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  • Day17

    Wilde Wasser

    June 16, 2016 in Canada ⋅ 8 °C

    Nächster Halt sind die Athabaska Falls südlich von Jasper. Diese Wasserfälle sind wirklich imposant. Vor allem, weil sich die Wassermassen tosend einen Weg an verschiedenen Hindernissen vorbei bahnen. Für einen Wasserfall-Fan wie mich optimales Terrain. Wie hierzulande üblich ist alles für die fußfaulen Touristen optimal vorbereitet. Über ein Netz von Wegen, Brücken und Aussichtspunkten kann man alle Ecken des Naturschauspiels aus allen Perspektiven betrachten und ablichten – vorausgestzt, es sind nicht zu viele Japaner und Inder unterwegs. Letztere sind noch schlimmer als ihre fernöstlichen Kollegen. Während die Japaner sich gewohnt effizient einer nach dem anderen aufstellen und gegenseitig ablichten, bilden die Inder ein undurchdringbares Knäuel an Menschen, die laut diskutieren und die Ergebnisse ihres fotografischen Tätigkeit beurteilen. Dann plötzlich sind sie alle verschwunden und westliche Touristen wie ich kommen zum Zuge.

    Da es langsam gegen 19:00 Uhr geht, muss ich mich auf Quartiersuche machen. Südlich von Jasper sind die Unterkünfte dünn gesät. Die letzte Lodge am Wegesrand signalisierte Vorbeifahrenden bereits in leuchtenden Lettern, dass es hier „No Vacancies“ gibt. Als ich einen Wegweiser zu einem Campingplatz entdecke, biege ich sofort links ab. Es handelt sich um einen Platz zur Selbstregistrierung. Man sucht sich einen Stellplatz, füllt ein kleines Formular auf einem Umschlag aus und wirft diesen mit der optimal berechneten Summe von 15,70 Kanadischen Dollar in einen Briefkasten. Wer den Betrag nicht zur Hand hat, kann auch seine Kreditkartendaten hinterlassen. Es gibt ein paar Klohäuschen, eine Trinkwasserquelle, Müllcontainer und eine Hütte mit einem Ofen. Außerdem hat – wie in Kanada und den USA üblich – jeder Stellplatz eine Feuerstelle. Brennholz liegt bereit. Optimal für Selbstversorger und meine Vorräte reichen sicher noch für einen Abend.

    In der Hütte treffe ich zwei junge Franzosen, die gerade auf einer der letzten Etappen ihrer Radtour sind. Angefangen haben sie vor fünf Wochen in El Paso, Texas. Sie haben also in großen Teilen dieselbe Strecke zurückgelegt, die ich auch fahren will. Wir bereiten uns gemeinsam unser Abendessen zu und quatschen ein wenig.
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  • Day17

    Berge, Schluchten, Seen und kein Elch

    June 16, 2016 in Canada ⋅ 6 °C

    Heute bin ich in erster Linie Tourist – das heißt, sobald ich meine Wäsche erledigt habe. Ich bin es endgültig satt, dieselben Socken wieder und wieder zu tragen. Noch bevor ich aus dem Hostel auschecke führt mich mein erster Weg in den Waschsalon. Ein etwas verrückter Ort, denn es ist gleichzeitig ein Waschsalon und ein Schreibwarenladen. Schon gestern hatte ich mit der Besitzerin einen kleinen Plausch über Aquarellfarben und Pinsel.

    Danach führt mich mein Weg wieder ein paar Kilometer zurück zum Maligne Canyon. Diese Schlucht wird auch unter den kritischsten Augen bestehen. Die Wände fallen senkrecht ab und an ihrer engsten Stelle muss man wirklich gut hinsehen, damit man unten noch den Fluss erkennen kann. Da mein Wasserbehälter fast leer ist, benutze ich zum Skizzieren die Aquarellstifte. Vermalt wird das Ganze dann ein andermal. Aber unskizziert kann dieser Canyon nicht bleiben. Auf dem Weg entlang der Schlucht gibt es immer neue Dinge zu sehen und mein Fotoapparat steht nicht still.

    Leider ist es immer noch kalt. Im Visitor Center wärme ich mich bei einer Tasse Kaffee auf und kaufe mir für alle Fälle einen Pulli. Als ich mich wieder auf den Weg mache, fängt es auch noch an zu regnen. Trotzdem fahre ich die Stichstraße weiter ins Gebirge hinein. Erstaunlich, wie breit der Maligne River hier plötzlich wieder ist. Am Ende der Straße wartet der Maligne Lake. Die umgebenden Berge verschwinden leider in Nebel und Wolken, doch das schafft eine ganz eigene Atmosphäre. Trotz der zahlreichen Touristen, die am See entlangspazieren, tauchen immer wieder grasende Wapiti-Hirsche auf, die natürlich von allen sofort abgelichtet werden. Alles, war mir jetzt noch zu meinem Glück fehlt ist ein Elch. Ein deutscher Tourist erklärt mir zwar, er hätte „Sreehundred Meters from hier in se forrest“ einen gesehen. Das Tier scheint sich aber aus dem Staub gemacht zu haben, als es gemerkt hat, dass ich unterwegs bin.
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  • Day16

