• Karin Zumstein
Current
  • Karin Zumstein

Lausanne - London VF

An open-ended adventure by Karin Read more
  • Currently in
    🏴󠁧󠁢󠁥󠁮󠁧󠁿 Canterbury, England
  • Canterbury

    Yesterday in England ⋅ ☁️ 18 °C

    Wir nehmen in einem Café am Stadtrand von Dover unser Frühstück ein. Ein englisches Frühstück mit 2 Spiegeleiern, Toast, Pilzen und Tomaten und Kartoffel-Bohnen Puffer. Nicht gerade unser Geschmack, aber wir brauchen Energie für die doch recht lange Strecke. 
    Zuerst geht's einfach mal hoch um dann auf einem Plateau zu wandern. Es sind sehr schöne Wege. Vielfach wandern wir durch Heckenpfade, Feldwegen und was sehr speziell ist, auf Trampelpfaden quer durch Weizen- oder Maisfelder. Hier hat scheinbar der Wanderer über die Agrarwirtschaft die Oberhand. 
    Unterwegs streifen wir die Dörfer nur am Rande. Aber wir sehen doch ein paar alte Kirchen mit alten Gräbern. 
    Die Felder sind nicht wie in Frankreich voll ausgenutzt. Es finden sich immer wieder ungenutzte Fläche wo die Blumen Platz finden und prächtig gedeihen. 
    In Canterbury angekommen geht es mal zum Kaffeetrinken. Dann zur Kathedrale wo wir mit unseren Pilgerpässen einfach Einlass bekommen. Die Kathedrale ist riesig und auf verschiedenen Ebenen angelegt. Es geht immer wieder einige Stuffen hoch und wieder runter. Es gibt Seitenschiffe und verschiedene Kirchen, Kapellen und Kryptas innerhalb der Kathedrale. 
    Von dem allem und der über 30 km langen Wanderung sind wir erschöpft. Daher gehen wir ins Hotel, welches innerhalb des Geländes der Kathedrale liegt. Hier erfahren wir, dass wir als Gäste eine Messe mit Chorbegleitung besuchen können. Also schnell duschen und schon geht's zurück in die Kathedrale.
    Zum Glück haben wir morgen einen Ruhetag eingeplant. Von der Stadt haben wir noch nichts gesehen. Zum Nachtessen kommen wir auch sehr spät und sind im Restaurant die letzten Gäste.
    Read more

  • Dover

    June 6 in England ⋅ 🌧 15 °C

    Wir hatten wohl gestern mit dem Wetter wieder sehr viel Glück. Beim heutigen tristen und regenverhangenem Himmel wäre die Strandwanderung alles andere als schön und angenehmen gewesen.
    Wir sind heute morgen etwas angespannt, ob alles mit der Überfahrt nach Dover auch klappt. Aber es funktioniert wie geplant. Der Shuttlebus ist pünktlich und nicht überfüllt. Die Abfertigung am Terminal läuft etwa gleich ab wie auf einem Flughafen. Man geht aber zur Kontrolle durch beide Zölle. Mit dem Transferbus fahren wir als erste Passagiere direkt auf die Fähre. Der Eurotunnel war keine Alternative, da man als Fussgänger beim Tunnelportal kein Zugang erhält.
    Auf der Fähre war es angenehm ruhig. Gesehen haben wir bis auf die Küsten und das eine und andere Schiff nur das Wasser. Bei der Ankunft müssen wir als Fussgänger lange warten, bevor wir das Schiff im Bus verlassen können. Der Bus chauffiert uns bis ausserhalb der Sperrzone der Hafenanlage. Danach müssen wir unseren Weg wieder selber finden.
    Das Wetter ist mehr als garstig. In den Pellerinen laufen wir in das Zentrum von Dover und gehen erst mal etwas trinken. 
    Den Pilgerstempel holen wir im Geschichtsmuseum, wo wir die Gratisausstellung der Geschichte von Dover, auch gleich besichtigen. Es gilt noch die Eincheckzeit für das Hotel abzuwarten. Hier gehen die Uhren eine Stunde nach, also keine Sommerzeit.
    Nach dem Bezug des Zimmers laufen wir zum Dover Castle hoch. Es gibt jedoch einen saftigen Eintrittdpreis. Für die verbleibenden eine bis zwei Stunden ist es das uns nicht wert, da die Zeit für eine ausfürliche Besichtigun zu kurz ist und es auch wieder zu regnen beginnt. Wir laufen die Strasse entlang des Castle hoch und sehen es uns aus der Ferne an. Nachher geht es wieder steil nach unten in die Stadt zu einem Bier und Ginger. 
    Der Einkauf ist auch noch zu erledigen. Morgen haben wir eine lange Strecke bis nach Canterburry vor uns. Wir hoffen auf besseres und vor allem trockeneres Wetter.
    In einem italienischen Restaurant finden wir etwas feines zu essen.

