• Tag 34: New Mexico

    May 6 in the United States ⋅ 🌬 7 °C

    Manchmal denke ich während des Wanderns darüber nach, was ich euch an diesem Tag alles erzählen möchte. Am Abend habe ich dann jedoch oft vieles davon bereits wieder vergessen oder finde irgendwie nicht die richtigen Worte.
    Heute habe ich immer wieder daran gedacht, wie viel ich hier jeden Tag erlebe und wie viele Gefühlsphasen ich dabei durchlaufe. Das ist wirklich kaum zu glauben. Manchmal fühle ich mich wie in einem Abenteuerfilm, den ich selbst gerne im Kino sehen würde.

    Nachdem ich heute mit Road Runner und Dirty Foot gefrühstückt hatte, haben wir uns zu zweit auf den Weg gemacht. Als wir mehrere Stunden bergauf gewandert waren, trafen wir John, ein Follower und grosser Fan von Road Runner. Er hat vor zwei Jahren seine Frau an Krebs verloren. Damals waren ihre täglichen Videos eine grosse Hilfe für ihn, um durch diese schwere Zeit zu kommen. Deshalb wollte er Road Runner unbedingt einmal persönlich kennenlernen und sich erkenntlich zeigen. Aus diesem Grund hat er für uns auf über 2’800 Metern Burger gebraten. Der erste Biss war wie der Himmel auf Erden. 😋 Das ging so lange gut, bis wir wegen des starken Schneefalls ins Auto wechseln mussten.

    Während der weiteren Wanderung nahm der Schnee immer mehr zu. In Kombination mit den vielen Sumpfgebieten, die wir durchqueren mussten, dauerte es nicht lange, bis unsere Schuhe komplett nass waren. Da es gleichzeitig immer weiter hinaufging, wurde es logischerweise auch immer kälter. Ich kann euch sagen, in solchen Situationen komme auch ich fast an meine Grenzen. Deshalb war ich froh, mit Road Runner unterwegs zu sein. Sie hatte mir heute Morgen geschrieben und gefragt, ob wir uns im Cuban Cafe auf der anderen Strassenseite auf einen Kaffee treffen wollen. Als ich diese Nachricht gelesen hatte, war für mich sofort klar, dass sie den Tag wieder mit mir verbringen möchte. Während der Wanderung stellte sich dann heraus, weshalb wir uns wahrscheinlich von Anfang an so sympathisch waren... 🏳️‍🌈

    Seit ich nun in warmen Kleidern unter meinem Quilt in meinem Zelt liege, ist die Welt übrigens wieder in Ordnung. Zudem bin ich sehr stolz auf das, was wir beide heute geleistet haben. 👍🏻
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