    Rockende Berge

    June 15, 2016 in Canada ⋅ 11 °C

    Auf dem weiteren Weg zum Nationalpark klart es immer mehr auf und als ich bei Sonnenschein durch das Eingangstor fahre, bin ich sofort überwältigt. Die phantastische Landschaft aus Seen und hohen, teilweise schroffen Bergen zieht mich sofort in ihren Bann. Es ist, als hätte ich tatsächlich ein Tor in eine andere Welt durchschritten. Das klingt nach Sprüchen aus dem Werbeprospekt, aber ich habe das tatsächlich so empfunden.

    Hier machen die Rocky Mountains ihrem Namen wirklich mal Ehre. Nach unzähligen Fotostopps komme ich in dem adretten kleinen Touristenstädten Jasper an und ergattere noch den letzten Platz im Hostel.
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  • Day16

    Windy Weather in Alberta

    June 15, 2016 in Canada ⋅ 🌧 5 °C

    Es regnet, als ich Dawson Creek verlasse. Die Temperaturen liegen um die 7°C. Dazu kommen stürmische Böen. Sommer sieht bei mir anders aus. Im Radio sagen Sie, es habe zwischen dem 15. Mai und heute dreimal so viel geregnet wie im letzten Jahr. Es beruhigt mich, dass dieses Wetter nicht normal ist. Sonnenschein wäre natürlich trotzdem schöner. Vor allem, wenn man auf dem Highway immer wieder hinter Lastern herfahren muss.

    Ich nehme den Bighorn Highway zunächst Richtung Gand Cache. Als ich in der Minenstadt ankomme, hat es zumindest aufgehört zu regnen. Der Wind lässt gibt mir trotzdem das Gefühl, dass draußen Minustemperaturen herrschen. Immerhin muss ich beim Aussteigen die Tür nicht selber schließen. In der Ferne sind höhere Berge mit frischem Schnee zu sehen.
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  • Day15

    Am Nullpunkt

    June 14, 2016 in Canada ⋅ ☁️ 13 °C

    Keine Angst! Mein persönlicher Nullpunkt ist noch lange nicht erreicht.

    Das Schlaf-Experiment ist erstaunlich gut verlaufen. Obwohl es ein wenig unbequem war und ich nachts einige Male meine Schlafposition anpassen musste (Lernprozess), bin ich recht gut ausgeschlafen, als ich mich auf die letzte Etappe des Alaska Highway mache.
    Auch mein Navi hat sich wieder erholt und weist mir wieder den Weg. Das ist aber auch nicht wirklich schwer, denn es geht immer geradeaus die Straße entlang. Die letzten 450 Kilometer des Alaska Highway sind ziemlich unspektakulär. Auf beiden Seiten der Straße zieht sich nach einem breiten Grasstreifen der Nadelwald hin. Eventuelle spektakuläre Aussichten werden von den Regenwolken verdeckt. Rund 100 Kilometer vorm Ziel hört es auf zu regnen, sodass ich trockenen Fußes in Dawson Creek ankomme. Damit habe ich die Meile 0 des Alaska Highways erreicht und bereite mich auf neue Abenteuer vor.
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  • Day14

    Über die Berge

    June 13, 2016 in Canada

    Die Straße folgt zunächst dem Toad River und windet sich dann immer höher ins Gebirge hinauf bis zum Summit Lake. An einigen Stellen liegt sogar etwas Schnee. Dann geht es in ähnlich abenteuerlichen Windungen wieder bergab nach Fort Nelson.

    Kurz bevor ich in den Ort komme fährt mein Navi nach einem kurzen Stopp nicht mehr hoch. Ich hoffe, das ist nur eine kurzfristige Laune. Trotzdem decke ich mich im Visitor Center mit Straßenkarten für die nächsten Tage ein. Die Liste möglicher Quartiere zeigt auch einige Motels mit vernünftigen Preisen. Das erste ist gleich um die Ecke und sieht schon von außen wie eine Bruchbude aus, die das Geld nicht wert ist. Ich habe die Schnauze voll von überteuerten kanadischen Motels und werde heute erstmals versuchen, auf der Ladefläche meines Autos zu schlafen.
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  • Day14

    Regen am Muncho Lake

    June 13, 2016 in Canada

    Relativ früh breche ich bei der Coal River Lodge auf und mache mich auf die Reise in Richtung Fort Nelson. Es regnet – nicht besonders stark aber stark genug, um unangenehm zu sein. Gleich einige Kilometer nach dem Start habe ich meine erste Begegnung mit der regionalen Fauna. Diesmal ist es gleich eine ganze Herde Bisons, die seelenruhig am Straßenrand grasen. Diese Tiere scheint wirklich nichts aus der Ruhe zu bringen. Ein paar tun mir sogar den Gefallen und gehen für die Kamera über die Straße. Kurz darauf weisen die Lichter wartender Autos schon auf die nächste Herde hin. Diesmal sogar mit einigen Kälbchen, die sehr seltsame Bocksprünge aufführen.