    Die Engländer sind bezüglich Kälteempfindung schon etwas eigenartig. Sie laufen bei 13° barfuss in Sandaletten, kurzen Hosen oder Miniröcken und ärmellosen T-Shirts herum. Auch lassen sie die Klimaanlagen im Hotelzimmer und in den Lebensmittelläden laufen. In Bereichen mit gekühlten Lebensmitteln erfriert man nahezu.
    Read more

  • Calais

    June 5 in France ⋅ 🌬 17 °C

    Heute haben wir in Frankreich die letzte Etappe nach Calais vor uns. Nach dem Aufbruch im Hotel sind wir in ein paar Minuten am Strand, wo uns die VF mehrere km am Atlantikufer entlang führt. Es ist herrlich, wir geniessen den Strandlauf am Morgen trotzdem uns ein kühler Wind in den Rücken bläst. Es ist teilbewölkt aber die Sonne scheint immer wieder durch die Wolken. Es sind nur wenige Leute unterwegs und dies meist mit ihren Hunden. Der Strand ist noch breit, was wir auf die Ebbe zurückführen.
    Beim Cap Blanc Nez verlassen wir den Strand und steigen hoch zum Monument to the Dover Patrol. Eine Infotafel zeigt, dass an dieser Stelle vor tausenden von Jahren eine schmale Landbrücke zwischen Frankreich und England bestand.
    Anschliessend wandern wir bis Sangatte über die Hügeln. Hier sehen wir im Gelände hunderte Einschlagskrater in allen Grössen aus dem 2. Weltkrieg. In dieser Gegend gibt's auch noch viele Bunker. Diese liegen teilweise abgestürzt am Strand, oder stehen am Klippenrand und warten noch auf ihren Absturz. Nich wenige sind aber auch noch gut in den Hügeln eingebettet. 
    Nach Sangatte laufen wir entlang der Uferpromenade Richtung Calais. Hier gibts reihenweise, quer zum Wasser angeordnete Buhnen die die Landerosion und somit das abfliessen des Sandes verringern sollen.
    Einen Teilabschnitt laufen wir hinter den bewachsenen Dünen. Der Weg ist beschwerlich, da er teilweise nur aus Feinsand besteht. Vor Calais treffen wir wieder auf den Strand. Er erscheint fast weiss, da der Wind den Feinsand über die Fläche treibt. Unsere Beine erhalten dabei ein kaum spürbares Gratispeeling.
    Calais selber hat bis auf das Hotel du Ville und die Opera nicht viel zu bieten. Es macht eher einen etwas heruntergekommenen Eindruck. 
    Bei einer älteren, mit Gold behängten Dame, einer richtigen Französin, essen wir einen speziellen Dreigänger. Er schmeckt ausgezeichnet. 
    Für Morgen haben wir Plätze auf der P&O Fähre nach Dover reserviert. Wir hoffen es klappt alles mit dem Gratisshuttle
    Read more

  • Wissant

    June 4 in France ⋅ 🌬 14 °C

    Am Morgen als wir aufstehen regnet es bereits und es sieht düster aus. Beim Ablaufen ist es wieder trocken. So geht es bis zum Mittag, der Regen wechselt sich mit bewölktem und sonnigem Himmel. Regepellerine an und wieder ab weil es sonst zu warm darunter wird. Guido verzweifelt fast ab mir. Aber am schlimmsten ist es mit dem Wind. Unglaublich wie stark er bläst. Man muss sich richtig gegen die Windböen stemmen. Wenn er kurz aufhört fällt man fast nach vorne. Wenn er seitlich angreift drückt er dich ein Schritt weg oder wirft einem fast aus der Spur. Am schlimmsten ist es auf dem Mont de Couple. Da kommt man buchstäblich ins torkeln, das Handy wird einem fast aus den Händen gerissen. Es ist eine kurze Strecke aber sehr kräftezehrend.
    Schön sind die Felder im Wind, die Wogen im Getreide gestalten sich wie das Meer, sie werfen Wellen.
    Kurz vor Wissant, auf den vorgelagerten Hügeln sichten wir die ersten Möwen und die Bunker aus dem 2. Weltkrieg. 
    In Wissant trinken wir als erstes einen Espresso an der Sonne und merken, dass es hier einige Touristen hat. Komisches Gefühl nach so langer Zeit in abgelegenen Gegenden und Dörfern. 
    Wir beziehen anschliessend das Hotelzimmer um schon bald danach zum Strand zu laufen. Das Meer ist rauh und hat Gischt, was die Kitesurfer draussen vermutlich lieben.
    Der Wind bläst unvermindert. Wir können erahnen was das heisst für unsere morgige letzte Etappe in Frankreich nach Calais. Warm anziehen und den Sonnenhut sichern.
    Ein grosses Etappenziel ist für uns mit der Ankunft am Meer erreicht. Die 1'250-Kilometer-Marke haben wir heute Abend hinter uns gelassen. Unser bisheriger Fussmarsch von Lausanne aus war ein langer Zickzackkurs quer durch Frankreich, und unser Ziel liegt noch vor uns.
    Read more

