it will be fun they said
3 Oktober 2024, Peru ⋅ 🌙 25 °C
Zusammen mit Vivi, Lukas, Vale und Marc buchen wir einen gemütlichen Dünenfahrzeugausflug inkl. Sandboarding in die Wüste Perus. Ausgangspunkt ist eine Oase von der aus wir ein paar Meter in die Dünen hoch laufen, wo bereits eine Vielzahl an Madmaxfahrzeugen auf die eintreffenden Touristenkarawanen warten. Wir werden zu einem Fahrzeug in den hinteren Reihen geführt und aufgefordert darin Platz zu nehmen. Danach wird noch geprüft, ob wir alle die Sicherheitsgurte montiert haben. Kurz darauf startet der Fahrer den ultralauten Motor und fährt gemütlich die ersten Dünen hoch. Zu diesem Zeitpunkt habe ich noch das Gefühl, dass die Fahrt lustig, vielleicht sogar schön wird. Dann presst der Fahrer das Gaspedal zu Boden und schlägt mir metaphorisch ins Gesicht. Meine Schädelrückwand hält verzweifelt dem daran gepressten Hirn stand, während letzteres sofort zu bereuen beginnt dem gerade Geschehenden zugestimmt zu haben. Unmittelbar später durfte bereits jede Schädelseite nähere Bekanntschaft mit dem zunehmend verzweifelteren Hirn machen. Die gefühlt stundenlange Fahrt nimmt kein Ende. Wir rasen Dünen hoch und runter und werden dabei schlimmer als auf jeder Achterbahn, die ich jemals besucht habe, wie ein Pisco Sour durchgeschüttelt. Nach einer Ewigkeit wird das Nahtoderlebnis endlich unterbrochen. Wir dürfen aussteigen und kriegen Bretter, um darauf die Düne runterzubrettern. Am liebsten würde ich einfach zurück laufen. Aber ich unterliege dem Gruppendruck, lege mich ebenfalls auf das Brett und ziehe los den Hang hinab. Nach der soeben überlebten Irrfahrt ist noch mehr Adrenalin das perfekte Gegenmittel. Tatsächlich ist die kurze aber schnelle Reise mit dem Brett zum Fuss der Düne ziemlich lustig. Jegliches positives Gefühl wird aber von der Tatsache, dass wir irgendwann wieder in die Horromaschine einsteigen müssen, überschattet. Während dieses Damoklesschwert latent über mir schwebt, versuche ich mich mit der wunderschönen Landschaft davon abzulenken. Viel zu früh heisst es aber dann wieder: einsteigen. Wir schleudern zur nächsten Düne, die wir wieder runterbrettern - sowohl wortwörtlich als auch im übertragenen Sinn. Irgendwann dürfen wir uns ein bisschen hinsetzen und uns der sich senkenden Sonne sowie Pulse widmen. Die Sonne fällt so schnell wie die Hand des Damokles. Und so hocken wir wieder im fahrbaren Metallgerüst und unser geisteskranker Chauffeur katapultiert uns zurück an den Ausgangspunkt. Zuletzt demonstriert er seine angebliche Fahrzeugbeherrschung noch indem er auf einer Düne viel zu knapp an ein paar stehenden Touristen vorbeidriftet. Ich ereiche die Oase mit leerem Adrenalintank und der Gewissheit, dass ich mich nie wieder in ein Madmaxmobil setzen werde.
Disclaimer: der Rest der Gruppe fand es noch lustig.Baca selengkapnya











