• Wissant

    4. juni, Frankrig ⋅ 🌬 14 °C

    Am Morgen als wir aufstehen regnet es bereits und es sieht düster aus. Beim Ablaufen ist es wieder trocken. So geht es bis zum Mittag, der Regen wechselt sich mit bewölktem und sonnigem Himmel. Regepellerine an und wieder ab weil es sonst zu warm darunter wird. Guido verzweifelt fast ab mir. Aber am schlimmsten ist es mit dem Wind. Unglaublich wie stark er bläst. Man muss sich richtig gegen die Windböen stemmen. Wenn er kurz aufhört fällt man fast nach vorne. Wenn er seitlich angreift drückt er dich ein Schritt weg oder wirft einem fast aus der Spur. Am schlimmsten ist es auf dem Mont de Couple. Da kommt man buchstäblich ins torkeln, das Handy wird einem fast aus den Händen gerissen. Es ist eine kurze Strecke aber sehr kräftezehrend.
    Schön sind die Felder im Wind, die Wogen im Getreide gestalten sich wie das Meer, sie werfen Wellen.
    Kurz vor Wissant, auf den vorgelagerten Hügeln sichten wir die ersten Möwen und die Bunker aus dem 2. Weltkrieg. 
    In Wissant trinken wir als erstes einen Espresso an der Sonne und merken, dass es hier einige Touristen hat. Komisches Gefühl nach so langer Zeit in abgelegenen Gegenden und Dörfern. 
    Wir beziehen anschliessend das Hotelzimmer um schon bald danach zum Strand zu laufen. Das Meer ist rauh und hat Gischt, was die Kitesurfer draussen vermutlich lieben.
    Der Wind bläst unvermindert. Wir können erahnen was das heisst für unsere morgige letzte Etappe in Frankreich nach Calais. Warm anziehen und den Sonnenhut sichern.
    Ein grosses Etappenziel ist für uns mit der Ankunft am Meer erreicht. Die 1'250-Kilometer-Marke haben wir heute Abend hinter uns gelassen. Unser bisheriger Fussmarsch von Lausanne aus war ein langer Zickzackkurs quer durch Frankreich, und unser Ziel liegt noch vor uns.
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