Wo ist der Mähnenwolf?
May 10, 2025 in Brazil ⋅ ☀️ 25 °C
Vor ein paar Tagen standen wir Auge in Auge mit einem der faszinierendsten Tiere, dem wir je begegnet sind. Seither kriegen wir den Mähnenwolf nicht mehr aus unseren Köpfen und wünschten uns ihn noch einmal in natürlicher Kulisse und bei Tag zu sehen. Wenn man die Leute hier fragt ob sie schon einmal einen Mähnenwolf gesehen hätten, erwidern sie dass sie unsere Sprache nicht sprechen. Wir lassen uns nicht beirren und fahren einen ziemlichen Umweg zu einem Park in dem er offenbar manchmal gesichtet werden soll. Der Lobo Guará, oder einfach nur Lobo, wie er hier genannt wird, ist ein scheues Wesen. Er ist hauptsächlich in der Nacht aktiv und verrichtet sein Geschäft nur auf vegetationsfreiem Untergrund - z.B. minim verächtlich auf Termitenhügeln.
Wir befinden uns irgendwo mitten in Brasilien fernab von jeglicher Zivilisation. Es ist 5:00 Uhr Morgens. Unser Wecker klingelt. In 1.5 Stunden geht die Sonne auf. Wenig später sitzen wir in einem Jeep und lassen uns von einem Guide in den Park bringen. Weil ohne Guide darf man hier vor 8.00 Uhr nicht rein. Die Scheinwerfer erhellen das rote, sandige Gelände vor uns und unsere müden Augen halten Ausschau nach Wolfskot. Weil hier überall Gräser und Büsche wachsen, befindet sich der Kot häufig direkt auf der Strasse. Die Minuten vergehen und unser Teil der Erde dreht sich langsam der Sonne zu. Immer wieder finden wir Kothaufen, die unser Guide als frisch identifiziert und ab und zu durchfährt unsere Nasen ein starker Cannabisgeruch. So riecht der Urin des Mähnenwolfs. Ich schwöre. Doch der Protagonist bleibt unauffindbar. Es vergehen Stunden und gegen 8:00 Uhr sinken die Chancen noch einen Lobo zu finden gen Null. Unsere Blicke scannen weiterhin, die an uns vorbeiziehende Umgebung. Plötzlich entdecken wir dreihundert Meter von uns entfernt einen Schatten der sich langsam, wolfig durchs hohe Gras bewegt. Und es ist tatsächlich ein Mähnenwolf. Das Tier streift erhaben durch die Steppe. Seine langen Beine erheben ihn aus dem kniehohen Gras. Wir schauen dem Wolf wenige Minuten gebannt aus grosser Distanz zu, bevor er wieder im Gebüsch verschwindet.
Am Abend fahren wir für die Dämmerung erneut in den Park. Jetzt aber alleine. Vom Mähnenwolf aber keine Spur.
Also geht es am nächsten Morgen noch einmal mit dem Guide rein. Und auch dieses Mal entdecken wir einen Mähnenwolf, der direkt vor uns auf der Strasse steht. Als er uns entdeckt dreht er sofort ab und rennt im Gegenlicht hinaus in die Steppe. Aber auch dieses Mal reicht es leider für kein gutes Bild. Dabei bleibt es dann aber auch. Die Touren werden uns leider etwas zu teuer und wie der Wolf läuft uns auch die Zeit davon. Also beschliessen wir weiterzuziehen und nehmen die Faszination für dieses wunderbare Tier mit.Read more




















