Ja wo laufen sie denn?
Mar 8–9 in Italy ⋅ ☀️ 10 °C
Der Lago Maggiore Halbmarathon sollte es sein. Die Entscheidung vor einem halben Jahr hat uns jetzt hierher geführt. Das flache Streckenprofil war überzeugend. Das die letzten drei Trainingswochen von mehr Höhenmetern, als im gesamten restlichen Jahr geprägt waren, war dabei nicht eingeplant.
Ebensowenig, wie die Tatsache, das die Laufpartnerin krankheitsbedingt passen muss und ich den Scheiss jetzt alleine rennen kann. Also "alleine" mit 1.999 anderen Teilnehmern und Teilnehmerinnen.
Als Zielzeit haben wir uns "unter 1:50 h" vorgegeben. Wobei wir waren das gar nicht. Die Trainingsapp hat gemeint "ihr schafft das auch in 1:40 h". Na klar! Mit der Vorbereitung und der fehlenden Unterstützung habe ich das Ziel kurzerhand angepasst. 1:55 h sollten es sein. Da war ja im vergangenen Jahr so eine Sache mit dem Gel und der verpassten heimlichen Zielzeit.... Und überhaupt, die 1:50 h nehmen wir uns später als Duo vor!
Mit der Entscheidung im Rücken liefen die letzten Tage vor dem Start auch prima. Ein Ausflug auf zwei Inseln, etwas Sightseeing, Startnummer abholen. Lauftouris halt. Eis gab es und Pizza. Und am Vorabend des Laufs ein drei Gänge Menü. Reichhaltig und leider lecker...
Nicht unbedingt die klügste Vorbereitung für eine neue Bestzeit. Aber dann sollen sie halt das Essen nicht so lecker machen!
8 Uhr aufstehen, vorbereiten, etwas essen. 9 Uhr Parkplatzsuche (erfolgreich). 9.30 Uhr schauen, wie es die anderen Veranstalter machen (nett, aber einfach). 10 Uhr Start.
Ganz hinten eingereit habe ich weder Startschuss noch Moderation gehört. Gar nicht schlimm, weil ich ohnehin mit den Gleichgesinnten quatschen musste. Als es dann doch langsam losgeht, schieben wir uns im Schritttempo Richtung Startlinie und beginnen erst kurz vorher zu laufen. Passt, weil wir es ja auch nicht übertrieben wollen. 21,1 km sind ja wohl genug!
Da die Pacemaker weit vor mir gestartet sind, konnte ich mir selbst eine kleine Jagd zum Ziel setzen. Die Pacer, die meine Zielzeit auf dem Rücken stehen hatten (wer soll das denn dort sehen?) wollte ich einholen. Dann dranbleiben und die 1:55 sind sicher (unterboden). Das erwies sich im Nachhinein als großartige Idee. Bei km 12 hatte ich die Jungs und hatte keine Sekunde Zweifel daran, dass ich sie einfach hinter mir lasse. Also weiter auf die Musik hören und einfach laufen...
Soweit die Theorie. Die Praxis sah dann etwas anders aus. Zum einen, weil ich ein paar mal den Blick habe schweifen lassen und der wirklich tolle Ausblick auf die Berge mich derart beeindruckt hat, dass sich mein Kopf und mein Körper nicht mehr einig waren, ob wir jetzt nen HM laufen oder doch auf einer gemütlichen Wanderung sind. Die Trittfrequenz hat also ein paar Aussetzer.
Und dann kam der Kilometer 15. Das Gel war vorsorglich in die Trinkflaschen gefüllt und verflüssigt worden. Also eigentlich kein Problem. Aber die Becher, den ich mir am Verpflegungspunkt bei KM 15 schnappen konnte, wollten mir doch noch ein paar "Lissabon-Vibes" verschaffen. Die haben sich nämlich gewehrt und wollten das Wasser nur im Ganzen oder gar nicht hergeben. Das hat mich für die nächsten 2,5 km ziemlich aus der Bahn gebracht und ich brauchte schon einiges an Konzentration, dass sich meine Laufgeschichte von vor einem Jahr nicht wiederholt.
Letztlich konnte ich mich wieder fangen und die Uhr zeigte wieder die richtige Pace. Also die, die 7 Sekunden pro KM schneller war, als ich hätte laufen müssen.
Ob das Bergintervalldrecksgerenne der letzten Wochen was damit zu tun hat? Nee, sicher nicht. Am Ende mach ich das in Zukunft öfter ...
Die letzten 2 km gingen dann sogar im 5er schnitt, also 20 Sekunden pro KM schneller als geplant. Wo immer die Kräfte am Ende herkamen. Sie waren da. Und vielleicht war ich leicht euphorisiert, als ich lächelnd und gut gelaunt an den ganzen Amateuren vorbeiballerte und unter Applaus meiner Fans bei 1:50:55 h ins Ziel kam.
Eine Cola, zwei Wasser und 0,5 Orangen (oder so ähnlich) später machten wir uns (nach dem Dehnen natürlich!!) auf den Heimweg. Ein kurzer HM-Auswertungsstop in einem Kaffee war noch drin. Aber dann ging es Heim, zu Kaffee und Süßigkeiten. Die hatten die "Fans" nämlich besorgt. Und vielleicht war es die restliche Euphorie, aber so leckere Backwaren habe ich lange nicht mehr gegessen. Das hammer uns aber auch verdient!Read more




TravelerHerrrrlich....bin fast dabei gewesen
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