Tapire auf der Ameisenbärstrasse
29. maj 2025, Brasilien ⋅ ☀️ 17 °C
Auf unserer Tiersichtungswunschliste fehlen uns nur noch zwei: der Tapir und der Grosse Ameisenbär. Vor uns liegt nun ein Strassenabschnitt, der durch den Lebensraum beider dieser Tiere verläuft. In Rio Verde, der letzten Stadt vor dieser Strecke, füllen wir noch unseren Kühlschrank (und natürlich unsere Bäuche bei einem Mittagessenbuffett) während es vom Himmel Rotz und Wasser regnet.
Später fahren wir über die (vorerst) asphaltierte Strasse südwärts. Und wir haben noch kaum die Stadt verlassen, als wir 20m vor uns ein Tapirweibchen erblicken, das mit seinem gefleckten Jungtier die Strasse überquert. Entgeistert, überfordert und total unvorbereitet können wir den beiden nur noch dabei zusehen, wie ihre Hinterteile im dichten Wald links von uns verschwinden. Unsere Versuche sie noch aufzuspüren bleiben erfolglos und so ziehen wir ohne fotografischen Beweis weiter.
Zwei Kilometer später beginnt die unbefestigte Strasse und unsere Kamera sitzt fortan fest in den Händen des Beifahrers. Aufgrund des gestrigen Regens ist die eigentlich sonst sandige Strasse hier nun schlammig. Daraus resultiert aber ein grosser Vorteil: Tierspuren. Entlang eines Waldes entdecken wir mehrere Tapirfährten auf der Strasse. Die Tiere müssen also in den letzten 24h hier entlang gegangen sein. Wir konzentrieren uns für die nächsten zwei Tage auf diesen Bereich. Nachdem wir das Auto am Waldrand parkiert haben, gehen wir vorerst zu Fuss weiter. Und nach etwa zehn Minuten knackt und raschelt es laut im lichten Eukalyptuswald neben uns. Ein Tapir donnert aufgeschreckt vor uns davon, während der Boden unter unseren Füssen unter seiner Masse zittert. Wir folgen dem Tier langsam und kriegen es für einen Moment vor die Augen bevor es wieder im Gebüsch verschwindet.
Am Nachmittag laufe ich alleine etwas am Waldrand entlang und entdecke nach einer Kurve ca. 100m vor mir ein Tier. Es ist braun, etwa so gross wie ein Puma, bewegt sich wie eine Raubkatze und sieht ungefähr so aus wie ein Puma. Und als ich ein Foto davon schiesse ist es weg. Wenn es nicht so ungewöhnlich wäre, würde ich behaupten es sei ein Puma gewesen und weil mir niemand das Gegenteil beweisen kann tue ich das auch.
Am Abend haben wir noch einmal Glück und finden ein Tapir, das ruhig auf einem Feld vor sich hin frisst und sich kaum von unseren Annäherungsversuchen stören lässt. Am nächsten Tag frühmorgens liegt das Glück erneut auf unserer Seite und wir entdecken ein letztes Tapir grasend auf einem Feld.Læs mere










