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CDT - Continental Divide Trail

In den USA starte ich mein grösstes Abenteuer. Der Continental Divide Trail (CDT) führt über 5’000 Kilometer von Mexiko bis Kanada durch die Rocky Mountains. Eine Reise durch wilde Landschaften und drei Nationalparks – rau, intensiv & unvergesslich. Read more
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    🇺🇸 Grant County, Vereinigte Staaten von…

    Tag 14: New Mexico

    April 16 in the United States ⋅ ☀️ 20 °C

    Heute halte ich mich wieder mal sehr kurz, obwohl ein unglaublich schöner Tag hinter mir liegt. Ich habe jedoch ein Video aufgenommen, in welchem ihr etwas mehr über den heutigen Tag und die vielen Flussüberquerungen erfahrt.

    Wichtig: Es ist gut möglich, dass ich in den kommenden 7 - 8 Tagen keinen Empfang habe werde. Es muss sich deshalb niemand Sorgen um mich machen. Mir geht es hier bestens. Ich werde mich wieder melden, sobald ich das kann. 😘
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  • Tag 13: New Mexico

    April 15 in the United States ⋅ ☀️ 16 °C

    Ohne passende Kleider mag ich Kälte überhaupt nicht. Heute morgen war es so kalt, dass ich fast durchgedreht bin. Als ich das Zelt endlich eingepackt hatte, stand ich da wie ein schlotterndes Häufchen Elend. Obwohl ich meine Finger und Zehen nicht mehr spüren konnte, musste ich vor dem Start der Wanderung zuerst tatsächlich noch Flusswasser filtern. 🙈 Das war ein Drama, das kann ich euch sagen.

    Als mir dann etwas später die Sonne ins Gesicht gelacht hat, war meine kleine Welt jedoch bereits wieder in Ordnung. Die heutige Wanderung führte zuerst lange bergauf und nach der Mittagspause lange hinunter in einen Canyon. Auf dem Weg bin ich durch wunderschöne Wälder gewandert und an beeindruckenden Felsformationen vorbeigekommen. Natürlich habe ich das alles auf vielen verschiedenen Fotos festgehalten. 😉

    Kurz nachdem ich Joja & Slainte überholt hatte, bin ich am Mittag übrigens drei anderen amerikanischen Wanderer begegnet. Sie wollen alle auch den CDT absolvieren. Ich bin deshalb gespannt, wie oft wir uns noch begegnen werden. Leider konnte ich mir ihre Trailnamen nicht merken. Sie alle kennen jetzt jedoch Water Boy, da bin ich mir sicher. Ich habe sogar Komplimente für meine blondierten Haare bekommen. 😇
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  • Tag 12: New Mexico

    April 14 ⋅ ☀️ 16 °C

    Die heutige Wanderung führte aus Silver City hinaus bis zum ersten Abschnitt der Gia-Alternativroute. Ich habe mich für diese Strecke entschieden, weil ich dadurch in den kommenden Tagen die Möglichkeit habe, durch den eindrücklichen Canyon des Flusses zu wandern. Ausserdem warten in Doc Campbell‘s heisse Quellen auf mich und meinen geschundenen Körper.

    Der Wandertag an sich war richtig schön. Es war angenehm warm und die Landschaft war eindrücklich. Hier gibt es endlich auch wieder richtige Bäume und Wälder. Zudem bin ich am späten Nachmittag zum ersten Mal seit der Grenze von Mexiko an einem Fluss mit fliesendem Wasser vorbeigekommen. Das werde ich morgen früh nutzen und mit frisch gefiltertem Wasser weiterwandern.

    Mit meinem neuen Zelt bin ich übrigens sehr zufrieden. Es ist einfach aufzubauen und bietet richtig viel Platz. 😍 Ich freue mich auf die erste Nacht, auch wenn es wahrscheinlich heute so richtig kalt werden wird.
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  • Tag 11: New Mexico

    April 13 in the United States ⋅ 🌬 16 °C

    Mein heutiger Ruhetag hier in Silver City war eher unspektakulär.

