• Vittangi bis Luleå

    20 giugno 2024, Svezia ⋅ ☀️ 15 °C

    Gefahrene Kilometer: 400 km
    Fahrzeit: 4,5 Stunden

    Der Abend gestern war echt noch ziemlich nass. Der Regen prasselt laut auf das Dach von Schnuckel, hin und wieder donnert es auch mal leise. Eigentlich ganz gemütlich! Und so schlafe ich die ganze Nacht wie ein Stein. Was eine Wohltat, nach der blöden letzten Nacht! Der Morgen begrüßt mich dann mit strahlendem Sonnenschein und in Schnuckel wird es schon richtig warm. Also schnell anziehen, Kaffee kochen und vor die Tür! Herrlich! Eine Kleinigkeit zum Frühstück mache ich mir auch schnell noch. Jetzt aber wirklich los! Ich laufe nochmal am Seeufer entlang zu der kleinen blauen Hütte auf der anderen Seite des Sees. Dort lasse ich mir den Kaffee und mein Frühstück schmecken. Traumhaft! Irgendwann kann ich mich dann aber von der traumhaften Aussicht losreißen und gehe zurück zu Schnuckel. Schnell noch den Müll wegbringen, in Schnuckel alles wieder an seinen Platz verstauen und die Route für heute ins Handy programmieren. Los geht´s!

    Das erste Ziel für heute ist der kleine Ort Jokkmokk, Zentrum der samischen Kultur hier in Schweden. Na, mal schauen was es dort alles zu sehen gibt! Weit komme ich allerdings nicht, ein Schild am Straßenrand sagt was von Bäckerei. Die werden doch sicherlich eine Zimtschnecke haben, oder?! Ich halte also nochmal kurz an und erkunde die Lage. Und tatsächlich: Zimtschnecken und andere schwedische Köstlichkeiten. Und so gönne ich mir schnell noch ein zweites Frühstück. Lecker!

    Anschließend geht es weiter Richtung Jokkmokk. Der Ort scheint Hochburg der deutschen Wohnmobilfahrer zu sein. Hier ist der Teufel los! Naja, bin ja einer von denen… Jokkmokk selbst ist dann nicht sonderlich spannend. Es gibt einige Geschäfte, zwei Kirchen, die ganz nett aussehen und ein Museum über die samische Kultur. Das spar ich mir allerdings, war ja bereits in dem Museum in Inari. Wirklich lange halte ich mich hier also nicht auf und mache mich schnell wieder auf den Weg. Kurz hinter Jokkmokk lassen wir dann den Polarkreis und damit auch die Mitternachtssonne wieder hinter uns. Den die ist nur nördlich vom Polarkreis zu sehen. Richtig dunkel wird es nachts natürlich trotzdem im Moment noch nicht: An meiner aktuellen Position ist der Sonnenuntergang um 00:11 Uhr und Sonnenaufgang um 00.58 Uhr. Im Grunde ein ehr unspektakulärer Ort mit ein paar Toiletten und einem Souvenir-Shop. Das obligatorische Foto muss dann aber doch sein!

    Für die nächsten Rund 60 Kilometer folgen wir dann der E45 in Richtung Süden. Autofahren ist hier super entspannt: Tempomat auf 100 km/h, Podcast an und los! Einmal werden wir von einem Rentier ausgebremst, ansonsten passiert nicht viel. Irgendwann biegen wir dann aber auf kleinere Nebenstraßen ab, Ziel ist ein Campingplatz in der Nähe von einem Naturreservat mit Wasserfällen. Der Plan ist: Auf dem Campingplatz für die Nacht einchecken und dann zu Fuß zu den Wasserfällen laufen. Diesen Plan hatten wohl andere auch schon, der Campingplatz ist rappelvoll. Ok, das hat sich erstmal erledigt! Ich fahre also direkt zum Parkplatz der Wasserfälle, einen Schlafplatz suche ich mir dann später.

    Der Stopp bei den Wasserfällen (bzw. Stromschnellen) hat sich dann echt gelohnt. Es gibt einen schön angelegten Rundweg, die Umgebung ist schön und die gigantischen Wassermassen sind beeindruckend. Nicht ganz trocken kehre ich irgendwann zu Schnuckel zurück. Und wohin jetzt? Auf dem Parkplatz hier wäre eigentlich ausreichend Platz zum Übernachten, allerdings ist dies hier verboten. Überall stehen entsprechende Schilder. Dem ein oder anderen scheint das egal zu sein, die haben sich bereits häuslich eingerichtet. In erster Reihe sitzt ein Paar in Bademänteln und Gummischlappen vor ihrem Riesen-Wohnmobil und lässt sich das Abendessen schmecken. Na, wie romantisch… Aber wir sind ja gesetzestreue Freisteher und fahren weiter. In meiner Camping-App habe ich einen Parkplatz am See gefunden. Ca. 30 Minuten entfernt. Also weiter!

    Der nächste Parkplatz ist dann aber auch nicht so richtig gut… Wahrscheinlich könnte ich hier übernachten, aber es ist recht eng und ich kann mich nirgends so richtig hinstellen, ohne im Weg zu stehen. Auch sind ein paar Wohnhäuser in der Nähe. Freistehen bedeutet ja auch immer Rücksicht zu nehmen. Fühlt sich irgendwie nicht richtig an... Also suche ich mir Plan B und fahre weiter. Wirklich Lust habe ich nicht mehr und auch der Hunger meldet sich langsam, inzwischen ist es nach 18 Uhr. Aber es hilft ja nichts und auch das gehört zum Freistehen dazu. Manchmal braucht es einfach mehrere Anläufe, bis man einen guten Platz findet… Wir fahren also nochmal knapp 40 Kilometer weiter. Plan B klappt dann aber: Ein großzügiger Parkplatz an einem Naturreservat abseits der Hauptstraße. Nicht der schönste Ort, aber ruhig und sonnig. Hier bleiben wir!

    Gute Nacht & bis Morgen!
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