Joined August 2019
  • Day14

    Über die Berge

    June 13, 2016 in Canada

    Die Straße folgt zunächst dem Toad River und windet sich dann immer höher ins Gebirge hinauf bis zum Summit Lake. An einigen Stellen liegt sogar etwas Schnee. Dann geht es in ähnlich abenteuerlichen Windungen wieder bergab nach Fort Nelson.

    Kurz bevor ich in den Ort komme fährt mein Navi nach einem kurzen Stopp nicht mehr hoch. Ich hoffe, das ist nur eine kurzfristige Laune. Trotzdem decke ich mich im Visitor Center mit Straßenkarten für die nächsten Tage ein. Die Liste möglicher Quartiere zeigt auch einige Motels mit vernünftigen Preisen. Das erste ist gleich um die Ecke und sieht schon von außen wie eine Bruchbude aus, die das Geld nicht wert ist. Ich habe die Schnauze voll von überteuerten kanadischen Motels und werde heute erstmals versuchen, auf der Ladefläche meines Autos zu schlafen.
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  • Day14

    Regen am Muncho Lake

    June 13, 2016 in Canada

    Relativ früh breche ich bei der Coal River Lodge auf und mache mich auf die Reise in Richtung Fort Nelson. Es regnet – nicht besonders stark aber stark genug, um unangenehm zu sein. Gleich einige Kilometer nach dem Start habe ich meine erste Begegnung mit der regionalen Fauna. Diesmal ist es gleich eine ganze Herde Bisons, die seelenruhig am Straßenrand grasen. Diese Tiere scheint wirklich nichts aus der Ruhe zu bringen. Ein paar tun mir sogar den Gefallen und gehen für die Kamera über die Straße. Kurz darauf weisen die Lichter wartender Autos schon auf die nächste Herde hin. Diesmal sogar mit einigen Kälbchen, die sehr seltsame Bocksprünge aufführen.

    Die Straße ist auf dem gesamten Abschnitt relativ schmal. Etwa vergleichbar mit einer deutschen Landstraße. Besonders schnell kann man hier nicht fahren. Die vielen Kurven und das ständige Auf-und-Ab tun das ihre dazu. Andererseits wird es so auch nicht langweilig. Ich habe immer was zu tun und hinter der nächsten Kurve kann schon das nächste Erlebnis warten.

    Auch bei Regen bieten die verhangenen Berge immer wieder schöne Fotomotive. Eine ganze Weile lang folgt die Straße dem Muncho Lake, der bei schönem Wetter grün sein soll. Heute ist er eher grau. Es klart sogar ein wenig auf und an einer wunderschönen Stelle – dort wo der Toad River den Muncho Lake verlässt – mache ich eine Malpause. Ich überlege lange hin und her, ob das Wetter anhält und beschließe letztlich, mich auf die Ladefläche meines Honda zu setzen. Das ist eine gute Entscheidung, denn als ich fast fertig bin beginnt es in Strömen zu gießen. Mein Skizzenbuch ist aber im Trocknen und bekommt nichts ab.
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  • Day13

    Jetzt wird's einsam

    June 12, 2016 in Canada

    Leider ist das Wetter während meines Aufenthalts im Schilderwald nicht besser geworden und so setze ich meine Reise bei leichtem Regen fort. Es geht jetzt in eine der einsameren Ecken des Alaska Highway. Bis nach Fort Nelson, der nächsten größeren Siedlung, sind es über 500 Kilometer. Das schaffe ich heute auf keinen Fall mehr. Ich könnte auch erstmals auf der Ladefläche meines Autos schlafen, aber ehrlich gesagt ist es mir lieber, wenn mein Laptop dazu Strom hat, damit ich mir die Zeit vertreiben kann – und außerdem regnet‘s.

    Zunächst steht aber noch meine nächste Begegnung mit der örtlichen Fauna auf dem Programm. An der Grenze zur Provinz British Columbia wird man per Hinweistafel aufgeklärt, dass man hier bitte besonders auf Bisons achten soll, die dunkel sind und nachts gern mal auf der Straße rumstehen. Wie auf Kommando sehe ich einige Kilometer später am Straßenrand einen dunklen Fleck. Ich fahre rechts ran. Der Bison ist kein Bär und grast weiter, als hätte er mich gar nicht bemerkt. Erst als ich das Auto wieder anlasse hebt er einmal kurz den Kopf. Etwas später tauchen ein paar weitere grasende Tiere auf. Diesmal fahre ich weiter, denn es ist nicht immer genug Platz am Straßenrand. Auch einen weiteren Bären (diesmal einen schwarzen) sehe ich mir nur durch die Scheiben an. Die Begegnung mit dem letzten ist noch nicht lange genug her.