    Am Vormittag habe ich mich zunächst mit der bevorstehenden Strecke beschäftigt. Danach bin ich mit Julies Fahrrad auf die andere Seite der Stadt zu Walmart gefahren. Die für europäische Verhältnisse enorme Grösse des Ladens hat mich einmal mehr überfordert. Beim Rundgang durch die Lebensmittelabteilung wurde mir sogar etwas übel und ich konnte mich zuerst kaum entscheiden, was ich während den nächsten drei Tagen bis zur Ankunft in Doc Campbell’s überhaupt essen soll.

    Auf dem Rückweg habe ich mir das Stadtzentrum von Silver City angeschaut. Die Stadt wurde 1870 gegründet und nach einer nahegelegenen Silbermine benannt. Heute leben hier knapp 10’000 Einwohnerinnen und Einwohner. In der Innenstadt sind mir dann tatsächlich Joja und Slainte über den Weg gelaufen. Ich habe mich sehr gefreut, die beiden wiederzusehen.

    Kurz nach meiner Rückkehr in meine Unterkunft wurde endlich mein neues Zelt geliefert. Allerdings habe ich bei der Bestellung doch tatsächlich die Heringe vergessen. 🙈 Ich musste mich deshalb noch einmal mit dem Fahrrad auf den Weg zu einem Outdoorladen machen. Jetzt habe ich aber wirklich alles, was ich brauche. Ich freue mich schon darauf, euch das Zelt bald in Aktion zu zeigen.

    Übrigens möchte ich mich dafür entschuldigen, dass ich immer so viele Fotos hochlade. Im Moment kann ich mich oft einfach nicht entscheiden, was ich weglassen soll. Ich denke, dass wird sich im Verlauf dieser Reise bestimmt noch ändern.
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  • Tag 10: New Mexico

    April 12 in the United States ⋅ 🌬 20 °C

    Wie schon so oft hörte ich in der vergangenen Nacht in der Ferne das Heulen von Kojoten. Dieses Geräusch ist inzwischen fast schon vertraut und gehört bis jetzt zum Alltag auf dem Trail.

    Die anschliessende Wanderung bis zum Highway war angenehm und landschaftlich besonders schön. An der Strasse angekommen stand ich dann vor der Entscheidung, ob ich die 19 Kilometer bis nach Silver City zu Fuss oder per Autostopp zurücklegen will. Ich entschied mich für die anspruchsvollere Variante. Rückblickend bin ich mir jedoch nicht sicher, ob das die richtige Wahl war, denn körperlich bin ich dabei durchaus an meine Grenzen gestossen.

    Hier in Silver City übernachte ich für zwei Nächte bei Julie, die gezielt Zimmer an CDT-Hiker vermietet. Im Haus traf ich auf den 71-jährigen Koreaner „Thermometer“, den ich bereits aus einem Facebook Beitrag seiner Tochter kannte. Obwohl er in der Vergangenheit alle drei grossen Fernwanderwege der USA erfolgreich absolviert hat, spricht er so gut wie kein Wort Englisch. Aus seinem Plan, den CDT ein zweites Mal zu beenden, wird vorerst jedoch nichts. Da ihm sein im vergangenen Jahr operiertes Knie Probleme bereitet, muss er die Wanderung vorzeitig bereits wieder beenden. Julie hat mir dazu noch mit einem Augenzwinkern zugeflüstert, dass „Thermometer“ so viel Gepäck dabei hat, dass sie sich eher wundert, wie er es überhaupt so weit geschafft hat. 😉

    Jetzt freue ich mich erstmal auf den morgigen Ruhetag. Nach inzwischen 160 Meilen, das sind etwa 256 Kilometer, ist das auch dringend nötig. Ich muss nicht nur wieder zu Kräften kommen, sondern auch die nächsten Etappen planen und neuen Proviant einkaufen.
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  • Tag 9: New Mexico

    April 11 in the United States ⋅ 🌬 20 °C

    Ich bin heute kurz vor 17 Uhr als erste Person bei einem auf der FarOut-App empfohlenem Zeltplatz angelangt. Inzwischen steht hier nicht nur das Zelt von Joja & Slainte, sondern auch die beiden Zelte von zwei weiteren amerikanischen Paaren. Wo diese Personen plötzlich hergekommen sind, ist mir ein Rätsel. Die Zelte liegen jedoch weit genug auseinander, so dass wir alle unsere Ruhe haben. Irgendwie fühlt es sich sogar sehr schön an, denn für eine einzige Nacht haben wir hier mitten im Wald ein heimeliges, kleines Zeltdorf aufgebaut..

