• Huayhuash Tag 4

    September 17, 2024 in Peru ⋅ ☁️ 10 °C

    Vor einem Jahr waren wir in Cali in einem Meditationsretreat (bzw. für Engstirnigere: in einer Art Sekte). Vieles jetzt erinnert uns zurück an damals: wir stehen früh auf, kriegen kaum genug zu Essen, der Rücken schmerzt ununterbrochen, es wird kaum gesprochen und wir werden häufig mit den Fragen konfrontiert "warum tu ich mir das an?", "kann ich das wirklich nicht frühzeitig abbrechen?" oder "wieso sind hier so viele Leute aus Israel?". Aber wir haben gelernt unsere Verlangen als ebensolche wahrzunehmen, zu akzeptieren und trotzdem weiterzumachen. Und so ziehen wir weiter.

    Am nächsten Tag haben wir einen 5000er vor uns. Der Aufstieg gelingt uns souverän. Fabienne meint zwar, sie sterbe fast und der Rhythmus meiner Atmung gleicht sich derjenigen von Stevie aus "Malcolm Mittendrin" an. Oben angekommen eröffnet sich uns eine wunderbare Aussicht auf Gletscher, Seen und Berge. Kurz verweilen wir dort und beginnen dann mit dem Abstieg.

    Etwa eine Stunde vor Sonnenuntergang erreichen wir Camp Elefante. Wieder können wir direkt am Bach übernachten. Uns gefällts. Ich bade wieder im eiskalten Bach und dann essen wir wieder was aus der Pfanne. Wenig später liegen wir wieder im Bett und geben uns unserer abendlichen Ablenkung hin: ein paar Runden Schere, Stein, Papier. Nächstes Mal müssen wir unbedingt Karten einpacken. Etwas später schlafen wir im Schein des Vollmonds ein. Diese Nacht wird überraschenderweise auch kalt.
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