18.05.2026: Schwere Kost
May 18 in Rwanda ⋅ ⛅ 22 °C
Nach unserem letzten Frühstück im Hotel am Kivusee mussten wir uns von der tollen Aussicht verabschieden.
Auf dem Plan stand heute zunächst das Museum of Environment in Kibuye. Dort erhielten wir Informationen darüber, wie Ruanda mit aktuellen, aber auch zukünftigen Herausforderungen umgeht – etwa in den Bereichen Umwelt, Erderwärmung und Klima.
Ein spannendes Beispiel dafür ist zum Beispiel der Abbau von Methangas im Kivusee: Dieser dient einerseits der Energiegewinnung, verringert andererseits aber auch das Risiko möglicher Methangas-Explosionen.
Die etwa einstündige Weiterfahrt zum Nyange Genocide Memorial haben wir dank bester Stimmung und Musik mit Ohrwurmpotenzial gut überstanden. Doch dort holte uns die Geschichte ein. Wir besuchten eine Gedenkstätte, an der während des Genozids 1994 mehr als 2000 Menschen in einer Kirche ums Leben kamen. Die Menschen glaubten damals, dort einen sicheren Raum gefunden zu haben. Doch schließlich rückten mehrere Bagger an und brachten die Kirche zum Einsturz. Vor allem die ausgestellten menschlichen Gebeine und Kleidungsstücke machten uns bewusst, wie viel Leid die Menschen hier erlebt und verloren haben – und das berührte uns zutiefst.
Nachdem wir die Gedenkstätte verlassen hatten, begegneten uns Grundschüler, die uns neugierig anschauten, lächelten und zuwinkten. Dieser Kontrast zwischen schwerer Vergangenheit und lebensfroher Gegenwart war besonders eindrucksvoll.
Nicht weit entfernt besuchten wir anschließend das Memorial der Nyange School of Heroes. Dort erfuhren wir, dass es auch drei Jahre nach dem Genozid junge Menschen gab, die bereit waren, ihr Leben dafür zu geben, dass nicht mehr zwischen Hutu und Tutsi unterschieden wurde. Als bewaffnete Rebellen die Schülerinnen und Schüler aufforderten, sich nach Volksgruppen aufzuteilen, weigerten sie sich. Acht Schüler bezahlten diesen Mut mit ihrem Leben. „We are all Rwandans“ war damals ihr Credo. Besonders eindrucksvoll zeigte die Ausstellung nicht nur diese unfassbar mutigen Jugendlichen, sondern auch aktuelle Persönlichkeiten wie Malala, die sich für die Rechte von Menschen mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen einsetzen.
Nach einem stärkenden afrikanischen Buffet ging es weiter zu unserer heutigen Zielstadt Huye. In unserer Unterkunft gab es endlich wieder richtigen Wasserdruck, sodass eine erfrischende Dusche die Stimmung deutlich anhob. Am Abend wurde wieder gelacht, gespielt und gemeinsam Zeit verbracht.
Damit endete der sechste Tag unserer Reise.
Text von Greta, Merle, Fr. Ecarius, Fr. Hein
Weitere Informationen zum Völkermord in Ruanda gibt es z.B. hier:
https://www.zdf.de/video/explainer/mrwissen2gog…Read more

