    Eigentlich wollte ich aber über ein anderes Thema schreiben, dass mich im Moment sehr beschäftigt. Bereits gestern hat sich bei mir nämlich angebahnt, dass ich wahrscheinlich nicht genug WC-Papier eingepackt habe. 😳 Klar, theoretisch könnte jetzt meine Zeltnachbarn um Hilfe bitten. Die weniger peinliche Variante ist jedoch, dass ich bis zu meiner Ankunft in Silver City einfach nicht muss. Drück mir die Daumen, dass das klappt.

    Während dem gemeinsamen Abendessen hat mir Slainte übrigens die beiden Trailnamen „Zebra“ und „Water Boy“ vorgeschlagen. Das Zebra hat primär mit meiner Tätowierung am rechten Arm zu tun. Der Wasser-Junge passt gemäss Slainte zu mir, weil ich immer viel mehr Wasser als nötig mit mir herumtrage. Wenn ich so darüber nachdenke, gefällt mir „Water Boy“ richtig gut. Das ist wichtig, denn das wird in den nächsten Monaten der Name sein, mit dem ich mich auf dem Trail bei anderen Personen vorstellen werde. Was denkt hier?
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  • Tag 7: New Mexico

    April 9 in the United States ⋅ ☀️ 25 °C

    Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie schlimm meine Füsse heute nach der Wanderung ausgesehen haben. Als ich meine Schuhe ausgezogen habe, bin ich richtig erschrocken. Ich hatte nicht nur an mehreren Zehen riesengrosse Blasen, sondern überall auch Rötungen und komische Risse. Igitt! Kein Ahnung, wieso das passiert ist, denn bis jetzt hatte ich überhaupt keine Probleme. Ab morgen muss ich unbedingt bizzeli besser auf meine Füsse achten.

    Ich bin froh, dass es dafür meinem rechten Knie im Gegensatz zu meinen Füssen inzwischen wieder besser geht. Ich denke, dass die Knieschiene ihren Teil dazu beigetragen hat. Zudem bin ich heute immer ganz brav mit den Stöcken gewandert. Das war während den ersten fünf Tagen nicht der Fall. Trotzdem bin ich gespannt, was mein Knie morgen zum heutigen Tag sagen wird…

    Während der Wanderung hat mich übrigens Ricardo (Iron) aus Italien überholt. Er war jedoch so schnell unterwegs, dass ich nur etwa 15 Minuten mithalten konnte. Um so mehr habe ich mich gefreut, dass ich bei der einzigen Wasserstelle des Tages ganz unerwartet wieder Joja und Slainte angetroffen habe. Weil wir uns mögen, haben wir etwas später nicht weit voneinander entfernt unsere Zelte aufgestellt und zusammen gegessen. Richtig schön war das.

    Ich habe ganz vergessen zu erwähnen, dass ich heute beinahe auf eine Klapperschlange getreten bin! 🐍 🫣
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  • Tag 6: New Mexico

    April 8 in the United States ⋅ ☀️ 27 °C

    Der Tag begann früh und bereits um 6:45 Uhr musste ich mich von Loic verabschieden. Nach der gemeinsamen Zeit fühlte sich das zunächst ungewohnt an und ich bin immer noch traurig, doch solche Momente gehören wahrscheinlich zu jeder langen Fernwanderung dazu. Zudem bin ich mir sicher, dass wir uns früher oder später wieder über den Weg laufen werden.

    Anschliessend habe ich mich um verschiedene organisatorische Dinge gekümmert. Ich habe eine Unterkunft in Silver City gebucht, damit ich dort am Sonntag ganz entspannt ankommen kann. Ausserdem habe ich bei Zpacks ein neues Zelt bestellt, das direkt dorthin geliefert wird. Wegen meines aktuellen Zelts habe ich zudem eine Reklamation an Six Moon Designs geschrieben und hoffe nun auf eine gute Lösung.