    Schließlich lande ich in der Coal River Lodge. Die Unterkunft ist einfach und teuer – aber trocken und es gibt Strom.
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  • Day13

    Willkommen im Schilderwald

    June 12, 2016 in Canada ⋅ ☁️ 17 °C

    Irgendjemand ist hier auf die Idee gekommen, Schilder (Ortsschilder, Straßenschilder, Hinweisschilder, Spaßschilder, Autokennzeichen, Wegweiser … Schilder halt) aus aller Welt an lange Pfosten zu nageln und daraus einen wahrhaftigen Schilderwald zu bauen. Ich bin total begeistert, vergesse die Zeit und renne wild fotografierend durch das Wirrwarr der Schilder. Viele sind aus Deutschland, was die Sache für mich nur noch spannender macht.Read more

  • Day13

    Reißender Rancheria River

    June 12, 2016 in Canada ⋅ ☁️ 13 °C

    Wohlgenährt mache ich mich auf den Weg nach Watson Lake. Unterwegs lasse ich natürlich wie immer keinen Parkplatz und Rastplatz aus. So stoße ich zum Beispiel auf die Rancheria Falls, eine Stelle, an der sich der Rancheria River tosend an einer Felseninsel gabelt und an beiden Seiten kleine Katarakte bildet. Gut! „Falls“ ist vielleicht ein klein wenig übertrieben, aber imposant anzusehen ist es trotzdem.Read more

  • Day13

    Kein Strom in Teslin

    June 12, 2016 in Canada ⋅ ⛅ 13 °C

    Morgens schalte ich den Fernseher ein und greife nach meinem Laptop, um meine Blogeinträge zu vervollständigen. In den Motels auf dem Alaska-Highway ist WLAN bestenfalls sporadisch vorhanden. Ich möchte Euch aber trotzdem von all meinen Erlebnissen berichten und führe daher fleißig Tagebuch, um meinen Blog dann später auf den neuesten Stand zu bringen (Applaus bitte!). Aus mir unerfindlichen Gründen hat sich der Akku über Nacht nicht aufgeladen und es scheint auch kein Strom in den Computer zu gelangen, obwohl er eigentlich am Netz hängt. Ich probiere einiges aus und beschließe, einfach weiterzuarbeiten, bis der Akku nicht mehr will. Plötzlich gehen auch Fernseher und Licht aus. War das etwa ich? Habe ich zu viele Geräte an und das Netz überlastet?

    Draußen höre ich einige Gespräche, die darauf hindeuten, dass der Stromausfall wohl größere Dimensionen hat. Ich mache mich schnell auf den Weg ins Bad und hoffe, dass das warme Wasser nicht über einen Durchlauferhitzer kommt. Das Wasser ist warms. Es kommt aber relativ wenig. Wahrscheinlich ist irgendwo eine elektrische Pumpe. Immerhin hat es zum Zähneputzen und für eine kurze Dusche gereicht.

    Es ist noch relativ früh und draußen fegt ein einsamer Mitarbeiter die Tankstelle. Sie hätten schon beim E-Werk angerufen und die hätten gesagt, dass sich jemand drum kümmert. „Kann aber auch sein, dass der zuständige Techniker übers Wochenende zum Fischen gefahren ist. Dann dauert es etwas länger“, meint er zynisch und empfiehlt, ein Brettspiel zu beginnen, das mindestens vier Stunden dauert. Benzin und Kaffee gebe es jedenfalls leider nicht.

    Die nächste Tankstelle ist rund 50 Kilometer in die Richtung, aus der ich gestern gekommen bin. Mein Tank ist zwar noch gut gefüllt, aber mein nächstes Ziel ist über 200 Kilometer entfernt und ich weiß nicht, ob ich unterwegs tanken kann. Also mache ich mich auf dem Weg nach Johnson’s Crossing. Die kleine Tankstelle hat auch ein nettes Café, wo ich lecker frühstücken kann.
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  • Day12

    Miles Canyon

    June 11, 2016 in Canada ⋅ ⛅ 18 °C

    Kurz hinter Whitehorse entdecke ich ein Schild: „Miles Canyon – 1,1 km“. Einen Canyon habe ich hier nun wirklich nicht erwartet. Also trete ich auf die Bremse und folge einer kleinen Schotterstraße. Der Miles Canyon ist eine örtliche Sehenswürdigkeit und entsprechend touristisch erschlossen (wie eigentlich alle Highlights auf dem Alaska Highway) – inklusive leicht schwankender Hängebrücke über den Fluss. Die Schlucht ist nicht besonders tief aber relativ schmal und besteht aus roten Basaltsäulen. Alles in allem ein lohnendes Motiv für eine kleine Malübung. Bei den vorbeikommenden Touristen – vor allem bei älteren Semestern – bin ich damit natürlich wieder mal eine Attraktion.

