wir schliesslich ein Zimmer buchen, ist es deutlich heruntergekommener als auf den Fotos, stinkt extrem nach Zigarettenrauch und hat viele undefinierbare Flecken auf dem Bett 😖. Naja. Zum Glück verbringen wir hier nur 23 Stunden. Uns in den Armen liegend wird uns endlich bewusst, dass sich unser Abenteuer dem Ende zuneigt 🥲. Wir lassen die Reise nochmals Revue passieren und erinnern uns an all die besonderen Momente, die wir erleben durften.

    Am Flughafen von Neu-Delhi benötigen wir fast 3 Stunden für Check-In, Passportkontrolle und den Weg zum Gate 🥵. Der Flug nach Zürich verläuft zum Glück entspannter. Nach der Landung warten wir eine gefühlte Ewigkeit auf unser Gepäck. Wir wissen, dass Familie und Freunde uns am Flughafen empfangen und können es nicht erwarten alle wieder zu sehen! Als es so weit ist werden wir mit herzlichen Umarmungen (und einigen Tränen) empfangen ❤️. Wieder einmal wird uns bewusst, wie glücklich wir uns schätzen dürfen, solch ein wunderbares Umfeld zu haben!

    Diese Reise hat uns geprägt. Wir durften unzählige Menschen in unsere Herzen schliessen, neue Orte entdecken, die sich wie ein Zuhause anfühlten, und so viele intensive, bewegende Momente erleben, die uns ein Leben lang begleiten werden 🤩. Gleichzeitig sind wir uns unserer Privilegien bewusster denn je geworden und nehmen uns fest vor, die Annehmlichkeiten des Schweizer Alltags nicht länger als selbstverständlich anzusehen. Denn trotz all der fantastischen Eindrücke war uns eines stets bewusst: Dehei isch es immer na am schönste!🇨🇭❤️
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