    Am Nachmittag ging es zur Post, um ein Paket nach Grants zu senden. Bis ich wieder richtig eingelaufen bin, ist es sinnvoll, so viel Gewicht wie möglich zu vermeiden. Die Mitarbeiterin auf der Post war sehr freundlich und hilfsbereit, was den Besuch besonders angenehm machte. In zwei Supermärkten, die ich bisher noch nicht kannte, habe ich anschliessend noch einige Dinge für mein Knie gefunden. Lebensmittel musste ich keine mehr einkaufen, da ich bereits mehr als genug im Motel 6 zwischengelagert hatte.

    Danach stand Erholung auf dem Programm, damit sich mein Knie bestmöglich regenerieren kann. Im Moment bin ich zuversichtlich, dass ich meine Wanderung morgen wie geplant fortsetzen kann.

    Auf dem Gelände des Motels bin ich heute ausserdem Phil begegnet. Ich hatte ihn bereits im Shuttle zur mexikanischen Grenze kennengelernt. Er erzählte mir, dass er, genau so wie Joja, aufgrund von Zahnproblemen eine kurze Wanderpause einlegen muss.
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  • Tag 5: New Mexico

    April 7 in the United States ⋅ ⛅ 22 °C

    Heute ist ein schwieriger Tag für mich. Die Schmerzen in meinem rechten Knie wurden im Verlauf vom Vormittag immer schlimmer. Als Loic und ich dann um kurz nach 12 Uhr in Lordsburg angekommen sind, konnte ich fast nicht mehr gehen. Diese Situation ist echt zum verzweifeln. Einerseits weiss ich ganz genau, dass mein Körper dringend einen Ruhetag braucht. Andererseits würde das aber bedeuten, dass ich mich bereits wieder von Loic trennen muss. Während ich das schreibe, habe ich Tränen in den Augen. Uns beiden hätte echt nichts besseres passieren können, als zusammen zu starten und ich will das nicht bereits nach fünf Tagen wieder aufgeben.

    Loic hat gesagt, dass ich die Strecke von Lordsburg nach Silvercity (ca. 123 Kilometer) per Anhalter überspringen könnte. So hätte ich genug Zeit, um mich zu erholen. Aber das will ich auch nicht.

    Schauen wir mal…
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  • Tag 4: New Mexico

    April 6 in the United States ⋅ ☁️ 18 °C

    Ich bin froh, dass es heute bewölkt und dadurch nicht all zu warm war, denn der Weg ging mehre Stunden mehrheitlich geradeaus über eine ausgesetzte Ebene. Bei warmen Temperaturen und Sonnenschein wäre dieser Abschnitt wahrscheinlich doppelt so anstrengend gewesen. Am Nachmittag und am Abend sind dann sogar ein paar Regentropfen vom Himmel gefallen. Ich frage mich deshalb inzwischen, ob Loic mit seiner Aussage, dass es im April in New Mexiko durchschnittlich nur an einem einzigen Tag regnet, tatsächlich recht hat. 😉

    Übrigens zeigen sich bei mir inzwischen die ersten körperlichen Ermüdungserscheinungen. Mit Rucksack und Zelt unterwegs zu sein ist nicht nur wunderschön, sondern auf vielen verschiedenen Ebenen auch extrem anstrengend. Das trifft vor allem am Anfang einer solchen Wanderung zu, wenn sich der Körper noch an alles gewöhnen muss. Etwas Kopfzerbrechen bereitet mir dabei im Moment mein rechtes Knie, mit dem ich bereits vor der Abreise in der Schweiz Probleme hatte. Bis jetzt ist jedoch zum Glück noch alles im grünen Bereich.
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  • Tag 3: New Mexico

    April 5 in the United States ⋅ 🌬 23 °C

    Heute sind wir bei erneut sehr warmen Temperaturen zum ersten Mal über 30 Kilometer weit gewandert. So wie es aussieht, werden wir in zwei Tag wieder in Lordsburg ankommen, wo ich mir dann eine heisse Dusche gönnen werde.