  • Guînes

    June 3 in France ⋅ 🌬 15 °C

    Nach einem sehr kargen Frühstück und der Kurzreinigung des Appartements(*) laufen wir etwa zwei km den gleichen Weg wie am Vortag zurück um wieder auf die VF zu gelangen. Es geht auf einer Nebenstrasse einen hohen Hügelkamm hinauf und auf der andern Seite wieder ins Tal runter. Dann durchwandern wir ein ellenlanges Dorf, bei dem die Häuser an der Strasse aufgereiht sind. Wir hoffen auf ein offenes Restaurant und machen extra einen Umweg. Leider ergebnislos, wieder sind alle Lokale zu.
    Also nehmen wir etwas enttäuscht den nächsten Hügel in Angriff. Der Wind ist extrem stark, er bläst uns frontal an und es braucht viel Kraft sich dagegen anzustemmen. Auf dem Hügelplateau wird es ohne Hecken echt mühsam. Die Regenwolken kommen bereits bedrohlich näher. 
    Wir schaffen es gerade noch in den Wald hinein als der Regen losbricht.
    Es ist ein feiner, fast sprühartiger Regen der kaum durchs Blätterdach dringt. Wieder mal Glück gehabt. Der Wald ist sehr schön. Auf der einen Seite hat er starke Buchen, auf der anderen Seite ist es ein dichter feinstämmiger Kulturwald. Auf einer Lichtung essen wir das Wenige essbare was wir noch im Ruchsack haben. Bald geht es ab der VF in unser Zielort Guînes, wo wir in einem Hotelzimmer in einem alten umgebauten Landgut nächtigen. Kaum sind wir angekommen beginnt es wieder zu regnen. Diesmal heftiger und mit Windböen. Mal im Zimmer, zieht es uns nicht mehr so richtig wieder hinaus in den Regen um den Dorfkern zu besichtigen. Wir verschieben es immer wieder. Das Nachtessen haben wir zum Glück im Hotel reserviert. 
    Trotzdem Calais näher liegt, geht es morgen nicht direkt nach Calais sondern nach Wissant ans Meer. So ist die Wegführung der VF.

    * Die meisten französischen Appartementvermieter haben grosse Ansprüche an den Gast. Du musst die Bettwäsche selber abziehen, den Abfall trennen und selber in den Container werfen, alles abwaschen und wegräumen,  manchmal sollte man sogar noch die Böden machen. 
    Sie verlangen viel, wollen aber selber wenig geben. Es fehlt teilweise Seife. Preisen das  Appartement mit Waschmaschine an, stellen sie aber ab, es fehlt an Waschmittel, etc. Heizungen funktionieren nicht oder isr auf max. 19° Grad eingestellt. Späte Eincheckzeiten und frühe Auscheckzeiten. Wir haben diesbezüglich bisher schon einiges erlebt.
    Die Trennung des Abfall wird immer gross thematisiert, sie haben aber nur ein Abfallbeutel und ein Kübel. Wie soll das funktionieren?
    Read more

