• Bienvenue à Arcachon

    June 14 in France ⋅ ⛅ 32 °C

    Am Sonntag sind 34° angesagt, ich habe meinen Vorbehalt angemeldet, aber die beste aller Frauen hat Heimweh und möchte weiterfahren. Der Kompromiss ist Arcachon, 200 km näher der Heimat, aber nur 2,5 Std. Fahrzeit. Den Camping dürfen wir allerdings erst ab 14:00 Uhr anfahren, insofern müssen wir 1,5 Std. überbrücken. Zu unserem Erstaunen kommen wir an einem geöffneten Lidl vorbei. Kongenial, nicht nur können wir unsere Einkäufe an einem Sonntag erledigen, sondern auch noch die Zeit in klimatisierten Räumen überbrücken. Alles ist hier „big“, die Einkaufswagen sowieso, die Wasserflaschen 2 L, die Eierverpackung 20 Stk. selbst die Chipstüten sind gefühlt doppelt so groß. Für Wohnmobilisten mit knappem Stauraum eine Herausforderung. C'est la vie. Nicht genug damit, lenkt man uns auch noch zu den Selbstbedienungs-Kassen. Super, Bildschirmarbeit im Urlaub und das auch noch auf Französisch. Eine junge Dame gibt uns gekonnt Support, fast schon stolz verlassen wir den Discounter. Nach nur 15,20 € Maut erreichen wir unser Ziel und sind immer noch 20 min zu früh, da rettet uns der König der Burger. Eine Gastronomie, die wir ansonsten zu meiden wissen, bietet uns wieder klimatisiertes Obdach. Aber diesmal sind wir Oldies gewappnet, hochmotiviert von unserem letzten Einkaufserlebnis, geben wir souverän unsere Bestellung am Bildschirm ein, zwei Café au Lait begleitet von einem großen Schokokeks und schwups, zwei Minuten später halten wir unsere Produkte in der Hand, ohne auch nur mit einem Mitarbeiter gesprochen zu haben. Arme neue Welt. Welch Wohltat ist es am Campingplatz an der Rezeption von einer äußerst freundlichen Dame begrüßt zu werden und sogar noch ein paar persönliche Worte zu wechseln. Wir wählen ein Schattenplätzchen, richten uns kurz ein und ruhen uns erst einmal aus. Gegen 16:30 Uhr satteln wir die Räder und reiten, in der Hoffnung auf etwas Abkühlung durch den Fahrtwind, Richtung Arcachon. In der Sonne fühlt sich der Fahrtwind eher nach Haare föhnen an, aber Gottseidank werden wir des öfteren auf schattigen Wegen geführt. Farbenfrohe Holzhütten und kleine Häfen der Austernfischer mit den sogenannten Pinassen (Fischerbooten) bestimmen das traditionelle Bild der Region. Dem Strand darf man kilometerlang mit den Rädern folgen; an der Promenade verlieben wir uns in Arcachon. Mit einem Eis in der Hand lässt es sich im Schatten, mit Blick auf das Cap Ferret, aushalten. Auf dem Rückweg halten wir an einem Karussell und machen ein Video für Karlotta, bevor wir abschließend noch einen gefährlichen Bahnübergang überqueren. Auch wenn es sich bereits auf 31° abgekühlt hat, verzeichnen wir im Wohnmobil noch 40°. Bis Mitternacht schaffen wir es das Womo auf 26° runter zu kühlen. Wir wissen schon, warum wir im Juli und August nicht in den Süden reisen. Bonne nuit, wir durchleben jetzt unsere erste tropische Nacht.Read more