    Spätestens dann werden wir auch wieder eine Internetverbindung haben. Obwohl es ungewohnt ist, seit drei Tagen vom Rest der Welt abgeschnitten zu sein, geniesse ich diesen Zustand sehr. Dadurch ist es mir endlich wieder etwas ruhiger geworden, was ich echt nötig hatte. Deshalb überlege ich mir im Moment auch, ob ich in den kommenden Wochen immer mal wieder ganz bewusst während mehreren Tagen den Flugmodus aktivieren werde.

    Übrigens dreht sich hier den ganzen lieben langen Tag eigentlich alles immer nur um das Thema Wasser. Bis jetzt sind wir in New Mexico nämlich noch an keiner einzigen natürlichen Wasserquelle vorbeigekommen. Ohne die fünf CDT-Wasserboxen wäre eine mehrtägige Wanderung viel zu gefährlich. Ähnlich wie beim oben erwähnten Thema Internetverbindung ist auch diese Problemreduktion eine einzige Sache sehr befreiend.

    Heute sind uns zudem zum ersten Mal drei andere Wanderer begegnet, die nicht mit uns im Shuttle waren. Dort wo wir unsere Vormittagspause gemacht haben, war ein älteres amerikanische Paar mit dem Abbau von ihrem Zelt beschäftigt. Bei der zweiten Wasserbox wiederum sass ein wunderschöner Mann mit seinem Hund im Schatten von einem kleinen Baum, der im Gegensatz zu uns Richtung Süden unterwegs war.
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  • Tag 2: New Mexico

    April 4 in the United States ⋅ ⛅ 21 °C

    Die erste Nacht im Zelt war nicht sehr erholsam. Das lag vor allem daran, dass ich meinen neuen Quilt nicht korrekt an der Luftmatratze montiert habe. Das wird mir für die zweite Nacht eine Lehre sein. Zudem werde ich heute definitiv auch die kuschelige Thermounterwäsche anziehen, damit ich sicher nicht friere. Nach langen und anstrengenden Wandertagen bin ich nämlich immer ein richtiges „Gfrüürfüdli“.

    Als mein Wecker heute um 5.30 Uhr klingelte, war es draussen noch dunkel. Im ersten Moment bereute ich deshalb unsere Entscheidung, aufgrund der Hitze früh aufzubrechen. Als wir jedoch um 7 Uhr losgelaufen sind, war die Welt wieder in Ordnung. Wie ihr auf den Bildern sehen könnt, war auch der zweit Tag wunderschön. Etwas anstrengend war, dass wir am Vormittag immer mal wieder vom Weg abgekommen sind, weil wir ohne GPS nicht sehen konnten, wo es weitergeht. Dank der FarOut-App war das jedoch halb so schlimm und wir haben immer schnell an die richtige Stelle zurückgefunden.
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  • Tag 1: New Mexico

    April 3 in the United States ⋅ 🌙 21 °C

    Der erste Tag auf dem CDT war wunderschön. Hier sieht es tatsächlich genau so aus, wie ich mir den Süden der USA immer vorgestellt habe. Es wurde jedoch auch bereits sehr warm. Ich frage mich, wie die Personen das aushalten, die mit dem CDT Anfang Mai starten werden. Für mich wäre das definitiv keine Option.

    Um 9 Uhr sind wir alle zusammen von der Grenze von Mexiko losgewandert. Zurückgelegt habe ich heute schlussendlich 22 Kilometer. Das ist mehr als genug für den ersten Tag in der Wüste.

    Zuerst war ich alleine unterwegs. Als ich nach etwa zwei Stunden eine Pause eingelegt habe, stand plötzlich Loic aus Paris neben mir. Er hat mich gefragt, wie es mir geht und lief nach einem kurzen Gespräch über den wunderschönen Weg weiter. Kurz nachdem ich wieder losgelaufen war, hat Loic am Wegesrand auf mich gewartet, um mir einen schönen Baum zu zeigen. Ich denke, dass war sein Plan, um mit mir in Kontakt zu kommen. 😉 Seit diesem Zeitpunkt sind wir zu zweit unterwegs und ich habe tatsächlich einen Reisebuddy für die ersten Tage auf dem Continental Divide Trail gefunden. Wer hätte das gedacht. Das ist wirklich schön, denn so können wir uns bei den vielen neuen Sachen auf dem Weg gegenseitig helfen. Wir sind übrigens die einzigen Personen der Gruppe von heute, die bis nach Kanada wandern wollen.