    Meine Tagesetappe endet schließlich im Yukon Motel in Teslin am riesigen gleichnamigen See.
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  • Day12

    Mittagspause vor Traumkulisse

    June 11, 2016 in Canada ⋅ 13 °C

    Das Wetter wird immer besser und bei meiner Mittagspause in Haines Junction habe ich einen fabelhaften Blick auf die St. Elias Mountains mit dem knapp 6.000 Meter hohen Mount Logan - dem höchsten Berg von Kanada. Weiter führt der Weg nach Whitehorse, der einzigen wirklich größeren Siedlung, die mir bisher in den Yukon Territories begegnet ist. Hier wird die Straße sogar für kurze Zeit vierspurig! Da mir die ständige Suche nach neuen Radiosendern langsam lästig wird, kaufe ich mir an einer Tankstelle einige CDs. Das hebt die Stimmung.Read more

  • Day12

    Begegnung am Straßenrand

    June 11, 2016 in Canada ⋅ ☁️ 11 °C

    Weiter geht die Reise und wie üblich halte ich an jedem Parkplatz an und sehe mich um. Auf dem Weg zu einem möglichen Fotomotiv schnaubt es plötzlich im Gebüsch. Ich drehe mich in Richtung des Geräusches und sehe einem Bären direkt in die Augen, der wohl gerade auf dem Parkplatz nach leckeren Abfällen suchen wollte. Er ist vielleicht fünf bis zehn Meter von mir entfernt. Wir sehen uns beide einen Moment lang verdutzt in die Augen, dann beginnt der Bär zu fauchen und sich aufzustellen. Ich bekomme es mit der Angst zu tun. Ob ich einen Satz zur Seite gemacht habe oder einfach nur versteinert stehen geblieben bin, weiß ich nicht mehr. Auf jeden Fall scheint der Bär zu merken, dass ich für ihn keine Gefahr darstelle. Er begibt sich wieder auf alle Viere und beginnt im Gras rumzuschnuppern. Langsam aber stetig mache ich mich auf den Weg zu ein paar Camping-Trailern, die weiter vorne auf dem Parkplatz abgestellt sind – nicht ohne schnell aus der Hüfte ein paar Fotos von dem Bären zu machen, der mich jetzt nicht mehr weiter zu beachten scheint. Aber man weiß ja nie. Ich bin jedenfalls froh, dass ich heil bei den Campern ankomme und mein Puls ist auch wieder auf normal. Aber wie komme ich wieder zurück zu meinem Auto? Glücklicherweise scheint der Bär jedes Interesse an mir verloren zu haben und überquert seelenruhig die Straße. So ist das also auf dem Alaska Highway. Unvorhergesehene Begegnungen mit der örtlichen Fauna sind nie ausgeschlossen. Auch wenn der Bär kleiner war, als ich erwartet hatte ist mein Respekt vor diesen Tieren auf jeden Fall gestiegen.Read more

  • Day12

    Magische Atmosphäre am dampfenden See

    June 11, 2016 in Canada ⋅ ☁️ 11 °C

    Als ich morgens aus dem Fenster sehe, ist es grau, trübe und regnerisch. Was für ein Unterschied zu gestern Abend. Der See ist nicht mehr blau, sondern traurig grau und die Gipfel hüllen sich in Wolken. Schnell ziehe ich mir ein paar zusätzliche Schichten Kleidung über, tanke und mache mich auf den Weg.

    Das Wetter klart schnell auf und der See beginnt zu „dampfen“. Während sie die Wolkendecke am Himmel langsam verzieht, sind über dem Wasser weiter leichte Nebelschwaden zu sehen. Zusammen mit der Landschaft wirkt dieser Effekt auf mich wie reine Magie. Der und Radiobeitrag über das neue Harry-Potter-Theaterstück in London ist daran bestimmt nicht ganz unschuldig.
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