Liettres
May 31 in France ⋅ ⛅ 17 °C
Nach den heissen Tagen ist es am Morgen nun kühl und bedeckt. So wie es der Wetterbericht tags zuvor prognostiziert hat und wir gehofft haben. Wir haben eine sehr lange Etappe, mit nur wenigen Waldstücken vor uns. Wir ziehen uns seit langem wieder eimal die Jacken über.
Wir gehen durch viele Dörfer, über Feldwege und auf Nebenstrassen. Die Dorfstruckturen ähneln fast auf der ganzen Strecke der Zechkolonie von Bruay-la-Buissière. Die Abraumhügel sehen wir in der Landschaft verstreut auch immer wieder. Auch heute laufen wir auf Dammwegen. Mit den Abraumhügeln ist uns heute klar geworden, dass dies alte Bahndämme sind. Auch die Linienführung, Breite und die Horizontalität sprechen dafür.
Uns ist seit gestern aufgefallen, dass es in den Dörfern und am Wegrand viele Kapellen gibt. Die meisten davon sind verwahrlost oder mit staubigen Gittern verbarrikadiert, als ob es in den Kapellen etwas zu holen gäbe.
In Amettes finden wir doch mal ein offenes Restaurant mit Terrasse. Freudig legen wir unsere Rucksäcke draussen ab und gehen rein für die Bestellung. Die Wirtin winkt ab, meint die Terrasse sei geschlossen und drinnen gibt es nichts für uns, trotzdem noch Tische frei waren. Sie schien mit den anderen Gästen wohl schon überfordert zu sein. Wir sind mehr als angesäuert über diese Gastfreundschaft. Also ziehen wir weiter. Im gleichen Dorf finden wir einen Park mit einem Kreuzgang und einer sehr alten Pilgerunterkunft.
In Auchy-au-Bois geht die Strasse steil nach unten zum Dorfbach. Was treffen wir an, eine Komplettsperrung wegen dem Neubau der Brücke. Es stehen nur noch die seitlichen Geländermauern. Zurück ist keine Option wegen der Wegstrecke, auch über die schmalen Mauerwerke wäre ein Abenteuer für sich. Also zwängen wir uns durch die Absperrung und das Gebüsch und springen über die senkrechten etwa 1.5 m hohen Erdwände in die Grube. Über die Baugrube um dann auf der anderen Seite wieder rauszukommen. Zum guten Glück ist in der Wand ein abgeschnittenen Rohr, das uns als Steighilfe dient.
Wir sind um 16.00 Uhr in Liettres und warten bis zur Eincheckzeit um 17.00 Uhr in einer kleinen Baumallee. Per Mail kündet der Vermieter an, dass es erst auf 18.00 Uhr möglich ist. Wir sind heute bereits das zweite mal sauer auf die französische Gastfreundschaft. Was sollen diese späten Eincheckzeiten?
Leider haben viele Unterkünfte in Frankreich sehr späte Eincheckzeiten, zum Leid derer die zu Fuss unterwegs sind.
Kochen müssen wir heute selber, da es weit und breit nichts gibt und die Unterkunft nur Frühstück anbietet. Wir haben uns für das Nachtessen unterwegs noch Pasta und Sauce eingekauft.Read more