    Am Abend wurde ich dann volle Kanne aus allen meinen Komfortzonen gerissen. Nachdem ich das Zelt aufgestellt und alles eingeräumt hatte, war bereits alles voller Sand und Staub. Mit alles meine ich wirklich alles. Zudem bin ich bis jetzt mit meinem neuen Zelt überhaupt nicht warm geworden. Es ist viel zu klein! Ich bin fast durchgedreht, als ich im Zelt sass und meine Sachen auspacken wollte. Das geht so auf Dauer definitiv nicht - ultralight hin oder her. Zudem ist doch tatsächlich bereits beim ersten mal Aufstellen der Reisverschluss gerissen. Ich werde mir deshalb, sobald ich wieder Empfang habe, ein neues Zelt für zwei Personen von Zpacks bestellen. Das zusätzliche Gewicht nehme ich für den höheren Komfort sehr gerne in Kauf. Hinzu kommt, dass bis jetzt ausnahmslos alle Amis mit einem Zelt von dieser Marke unterwegs waren.
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  • Reise nach Lordsburg

    April 2 in the United States ⋅ ☀️ 24 °C

    Heute bin ich mit dem Zug von Tucson nach Lordsburg gereist. Nachdem wir mit einer Verspätung von über 45 Minuten losgefahren sind, konnte ich während vier Stunden entspannt aus dem Fenster schauen und die vorbeiziehende Landschaft geniessen. Es tat gut, einfach mal nichts zu tun.

    Da wir eine Zeitzone durchquert haben, beträgt die Zeitverschiebung zur Schweiz jetzt übrigens nur noch acht Stunden.

    Lordsburg ist ein seltsamer Ort und viel zu sehen gibt es hier nicht. Deshalb bin ich nach der Ankunft direkt zum Motel 6 spaziert, wo ich ein Zimmer reserviert hatte. Den Nachmittag habe ich mit versiegeln der Zeltnähte, einkaufen von Proviant und waschen der Kleider verbracht.

    Morgen muss ich schon um 6 Uhr bereitstehen, um nicht den Shuttle zur mexikanischen Grenze zu verpassen. Jetzt gibt es kein Zurück mehr und die Wanderung von Mexiko nach Kanada kann beginnen.
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  • Tucson: Tag 2

    April 1 in the United States ⋅ ☀️ 26 °C

    Nach dem Frühstück habe ich versucht, etwas Ordnung in meinen Sachen zu bringen. Anschliessend wollte ich mich für die einzige Bewilligung meiner Wanderung registrieren, die ich bereits im Voraus beantragen kann (Blackfeet Nation Fish & Wildlife Recreation Permit). Leider konnte ich den Prozess nicht mit meiner Kreditkarte abschliessen, da ich nicht in den USA wohne. Mir bleibt deshalb nichts anderes übrig, als es zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal zu versuchen.

    Danach habe ich die beiden Pakete bei der Post aufgegeben und einen längeren Sightseeing-Spaziergang durch das Zentrum von Tucson gemacht. Am Nachmittag stand dann mein erster Kinobesuch auf dem Programm. Ich schaute mir „The Super Mario Galaxy Movie“ an. Der Film gefiel mir sogar noch besser als der erste Teil. Das liegt wahrscheinlich daran, dass ich die meisten Mario-Spiele gespielt habe. Die vielen kleinen Referenz waren deshalb ein grosser Spass für mich. Ich musste auch immer wieder lachen, was bei mir im Kino nicht so oft vorkommt. Zudem fand ich den grünen Drachen Yoshi herzallerliebst umgesetzt. 😍

    Hier noch eine wichtige Ergänzung zu den Masseinheiten. Die USA nutzen das angloamerikanische Masssystem und nicht das metrische System. Das bedeutet wiederum, dass es hier in fast allen Bereichen (Länge, Gewicht, Volumen & Temperatur) andere Masse mit anderen Bezeichnungen gibt. Die wichtigsten Unterschiede sind Fahrenheit für Temperatur, Meilen für Entfernungen, Pfund und Unzen für Gewicht sowie Gallonen und Cups für Volumen.

