Sunset in Porto
June 4 in Portugal ⋅ ☀️ 18 °C
Porto ist keine Stadt für Radfahrer, einerseits bedingt durch das viele Kopfsteinpflaster und die Hanglage, andererseits steckt anscheinend in vielen Portugiesen ein vermeintlicher Rennfahrer, heißt, die entspannten Zeiten in Frankreich und auch Spanien sind vorbei, hier sind gefühlt öfter mal Leib und Leben in Gefahr. Aber wir lassen uns nicht abschrecken und die Fußgänger zeigen Verständnis, wenn wir uns ab und zu auf den Bürgersteig retten.
Seit Tagen habe ich einen schleichenden Platten, heute finde ich nun endlich ein Fahrradgeschäft, um mir einen neuen Schlauch zu besorgen. Anschließend geht es mit den Rädern auf der unteren Ebene der Brücke über den Fluss. Es ist Feiertag, die Promenade ist proppenvoll, wir schieben die Räder, aber versuchen trotzdem möglichst schnell den Massen zu entkommen. Unser Ziel ist es, den Douro entlang bis zum Jarolim de Felgueiras zu radeln. Aus obigen Gründen gilt dieser Ausflug schon als Abenteuer, aber es hat sich gelohnt. Nicht nur ist die tosende Brandung am Leuchtturm ein ganz besonderes Erlebnis, auch wird hier eine Oldtimer-Rallye vorbereitet, viele Fans säumen die Straßen, um die liebevoll gepflegten Rennwagen zu fotografieren. Man kann für den von uns zurückgelegten Streckenabschnitt alternativ auch gut die historischen Straßenbähnchen nutzen. Zurück in der Altstadt lassen wir die Räder stehen und gehen ab jetzt zu Fuß. Die Baixa ist das von Jugendstilbauten des 19. Jh. geprägte Viertel um die Avenida dos Aliados. An deren Ende ragt das Rathaus Câmara Municipal do Porto (1920-55) mit einem 70 m hohen Turm empor. Die Skulpturen an der Fassade zeigen, worauf es in Porto ankam: Weinbau, Industrie und Navigation. Auf dem Weg zur Capela das Almas de Santa Catarina, deren Fassade tausende Azulejos schmücken. kommen wir in der Rua Formosa am Mercado do Bolhão vorbei. Die in 1914 errichtete Markthalle erstrahlt seit 2022 in frisch restauriertem Glanz. Der eigentliche Markt ist ob des Feiertags geschlossen, man kann den riesigen Gebäudekomplex aber trotzdem besichtigen. Auf der oberen Empore, wo sich die Restaurants befinden, wird auch das ein oder andere Kunsthandwerk feilgeboten.
Bevor es wieder zur Ponte Dom Luís I geht, finden wir noch das Mural “Porto Colors” by Francisco Fonseca, welch schöne Idee. Zurück am Douro warten wir in einer Bar bei einem Bier auf den Sonnenuntergang und kommen mit einem britischen Pärchen aus Cornwall ins Gespräch. Sie sind auch Wohnmobilisten und erzählen uns von ihren sehr enthusiastische Reiseplänen, wir wünschen Ihnen dafür „all the best“. Der Sonnenuntergang in Porto ist schon etwas besonderes, wir sind ein Teil der vielen Menschen, die am Flussufer und auf der Brücke stehen, den Straßenmusikern lauschen und sich von dem Farbenspiel des Himmels verzaubern lassen, ein perfekter Moment. In den Gassen stoßen wir letztendlich noch auf Streetart vom Feinsten: „Half Rabbit“, by Bordalo II. Der Weg zum Campingplatz führt uns zum Meer, insofern folgen wir -auf dem Weg zum Horizont- der untergehenden Sonne, einen schöneren Abschied hätte uns Porto nicht bereiten können.Read more























TravelerFür mich ist Porto die schönste Stadt in Portugal
Traveleraber Lissabon hat auch seinen Reiz