• Transpantaneira, wir fahren ins Pantanal

    24. maj 2025, Brasilien ⋅ ☀️ 32 °C

    Weil Brasilien so unglaublich gross ist, waren wir in den letzten Tagen viel unterwegs. Heute nähern wir uns aber endlich wieder einmal einem Ziel: dem Pantanal. Auf dem Weg dorthin durchqueren wir über die Transpantaneira ein endloses Feuchtgebiet, das sich zu beiden Seiten der Strasse bis zum Horizont erstreckt. Nach 150 Kilometern voller Wasserläufe, unzähliger Kaimane und Capivaras, mehr als 100 Holzbrücken und einer beeindruckenden Vogelvielfalt erreichen wir Porto Jofre.

    Menschen kommen eigentlich nur aus zwei Gründen hierher: um zu Angeln oder um entlang der Flüsse Jaguartouren zu unternehmen. Wir zählen uns zu zweiteren und machen uns sogleich zu Fuss auf den Weg ins Dorf, um das beste Tourangebot zu finden. Nach einiger Zeit treffen wir auf vier brasilianische Touristen, die uns spontan einladen, am nächsten Morgen gemeinsam mit ihnen auf eine Tour zu gehen. Der Organisator lädt uns noch ein im Fluss neben seinem Haus zu baden. Die Sonne hat uns jegliche Erinnerung an alle Tropenärzte, die uns genau vor solchen Schwimmeinlagen in Wurmbrutbecken dringenst abgeraten hatten, aus dem Verstand gebrannt. Der braune Fluss kühlt uns etwas ab. Aus dem Stelzenhaus plätschert etwas neben uns ins Wasser. Eine Frau öffnet darüber die Tür und verlässt die Toilette. Wir verlassen das Wasser.

    Die Nacht verbringen wir in der Nähe des kleinen Landeplatzes, wo gelegentlich gut gekleidete Menschen aus kleinen Propellermaschinen steigen, um sich dann schnell in Richtung Luxusresort zu verziehen. Zuvor fahren wir aber noch zu einem verlassenen Strassenabschnitt, an dem klares Wasser fliesst. Die Hitze ist drückend, und wir müssen uns abkühlen. Kein Mensch weit und breit. Mit der Wachsamkeit einer am Wasserloch trinkenden Gazelle stellen wir uns ins knöcheltiefe Wasser und kippen uns einen Messbecher nach dem anderen über den Kopf. Bei jedem Rascheln im Gebüsch zucken unsere Ohren und Muskeln. Offensichtlich haben wir vor den Jaguaren weit mehr Schiss als noch vor ein paar Wochen vor den Pumas.
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