    Die folgende Übersicht habe ich erstellt, damit ich während meiner Reise bei Bedarf jederzeit darauf zurückgreifen kann:

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    1. Temperatur = Fahrenheit (°F)
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    Gefrierpunkt bei 32 °F (0 °C)
    Siedepunkt bei 212 °F (100 °C)

    Fahrenheit in Celsius: Temperatur minus 32, das Ergebnis multipliziert mit 0,55

    Celsius in Fahrenheit: Temperatur multipliziert mit 1,8, zum Ergebnis werden 32 addiert

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    2. Längen- und Entfernungsmasse
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    Inch (Zoll): 1 in = 2,54 cm
    für Bildschirmdiagonalen & Werkzeug

    Foot (Fuss): 1 ft = 30,48 cm (= 12 Inches)
    für Körpergrössen

    Yard: 1 yd = 0,9144 m (= 3 Feet)
    im Sport

    Mile (Meile): 1 mi = ca. 1,61 km
    für Entfernungen & Geschwindigkeiten 

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    3. Gewichtsmasse
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    Ounce (Unze): 1 oz = ca. 28,35 g

    Pound (Pfund): 1 lb = ca. 453,6 g (= 16 Ounces)

    US Ton: 1 "short ton" = ca. 907 kg

    ——————————————————————-
    4. Volumenmasse (Flüssigkeiten)
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    Fluid Ounce: 1 fl oz = ca. 29,57 ml

    Cup (Tasse): 1 cup = ca. 236 ml

    Pint: 1 pt = ca. 473 ml.

    Quart: 1 qt = ca. 946 ml

    Gallon (Gallone): 1 gal = ca. 3,78 Liter
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  • Tucson: Tag 1

    March 31 in the United States ⋅ ⛅ 28 °C

    Heute begann mein Tag früher als geplant. Obwohl ich mir nach der anstrengenden Anreise vorgenommen hatte, bis 10 Uhr zu schlafen, war ich bereits um 8 Uhr wach und konnte nicht mehr einschlafen. Das Frühstück erwies sich dann als grosse Enttäuschung. Es gab ausnahmslos nur ungesunde Optionen und gesessen wurde aus Einweggeschirr. 🙈

    Im Anschluss kümmerte ich mich um die Verpflegung für die ersten Etappen des Continental Divide Trail. Anhand meiner im Voraus erstellten Versorgungsliste überprüfte ich, wohin ich die ersten Pakete schicken muss und für wie viele Tage ihr Inhalt reichen soll. Eine sorgfältige Planung ist entscheidend, damit ich nicht plötzlich ohne Essen dastehe.

    Da ich neben Lebensmitteln auch noch einen Stromadapter, einen bärensicheren Sack sowie Gaskartuschen besorgen wollte, fuhr ich anschliessend mit dem Bus, der übrigens kostenlos ist, zur Tucson Mall. Während der Fahrt fiel mir auf, dass viele Menschen Spanisch sprechen. Insgesamt wirken die Einwohnerinnen und Einwohner wie ein bunter Mix unterschiedlichster Herkunft und Lebensentwürfe. Mehrmals stiegen auch obdachlose oder offensichtlich drogenabhängige Personen ein.

    Solche Beobachtungen sind für mich der Hauptgrund, warum ich im Ausland am liebsten mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs bin. Auf kaum eine andere Weise erhält man so unmittelbar und authentisch Einblick in den Alltag der Menschen vor Ort.

