• Chamouille

    May 21 in France ⋅ ⛅ 22 °C

    Als wir heute morgen loslaufen ist es sehr neblig und alles ist feucht. Kurz nach dem Dorf geht die Strasse in einen Feldweg über. Der Weizen hat feine und das Gras grosse Wasserperlen. Unsere Schuhe und Hosenstösse sind bald nass. Wir umrunden zu dreiviertel einen kleinen Militärflugplatz. In Juvincourt-et-Damary angekommen sind wir froh, dass die Schuhe innen immer noch trocken sind. Auf der langen asphaltierten Nebenstrasse nach Corbeny können sie wieder abtrocknen. Dort trinken wir in einem kleinen Hotel, im Restaurant/Bar ein Kaffee. Wir staunen immer über die Einrichtungen. Die Lokale sind multifunktional. Restaurant, Bar, Rezeption, Kiosk, Papeterie, für alle Bedürfnisse gibt es was. Und was da alles gehortet wird an Kleinkram, Dekomaterial, Papier, Schreibstifte, Reklameschilder, und und und.
    Es geht Richtung Lac de l'Ailette weiter. Auf halbem Weg unseres Restmarsches erreichen wir die ehemalige Abbaye de Vauclair. Die Anlage, die heute nur noch als Ruine existiert, zeugt eindrücklich von den Zerstörungen des Ersten Weltkriegs. Dennoch bietet sie einen faszinierenden Anblick, da die Überreste von Archäologen behutsam freigelegt und gesichert werden. Für uns war dieser Ort eine besondere Abwechslung auf dem Marsch, ein stiller Punkt, der uns für einen Moment innehalten liess und die Geschichte der Region greifbar machte.
    Zu unserem Zielort Chamouille geht's zuerst durch den Wald, dann über die vorgelagerte Auenlandschaft des Lac de l'Ailette. An diesem See ist eine schöne und grosse Feriensiedlung mit verschiedenen farbigen Cottages. Wir haben ein Zimmer im Hôtel du Golf de L'Ailette reserviert. Nach der Ankunft und unserem Prozedere setzen wir uns auf die Sonnenterassee und geniessen ein Glas Weisswein bei angenehmer Sonnenwärme. Wir haben Halbpension und müssen also nicht mehr irgendwohin. 
    Das Nachtessen war vorzüglich, ein Dreigänger mit Wein mit schöner Aussicht auf den See.
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