• Das Guggenheim-Museum in Bilbao…

    May 20 in Spain ⋅ ☁️ 24 °C

    …ist vom Design deutlich anspruchsvoller als sein Pendant in New York. Der Architekt Frank Gehry entwarf das Gebäude als eine skulpturale, organische Form, die sich harmonisch in die ehemalige Industrie- und Hafenlandschaft Bilbaos einfügt. Die fließenden, wellenartigen Elemente sollen an ein Schiff oder eine aufblühende Blume erinnern. Die Außenhaut besteht aus schillernden Titanplatten, die das Licht brechen und den Eindruck erwecken, die Fassade würde sich bewegen.
    Der "Bilbao-Effekt": Die Architektur war Katalysator für einen städtischen Wandel. Das Museum beherbergt nicht nur Kunst, sondern gilt als ikonisches Wahrzeichen, das den Tourismus ankurbelte und die ganze Stadt wirtschaftlich sowie kulturell wiederbelebte.

    Das Museum hat so viele Fassetten, dass ich nicht umhinkomme, den Gebäudekomplex weiträumig zu umrunden. Zuerst geht es über die Puente de la Salve -mit dem roten Portikus- über den Fluss Nervión. Die mächtigen Betonstreben der Brücke bieten sich geradezu für Graffitis an. Dann folge ich dem Flusslauf bis zum Pasarela Pedro Arrupe Zubia, meines Erachtens mit einer der beste Ort für schöne Aufnahmen des Museum, allerdings sollte man auch immer mal die Perspektive wechseln, denn die Universidad de Deusto ist auch einen Blick wert. Zurück am Museum gilt die Aufmerksamkeit noch zwei besonders bekannten Kunstwerken: "Tall Tree & The Eye" besteht aus 73 reflektierenden Kugeln, die um drei Achsen verankert sind, surreal wirkt die Szenerie, wenn über dem Brunnen noch leichter Nebel aufsteigt. Der Star auf der anderen Seite ist bestimmt die "Maman" de Louise Bourgeois. Mit einer Höhe von fast neun Metern flößt diese Spinne Ehrfurcht und Angst ein, doch ihre enorme Größe, die auf unwahrscheinlich schlanken Beinen balanciert, vermittelt auch eine fast ergreifende Verletzlichkeit.

    Wir können uns kaum losreißen, kulturell sind wir mehr als übersättigt, aber der leibliche Hunger treibt uns dennoch Richtung Altstadt. Es herrscht bereits Abendstimmung an der Bizkaiko Foru Liburutegia. Hier begegnen wir El Caminante. Der Wanderer verkörpert das Wesen der Stadt und ihrer Bewohner: stets in Bewegung und zukunftsorient. Unsere nähere Zukunft liegt im La Viña del Ensanche, hier verkosten wir -in quirliger Atmosphäre-
    ein paar Pintxos, die baskische Variante der klassischen Tapas. Gestärkt möchte man nunmehr eigentlich in das Abendleben Bilbaos eintauchen, aber wir müssen uns noch eines organisatorischen Problems annehmen. Hinsichtlich der fehlenden Duschen am Stellplatz haben wir für uns eine alternative Lösung gefunden; bevor es heimwärts geht besuchen wir eines der zahlreichen Basic Fit Studios und lassen uns anschließend sauber und frisch von der Buslinie 58 zum Wohnmobil bringen, wo uns das nächtliche Panorama Bilbaos den Atem raubt. Gerne wären wir noch einen Tag geblieben, allerdings nicht auf diesem Stellplatz.
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