    Während und zwischen den verschiedenen Einkäufen wurde ich heute zudem immer wieder von fremden Personen angesprochen. Oft wirken Amerikanerinnen und Amerikaner auf den ersten Blick etwas oberflächlich, da Gespräche schnell und eher locker geführt werden. Gleichzeitig liegt darin aber auch eine grosse Stärke: Durch ihre offene, freundliche und unkomplizierte Art entstehen mühelos Kontakte und Begegnungen.
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  • Flug 3: Dallas - Tucson

    March 31 in the United States ⋅ ☁️ 21 °C

    Als ich kurz nach 1 Uhr morgens in meiner Unterkunft in Tucson angekommen bin, war ich bereits über 27 Stunden unterwegs. Wirklich bewusst wurde mir das allerdings erst in diesem Moment, denn die doppelte Zeitverschiebung hatte mich ziemlich durcheinandergebracht. In Dallas (Texas) beträgt der Zeitunterschied zur Schweiz sieben Stunden. Tucson (Arizona) liegt wiederum zwei Stunden hinter Dallas. Das bedeutet, dass ich der Schweizer Zeit von nun an immer neun Stunden hinterher bin.

    So anstrengend die Reise auch war, überwiegt bei mir die Dankbarkeit, dass alles reibungslos geklappt hat und auch mein Rucksack angekommen ist. 😊
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  • Flug 2: London - Dallas

    March 30 in the United States ⋅ 🌙 27 °C

    Der Flug von London nach Dallas war ausgebucht. Ich hatte Glück und konnte einen Fensterplatz ergattern. Während des Flugs bin ich immer wieder eingeschlafen, was mich jedoch nicht davon abgehalten hat, zwischendurch die beiden Filme „Fantastic 4“ und „Die nackte Kanone“ zu kucken.

    Die Einreise in die USA verlief überraschend reibungslos und zügig. Es wurden mir lediglich zwei Fragen gestellt: „Was werden Sie hier unternehmen?“ sowie „Ist diese Wanderung der Grund dafür, dass Sie ein Visum für sechs Monate erhalten haben?“ Weitere Nachweise, etwa zu meiner geplanten Ausreise aus den USA, musste ich nicht vorlegen.

    Aufgrund der schnellen Abfertigung hatte ich in Dallas danach bis zu meinem Weiterflug nach Tucson noch über drei Stunden Zeit zur freien Verfügung.
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  • Flug 1: Zürich - London

    March 30 in England ⋅ 🌙 5 °C

    Ich hatte mit Reto abgemacht, dass wir heute gemeinsam zum Flughafen fahren. Doch schon im Auto wartete mit Martin die erste grosse Überraschung auf mich. Am Flughafen hörte es nicht auf: Plötzlich standen auch noch Tanja und Steffi mit den beiden Hunden vor mir. Ich konnte es kaum glauben.

    Von Herzen danke ich euch, dass ihr euch die Zeit genommen habt, meine letzten Stunden in der Schweiz mit mir zu verbringen. Der Abschied fiel mir alles andere als leicht, wie ihr gesehen habt. Umso dankbarer bin ich, zu wissen, dass bei meiner Rückkehr in die Schweiz die besten Freunde der Welt auf mich warten werden. ❤️

    Der anschliessende Flug von Zürich nach London war kurz und sehr angenehm.
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  • Die letzten Tage vor der Abreise…

    March 29 in Switzerland ⋅ ⛅ 6 °C

    Die letzten Tage vor der Abreise waren ein einziges Gefühlschaos. Vor meiner ersten grossen Weltreise vor 13 Jahren war noch alles viel einfacher. So kommt es mir zumindest vor. Warum sich das verändert hat, weiss ich nicht.

    Vielleicht bin ich heute weniger unbeschwert als mit 32. Damals fiel es mir zumindest leichter, meine Komfortzonen zu verlassen. Vielleicht beschäftigt mich aber auch die bevorstehende Fernwanderung von Mexiko nach Kanada mehr, als ich zugeben möchte. Dieses Abenteuer hat es in sich. Noch ist unklar, ob mein Körper und meine Psyche der Herausforderung auf Dauer überhaupt standhalten werden. Möglich ist auch, dass es einfach nur an den intensiven letzten Wochen liegt. Im Job ging es bis zum Schluss voll zur Sache. Dazu kam die Wohnungsauflösung, die einiges an Energie gekostet hat.

    Umso schöner waren die beiden Abschiedsfeiern im Büro und mit meinen Freunden. Schönere letzte Stunden mit den Menschen, die mir wichtig sind, hätte ich mir nicht wünschen können. ❤️
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    Trip start
    March 30, 2026