• Rawene- dem Regen lauschen

    January 20 in New Zealand ⋅ ☁️ 21 °C

    Da es heute die ganze Nacht und den gesamten Tag geregnet hat, war das die beste Möglichkeit, zur Ruhe zu kommen. Ich saß bei offener Hütte und beantwortete endlich Briefe aus den vergangenen Monaten. Wann habe ich zum letzten Mal Hörbuch gehört?
    Über den Tag verteilt kamen immer mehr durchnässte Urlauber und suchten hier ein trockenes Plätzchen. Alle haben die gleichen Gedanken und wägen ab, wie sie ihre Pläne anpassen und verändern.
    Abends gehe ich in den Ort hinunter. Es ist wirklich einfach nichts los hier! Das größte Event ist der Mangroven-Weg mit seinem besonderen modrigen Geruch. Der Heimweg durch die Häuserreihe erinnert eher an eine Filmkulisse mit Pappehäusern. Doch sie sind bewohnt. In dieser einen Straße haben sie drei Kirchen. Rund herum in drei Himmelsrichtungen ist lehmiges Wasser des Omanaia und des Waima Rivers, sowie im Osten Salzwasser von der Meereseinrichtung. Besiedelt wurde hier Anfang des 19.Jhd. um die großen Kauri-Baumstämme zu roden und hier zu verschiffen.
    Das Dorf machte sich aber Anfang des 20. Jhd. einen ganz anderen Namen. Der Klinikchef des 1910 gegründeten kleinen Krankenhauses praktizierte mit Hilfe von Barbituraten die schmerzlose Geburt und ließ die Geburtenzahlen von 30 auf 200 ansteigen, da die Frauen durch das Versprechen angesprochen, von weit her kamen. Dies ließ die Region in den 1940er Jahren zu einer "Special health area" werden und resultierte in einem staatlichen Gehalt der Angestellten und einer kostenlosen Versorgung der Menschen. Wie und ob die Maouri-Geburts-Kultur davon beeinflusst wurde bzw sich beeinflussen ließ, habe ich nicht beschrieben gefunden.
    Ich werde hier noch solch ruhigen Tag einlegen, denn den Kauri-Wald per Fahrrad möchte ich mir nicht entgehen lassen!
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