• Tag 98: Wyoming

    July 9 in the United States ⋅ ☀️ 21 °C

    Heute war geplant, dass es ein einfacher und relativ kurzer Wandertag werden wird. Leider war das Gegenteil der Fall. 🙈

    Als wir am Morgen um 7 Uhr losgelaufen sind, habe ich bereits gemerkt, dass meine Beine sehr schwach sind. Die Folge war, dass ich ständig geschwankt und gestolpert bin. Das wurde im Verlauf vom Vormittag immer schlimmer, bis ich um kurz vor 12 Uhr mit meinem Schuh an einem Ast hängengeblieben bin und mit dem Kopf vorwärts auf den Waldboden knallte. 💥 Ich habe kurz Sterne gesehn. Zum Glück ist abgesehen von Schürfwunden an verschiedenen Körperstellen und einem Loch im T-Shirt nichts passiert, aber ich stand danach definitiv unter Schock. Ich sass wie ein kleines Kind am Boden und habe geweint. Wäre in diesem Moment neben mir ein Flugzeug der Swiss gestanden, wäre ich ohne zu zögern eingestiegen und nach Hause geflogen.

    Etwa eine halbe Stunde später standen Road Runner und ich dann vor einem richtig schlimmen Bergfluss, den wir zwingend überqueren mussten, um weiterzukommen. Die Strömung war so stark, dass ich nur schon vom Anblick zittrige Beine bekommen habe. Weil ich es mit meinem schweren Rucksack nicht wie Road Runner sitzend über den grossen Baumstamm mit den vielen Astansätzen auf die andere Seite geschafft habe, habe ich einen anderen Weg ausprobiert. Rückblickend gesehen war das viel zu gefährlich und eine absolut dumme Idee von mir. Zum Glück ist dabei nicht passiert. 🍀 Da ich danach immer noch nicht auf der anderen Flussseite angekommen war, blieb mir nichts anderes übrig, als meinen Rucksack auszupacken und den Inhalt über den Fluss zu Road Runner zu werfen. Ohne den schweren Rucksack habe ich es dann tatsächlich sitzend über den Baumstamm geschafft. Ich war bei der Ankunft jedoch körperlich und emotional ein Wrack. Zudem habe ich jetzt einen defekten Rucksack, weil bei der ganzen Aktion eine Schnalle kaputt ging.

    Das Resultat der haarsträubenden Flussüberquerung war, dass ich taumelnd hinter Road Runner hergewandert bin und erneut weinen musste. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass sich der Trail heute gegen mich verschworen hatte...

    Ich war froh, als wir bereits um 16 Uhr bei unserem Zeltplatz angekommen sind. Dadurch hatte ich am späteren Nachmittag noch etwas zusätzliche Zeit, um mich von den Strapazen des Tages zu erholen.
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