Kautokeine bis Vittangi
19. juni 2024, Sverige ⋅ ☁️ 13 °C
Gefahrene Kilometer: ca. 200 km
Fahrzeit: ca. 3 Stunden
Die Nacht heute war absolut Horror… Mein Kopf hat einfach keine Ruhe gegeben und das Summen der Mücken hat nicht wirklich geholfen. Wann immer ich das Licht angemacht habe, schwirrte ein neuer Schwarm Mücken an der Decke. Dabei habe ich sie doch gerade alle erschlagen! Schnuckel gleicht langsam einem Schlachtfeld… Es ist mir ein Rätsel, wo die herkommen. Gegen 4 Uhr am Morgen klebe ich die Lüftungsschlitze meiner Dachklimaanlage ab, da summt es auch verdächtig hinter. Bei nächster Gelegenheit kommt das Ding raus, braucht kein Mensch! Vorerst ist hier aber Ruhe. Auch am Dachfenster kommen die Mücken weiterhin durch, obwohl ich das mit Panzertape gründlich abgeklebt hatte. Kurzerhand klebe ich das gesamte Fenster mit einer Plastiktüte ab. Das scheint tatsächlich zu helfen! Und ganz allein bin ich mit diesem Problem wohl nicht. Von den Nachbarn hört man regelmäßiges Fluchen und alle sind erstaunlich früh am nächsten Morgen verschwunden. Wir hatten wohl alle keine wirklich entspannte Nacht…
Zwei, drei Stunden muss ich dann wohl doch noch geschlafen haben, denn plötzlich ist es nach 10 Uhr. Trotzdem bin ich wie gerädert… Nach einer heißen Dusche und einem Kaffee regen sich die Lebensgeister dann zumindest ein bisschen. Also, bloß weg hier! Mal sehen, wie weit wir heute kommen, bevor ich einschlafe… Nach einigen Kilometern halte ich nochmal kurz an. Ich schulde euch ja noch den Bericht von gestern! Dafür hat das Mobilfunknetz gestern Abend nicht ausgereicht. Sorry!
Das erste Ziel für heute ist das Besucherzentrum von einem Nationalpark hier in der Nähe. Dort gibt es ein kleines Museum über die Sami-Kultur hier im Norden und ein Café. Das Wetter ist grau und nass, da passt ein Museumsbesuch definitiv. Und vielleicht bekomme ich ja auch noch was zum Frühstück! Der Plan geht leider nicht so ganz auf, denn das Café öffnet erst wieder Ende Juni. Ist wohl noch nicht genügend los hier. Aber das Museum ist echt interessant! Und da inzwischen der Regen aufgehört hat, laufe ich noch zu einem Aussichtspunkt auf einem kleinen Berg direkt hinter dem Besucherzentrum. Bei gutem Wetter hat man von hier oben bestimmt eine herrliche Aussicht, heute stehe ich allerdings größtenteils im Nebel. Aber egal, trotzdem schön hier. Weiter geht´s!
Kurz vor der schwedischen Grenze lege ich nochmal einen Stopp ein. Ich brauche eine Essenspause und auch Schnuckel könnte mal wieder ein paar Liter Diesel gebrauchen. Frischwasser gibt es hier auch, also machen wir den Tank auch gleich mal wieder voll. Frischwasser habe ich übrigens völlig problemlos und kostenfrei an der Tankstelle bekommen. Danke dafür! Frisch gestärkt machen wir uns anschließend wieder auf den Weg. Auf Wiedersehen, Finnland! Hallo Schweden!
Wirklich weit fahren wir aber nicht mehr. Die kurze Nacht hängt mir in den Knochen und auch das Wetter wird immer schlechter. Draußen braut sich aktuell ein kleines Unwetter zusammen und es regnet immer stärker. Und so suche ich mir den nächstbesten Parkplatz für die Nacht. Etwas abseits der Straße, die Aussicht auf den See ist schön und scheinbar gibt es nicht allzu viele Mücken. Hier bleiben wir! Und da es draußen weiterhin regnet und auch gewittert mache ich es mir erstmal in Schnuckel gemütlich. Ich brauche dringend ein kleines Nickerchen!
Irgendwann traue ich mich dann doch mal vor die Tür. Es regnet immer noch leicht, aber ich muss zumindest einmal schauen, wo ich hier gelandet bin. Und der Platz ist echt schön und einer dieser „Freihsteh-Highlights“! Manche Plätze sind wie der von heute morgen: praktisch, aber nicht besonders schön. Und dann hat man Plätze wie diesen, der einen positiv überrascht! Ein schmaler Plankenweg für ca. 1 km rund um den See, am Ende steht eine kleine blaue Hütte mit einer Feuerstelle. Die Schweden wissen, wie man die Natur genießt! Und das fast ohne Mücken. Herrlich! Ich genieße jeden Moment und auch der stärkere Regen kann mich nicht aufhalten. Bis ich zurück bei Schnuckel bin, bin ich nass bis auf die Haut. Ich drehe also die Heizung hoch, koche mir einen Tee und mache es mir gemütlich, um diesen Text hier zu schreiben. Die etwas graue Stimmung von heute morgen ist definitiv verflogen!
Gute Nacht & bis Morgen!Læs mere