    Die Straße ist auf dem gesamten Abschnitt relativ schmal. Etwa vergleichbar mit einer deutschen Landstraße. Besonders schnell kann man hier nicht fahren. Die vielen Kurven und das ständige Auf-und-Ab tun das ihre dazu. Andererseits wird es so auch nicht langweilig. Ich habe immer was zu tun und hinter der nächsten Kurve kann schon das nächste Erlebnis warten.

    Auch bei Regen bieten die verhangenen Berge immer wieder schöne Fotomotive. Eine ganze Weile lang folgt die Straße dem Muncho Lake, der bei schönem Wetter grün sein soll. Heute ist er eher grau. Es klart sogar ein wenig auf und an einer wunderschönen Stelle – dort wo der Toad River den Muncho Lake verlässt – mache ich eine Malpause. Ich überlege lange hin und her, ob das Wetter anhält und beschließe letztlich, mich auf die Ladefläche meines Honda zu setzen. Das ist eine gute Entscheidung, denn als ich fast fertig bin beginnt es in Strömen zu gießen. Mein Skizzenbuch ist aber im Trocknen und bekommt nichts ab.
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  • Day13

    Jetzt wird's einsam

    June 12, 2016 in Canada

    Leider ist das Wetter während meines Aufenthalts im Schilderwald nicht besser geworden und so setze ich meine Reise bei leichtem Regen fort. Es geht jetzt in eine der einsameren Ecken des Alaska Highway. Bis nach Fort Nelson, der nächsten größeren Siedlung, sind es über 500 Kilometer. Das schaffe ich heute auf keinen Fall mehr. Ich könnte auch erstmals auf der Ladefläche meines Autos schlafen, aber ehrlich gesagt ist es mir lieber, wenn mein Laptop dazu Strom hat, damit ich mir die Zeit vertreiben kann – und außerdem regnet‘s.

    Zunächst steht aber noch meine nächste Begegnung mit der örtlichen Fauna auf dem Programm. An der Grenze zur Provinz British Columbia wird man per Hinweistafel aufgeklärt, dass man hier bitte besonders auf Bisons achten soll, die dunkel sind und nachts gern mal auf der Straße rumstehen. Wie auf Kommando sehe ich einige Kilometer später am Straßenrand einen dunklen Fleck. Ich fahre rechts ran. Der Bison ist kein Bär und grast weiter, als hätte er mich gar nicht bemerkt. Erst als ich das Auto wieder anlasse hebt er einmal kurz den Kopf. Etwas später tauchen ein paar weitere grasende Tiere auf. Diesmal fahre ich weiter, denn es ist nicht immer genug Platz am Straßenrand. Auch einen weiteren Bären (diesmal einen schwarzen) sehe ich mir nur durch die Scheiben an. Die Begegnung mit dem letzten ist noch nicht lange genug her.

    Schließlich lande ich in der Coal River Lodge. Die Unterkunft ist einfach und teuer – aber trocken und es gibt Strom.
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  • Day13

    Willkommen im Schilderwald

    June 12, 2016 in Canada ⋅ ☁️ 17 °C

    Irgendjemand ist hier auf die Idee gekommen, Schilder (Ortsschilder, Straßenschilder, Hinweisschilder, Spaßschilder, Autokennzeichen, Wegweiser … Schilder halt) aus aller Welt an lange Pfosten zu nageln und daraus einen wahrhaftigen Schilderwald zu bauen. Ich bin total begeistert, vergesse die Zeit und renne wild fotografierend durch das Wirrwarr der Schilder. Viele sind aus Deutschland, was die Sache für mich nur noch spannender macht.Read more

  • Day13

    Reißender Rancheria River

    June 12, 2016 in Canada ⋅ ☁️ 13 °C

    Wohlgenährt mache ich mich auf den Weg nach Watson Lake. Unterwegs lasse ich natürlich wie immer keinen Parkplatz und Rastplatz aus. So stoße ich zum Beispiel auf die Rancheria Falls, eine Stelle, an der sich der Rancheria River tosend an einer Felseninsel gabelt und an beiden Seiten kleine Katarakte bildet. Gut! „Falls“ ist vielleicht ein klein wenig übertrieben, aber imposant anzusehen ist es trotzdem.Read more

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