• Bridge to Nowhere

    February 7 in New Zealand ⋅ ☀️ 21 °C

    Ich frühstückte zum Glück nur deshalb, weil die Morgenstimmung so schön war und dabei das Zelt vom Morgentau abtrocknen konnte. Die Grundlage sollte wichtig werden.
    Ganz entspannt verabschiedete ich mich und machte mich gemächlich auf den Weg. Ich hatte ja gute fünf Stunden für 25 km bis das Boot ablegte und was sollte ich an dem Anleger ewig warten.
    Nach wenigen Metern traf ich Marc, der von oben, wo ich gestern herunter geschlingert war, gekommen war und all sein Gepäck im tiefen Schlagloch verloren hatte. Alles lag im knietiefen, gelben Matsch!
    Wir halfen uns gegenseitig, indem einer das Rad hielt, der andere alles auf sammelte und wieder befestigte.
    Ich fuhr weiter. Immer um von oben herabgefallene Felsbrocken, tiefe Schlammlöcher oder umgefallene Bäume herum. Am einer Stelle hatte ich keine Wahl. Ich musste durch ein unbekannt tiefes Schlammloch fahren! Der Hinterreifen mit allem Gepäck ging der Schwerkraft nach, der Vorderreifen war zu leicht, rutschte im Schlamm aus und ich sprang zur Seite hin ab. Da stand mein Rad fest im Schlamm und ich konnte es nicht herausziehen, da ich keinen halt auf dem kitschigen Boden hatte!
    Sogar das Fotografieren habe ich in der Minute vergessen...
    Und jetzt?!
    Zum Glück hatte Marc gesagt, ich sei schneller als er und könne voraus fahren. Er sollte demnächst kommen!
    Er suchte einen Umweg um das Loch, kam zurück und wir zogen, er von oben, das Rad herauf.
    Oh mannnn, warum mache ich das???

    Weil sich die Freiheit auch, und vor allem mit diesen Abenteuern so gut anfühlt!

    So und auf diese Art sollte der Weg weiter gehen. 25 km fühlten sich wie ein Hinternauslauf an. Acht Hängebrücken sollte ich überqueren, die so schmal waren, dass ich jede Brücke zweimal beging: erstmal mit Fahrrad, dann mit Satteltaschen.
    Ja, dieser Trail ist definitiv für Gravelbikes ausgewiesen! Vor zwei Tagen war er noch geschlossen.
    So kam ich irgendwann auf der Bridge To Nowhere an. Ja sie steht tatsächlich einfach so gemauert und stabil im Wald! Weit und breit keine Straße. Im Gegenteil! Von hier kommt man nur mit dem Boot oder Kanu weg. Die letzten km musste ich mich beeilen. Ich hatte gerade einmal 30 Minuten bis zur Abfahrt des Bootes. Zum Glück war ich gestern noch bis zum letzten Campingground gefahren. Sonst wäre es kaum mehr möglich gewesen, es zu schaffen. Und hier am Steilufer zu übernachten, wäre auf den ersten Blick unmöglich gewesen.
    An dem s.g. Anleger war ich überrascht, wie viele Menschen plötzlich hier waren! Sie sammelten sich hier, um den Fluss hinunter gebracht zu werden. Ich dachte immer, ich bin ziemlich allein auf diesem Trail! Sechs Fahrräder konnten mitgenommen werden und wir rasten über den Fluss! Eine Stunde lang rasten wir mit Höllenlärm übers Wasser. Die Kanuten brauchten für die gleiche Strecke einen Tag.
    In Pipikiri hatte ich keine Lust mehr, weiter zu fahren. Obgleich es erst 16:00 war und wunderschönes Wetter, blieb ich dort am Campingplatz, putzte mich und mein Fahrrad und genoss die Gesellschaft der internationalen Radler!
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