• Punta Ninfas

    Mar 7–9, 2025 in Argentina ⋅ ☀️ 18 °C

    Unser nächstes Ziel ist die Península Valdés. Doch zuvor machen wir einen Abstecher zu einem abgelegenen Küstenabschnitt etwas südlich davon. Zu einem Ort, an dem man mit etwas Glück Orkas beobachten kann. Die Piste dorthin ist holprig und benötigt fast 1.5h Geduld. Als wir ankommen, sind wir allein.

    Wir errichten sofort unseren Beobachtungsposten und setzen uns abwechselnd auf die steile Klippe. Unten am Strand liegt ein einzelner Seeelefant, der sich ab und zu wieder anders hinlegt und nur deshalb von einem Stein zu unterscheiden ist. Er fragt sich wo alle seine Artgenossen sind. Spoiler Alert: sie sind der Vogelgrippe zum Opfer gefallen.
    Lange passiert nichts. Wir essen etwas, starren weiter aufs Meer hinaus. Stunde um Stunde verstreicht.

    Als wir wieder die Plätze tauschen, fällt uns ein entferntes, regelmässiges Klatschen auf, das wir schon eine Weile unbewusst wahrgenommen haben. Wir beginnen, den Horizont abzusuchen. Dann sehen wir, dass weit draussen weisses Wasser in die Luft spritzt. Hätten wir unseren Feldstecher noch, würden wir wohl mehr erkennen </3.

    Stattdessen schicken wir die Drohne los. Wir meinen, dass es Wale sein müssten. Zwei Kilometer weiter bringt die Drohne Gewissheit: Eine Familie von Orkas spielt in den Wellen.

    Drei ausgewachsene und zwei junge Orkas liefern uns eine Show, die man sonst nur im Seaworld ertragen muss: Einer der Orkas beschleunigt sticht aus dem Wasser und macht eine Art seitlichen Salto, zwei andere klatschen mit ihren Flossen laut auf die Wasseroberfläche und wieder ein anderer schwimmt auf dem Rücken knapp unter der Wasseroberfläche. Ihre Freude ist spürbar und steckt an.

    Eine Stunde lang beobachten wir das Schauspiel aus der Ferne. Dann beginnt es zu regnen. Und wie es regnet. Die ganze Nacht hindurch prasselt es lautstark auf unser Dach. Gleichzeitig nimmt der ohnehin schon starke Wind weiter zu. Die ganze Nacht über peitscht er unaufhörlich über die Klippen. Immer wieder denken wir an unsere Freunde @naturwunderer und @photografnix, die hier vor knapp einem Jahr beinahe von der Klippe geluftet wurden.

    Am Morgen sind wir umgeben von Schlamm und tiefen Pfützen. Später erfahren wir, dass das Unwetter in der Nähe eine Stadt tragisch geflutet hat.

    Wir bleiben noch einen weiteren Tag, sehen aber keine Orkas mehr. Dann machen wir uns auf den Weg nach Valdés. Die ohnehin schon schlechte Piste, die von hier weg führt, hat sich in eine schlammige Rutschbahn verwandelt. Wir fahren durch den Schlamm wie sonst nur so Verrückte auf YouTube. Wie durch ein Wunder bleiben wir nicht stecken.
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