• Laundry and Glowworm caves

    January 24 in New Zealand ⋅ 🌙 14 °C

    Am nächsten Morgen war ich wieder für ein Ereignis reicher. Die Erde, auf der ich lag, hat nachts mehrfach gewackelt. Sicherlich war es kein schweres Erdbeben und sie haben es hier auf dem Feuergürtel oft. Aber für mich war es besonders! Ich hatte keine Sorge in meinem Zelt. Es war nur einfach besonders!
    Als ich nach einem ordentlichen Regenschauer das pitschnasse Zelt eingepackt hatte, kam auch die Sonne hervor und ich ging, um die ganz besonderen Hundertwasser- Sanitäranlagen zu genießen.
    Alles fertig und gepackt zur Weiterfahrt wurde ich von anderen Packpackers angesprochen. Nils lud mich ein, erstmal gemeinsam einen Cafe zu trinken.
    So saßen wir auf dem Camper -Parkplatz zusammen und tranken selbst gebrauten Café und redeten. Es gab so viel zu erzählen!
    Bis es mittags und eigentlich zu spät zur Weiterfahrt war.
    Ist das nicht mit Freiheit gemeint, wenn man einfach entscheidet, hier am diesem Ort zu bleiben, entspannt die Wäsche in die Wäscherei zu geben und Wind und Regen machen zu lassen was sie wollen!??
    Nachmittags fuhren wir mit einem der vielen Camper-Vans zu den Kawiti-Glowworm-caves. Diese sind tatsächlich wunderschöne Tropfsteinhöhlen auf Maori-Gelände und beherbergen die in Neuseeland endemisch vorkommenden Glühwürmchen. Wir wurden von einer Maori durch die Höhle geführt und ich war wirklich beeindruckt von dem Sternenhimmel ähnlichen Leuchten an der Höhlendecke. Die winzigen Puppen hängen fluoreszierend an der Decke und lassen klebrige Fäden herunter hängen, in denen sich Beutetiere verfangen. Dann schlüpfen kurzlebige Fliegen für die Eierablage. Steht man in der völlig dunklen Höhle, ist es, als stüde das große Himmelszelt mit allen erdenklichen, unbekannten Sternbildern über einem!
    Wir redeten noch lange mit der Maori. Sie fühlt sich hier im 4-Generartionenhaushalt verwurzelt und lebt ihre Kultur. Da hier sehr viele Frauen das Kinn-Tattoo haben und ich immer drauf schauen muss, fragte ich sie nach dessen Bedeutung. Sie persönlich gibt dadurch ihre Hochachtung der Großmutter zum Ausdruck. Das "Moko Kauae" wird am Kopf, dem spirituellen Zentrum des Menschen, getragen und zeigt die Identität und Zugehörigkeit der Frau. Es ist immer präsent, vor allem bei den nahen Gesichts-Begrüßungen, die man häufig sieht.
    Abends wurden wir von den Einheimischen ins Pub eingeladen, spielten Billard und probierten Neuseelands Bier, das süßlich und eher fruchtig schmeckt und für einen Kulmbacher Biergeschmack sehr zart und lieblich erscheint.
    Punkt 23:00 wird die Musik mitten in Eagles Hotel California ausgeschaltet, die noch vollen Gläser runter gekippt oder stehen gelassen. Das Billardspiel muss abgebrochen werden und wir werden vom sehr resoluten, Turban tragenden Inder des Ausgangs verwiesen.
    Tja, diese Regeln haben mir ja bereits einige von Euch im Voraus prophezeit ;)
    Read more