  • Landrethun-lès-Ardres

    June 2 in France ⋅ 🌬 17 °C

    Am Morgen haben wir ein reichhaltiges Frühstück im Hotel erhalten. Auch eine kleine Zwischenverpflegung können wir mitnehmen. 
    Kurz nach unserem Aufbruch besuchen wir am Dorfrand die Abbaye Saint-Paul de Wisques, hier leben noch Benediktiner, die sich mehr abschotten als die Benediktinerinnen. 
    Schon bald darauf erreicht uns die Regenfront. Wir ziehen die Pellerinen an, da es nicht nur nach einem kurzen Regenschauer aussieht. Der Weg führt auch über grasbewachsene Feldwege. Da sind auch bald die Schuhe nass. Dreckstollen sind zusätzlich garantiert auf Feldstrassen, es ist teilweise eine grosse Rutschpartie. Der Regen aber hört nach zwei Stunden auf und die Sonne drückt etwas durch. Der kühle Wind wird stärker, bis uns aus dem Nichts ein heftiger Mittasgregen wieder unter die Pellerinen zwingt. Klatschnass treffen wir in Tournehem-sur-la-Hem ein. Wir haben Glück, der kleine Lebensmittelladen ist für den Nachtessenseinkauf noch offen. Auch die alte Dame auf dem Dorfplatz hat ihr Café de la Mairie noch geöffnet. Sie empfängt uns sehr freundlich. Wir sind glücklich die nassen Sachen abzulegen und uns bei einem Kaffee aufwärmen zu können. Sie führt ein Gästebuch für Pilger wo wir uns auf ihren Wunsch ebenfalls eintragen.
    Los geht es wieder ohne Regen. Aber nach kurzer Zeit kommt ein erneuter, kurzer Regenguss. Der Weg geht hoch auf einen Hügelkamm wo wir auf eine die Ruine der Chapelle Saint-Louis stossen und der Wind uns fast umbläst. Wir wandern den ganzen Tag im auf und ab der Hügel. Der  Weg wird dadurch abwechslungsreicher. 
    Bevor wir Landrethun-lès-Ardres erreichen überqueren wir noch die TGV-Strecke nach Calais. 
    Wegen der Wettersituation fällt die Zwischenverpflegung aus, wir verschieben sie auf unsere Ankunft im Appartement.
    Da es im Dorf ein Box-Einkaufsladen gibt (Schliessfächer mit Nummern, wie ein Selectaautomat), können wir sogar noch etwas für das Morgenessen einzukaufen.
    Die Grosswäsche und die Planung ist das weitere Programm für den Nachmittag. 

    Noch etwas zu den Bauernhöfen.
    Die meisten sind in den Dörfern integriert oder am Dorfrand angesiedelt. Dass Höfe alleine auf dem Feld stehen ist die grosse Ausnahme. Sie sind meistens sehr gross mit diversen Bauten um einen grossen  Innenhof angeordet, sowie mit grossen Wohnbauten wie Herrenhäuser.
    Die Miststöcke liegen aber immer weit draussen auf dem Feld an einem Feldweg. Wir haben noch keinen beim Hof direkt gesehen. Dies vermutlich wegen den Geruchsemmissionen und der Hygiene.
    Es gibt riesige Höfe die verlassen sind, aber auch andere die frisch renoviert wurden und man kaum erkennt, dass es ein Bauernbetrieb ist. Erst wenn man die Hinteransicht sieht erkennt man den Geräte- und Maschinenpark.
    Read more

  • Wisques

    June 1 in France ⋅ ☁️ 20 °C

    Heute liegt noch einmal ein langer Weg vor uns. Das Wetter macht wieder mit. Es ist leicht bewölkt, aber die Sonne sieht man sehr oft. Es bläst den ganzen Tag ein kühler Wind,  welcher auch die brummenden Windräder an welchen wir vorbeigehen gehörig antreibt. So lässt es sich gut laufen. 
    Am Morgen umrunden wir einen Steinbruch aber erwischen den falschen Weg und stehen unvermittelt vor einer stark bewachsenrn und hohen Böschung. Also steigen wir durch dorniges Gestrüpp auf die Krone der Böschung um oben zu merken, dass es ca. 15 m auf einer kiesigen Steilwand in die Grubenstrasse, auf den offiziellen Weg zurückgeht. Wieder einmal kommen wir mit zerkratzten Beinen unten an, aber wir haben es gut geschafft.
    Im Steinbruch wird ein sehr weisser Stein, vermutlich Kreidenstein abgebaut. Wieder kreuzen Hasen unseren Weg und wir scheuchen Fasanenmännchen auf, doch für ein Foto sind sie einfach viel zu schnell.
    Heute kommen die Felder sehr gut zur Geltung. Die Linsenfelder mit ihren zartblauen Blüten, die Gerstenfelder die langsam goldgelb werden und die Weizenfelder die in der Sonne silbern glänzen. 
    Wir kommen gut voran und treffen bereits um 14.00 Uhr am Zielort in Wisques ein. Daher besuchen wir vor dem Hotelbezug noch die Abbaye Notre-Dame de Wisques. Hier leben doch noch zirka 20 Benediktinerinnen. 
    Wir wohnen in einem grosszügigen Bungalow-Appartement unseres Hotels. Bis zum Abendessen entspannen wir und planen gemeinsam eine alternative Route. Nach Calais laufen und mit der Fähre nach Dover übersetzen oder nach Boulogne-sur-Mer gehen und mit einem Segelboot nach Dover chippern. Das wäre der schönere Küstenabschnitt, jedoch der längere Weg. 
    Die Verfügbarkeit des Seglers müssen wir noch prüfen.
    Wir essen im Hotel wieder mal ausgezeichnet und geniessen es ausgiebig.
    Read more