End of Mountain To Sea Track
8 febbraio, Nuova Zelanda ⋅ ☀️ 21 °C
Knapp 80 km ging es heute weiter am Whanganui River entlang. Seit dem Tongariro begleite ich ihn. 289 km lang ist er.
Diesmal war es aber meist ein kleines vergessenes Sträßchen, das sich am Flusslauf auf und ab schlängelte.
Der Fluss ist gesäumt von steil aufragenden, spitzen Bergen die das Hinterland abgrenzen. Die kleine Straße wiederum war gesäumt von Wald und Weideland.
Heute spürte ich den Flair der Kolonialzeit deutlich. Sah mir die kleine Mühle von 1854 an. Ein britischer Müller hatte sie mit jungen 23 Jahren erbaut, nachdem er nur wenige Monate vorher mit dem Schiff in NZ angekommen war und ein Maori-Mädchen geheiratet hatte. Sein Sohn übernahm die Mühle später, bis die Arbeit 1912 eingestellt wurde. Auch das Schulhaus mit acht Schülern und das Fluss- Dampfschiff konnten mich gut in die damalige Zeit hinein versetzen. Hierher zu kommen bedeutete nicht, sich für 26 Stunden ins Flugzeug zu setzen und mit sehr großer Wahrscheinlichkeit heile anzukommen!
Diese Menschen verließen ihre Heimat, um wahrscheinlich nie wieder zurück zu kehren und hatten nur diese eine Option, im neuen Land unter ganz neuen Bedingungen etwas aus ihrem Leben zu machen!
Auf dem lehmig braunen, breit und gemächlich fließenden Fluss sind sie von dessen Mündung im heutigen Whanganui in die tasmanische See ins Landesinnere vorgedrungen und haben letztlich so das Land für sich erobert.
Am Freitag, 6. Februar wurde der Nationalfeiertag im ganzen Land begangen. Der Waitangi Day (Te Rā o Waitangi). Er erinnert an die Unterzeichnung des Vertrags von Waitangi im Jahr 1840, das Gründungsdokument des Landes. Jedoch feiern da wohl nicht alle. Die Maori fühlen sich ungerecht behandelt, da die Übersetzung des Vertrags völlig unterschiedliche Inhalte mit sich brachte. So die Maori, die den Campingplatz betreiben. Bis heute gibt es wohl v.a. in Whanganui Brennpunkte, wenn es um Besitzverhältnisse oder Namen und deren Schreibweise geht. Einfaches Beispiel: alle paar Jahre verändern sie per Gesetz, ob Whanganui oder Wanganui- mit H oder ohne geschrieben wird.
Und seit einiger Zeit nach Auckland Grüßen die Kiwis wieder, wenn ich vorbei fahre oder sie mit dem Auto an mir!
Das Tal öffnet sich plötzlich, es geht nochmal steil bergauf, um einen grandiosen Ausblick über das Land mit dem majestätischen Fluss zu genießen. Von dort oben geht es nur noch bergab und dann einen nagelneuen, fein geteerten Fahrradweg nach Whangarei hinein.
Die Stadt zeugt noch in vielen Gebäuden von der Kolonialzeit. Hat sogar ein Theater und eine Oper.
Im Abendlicht fahre ich durch die Stadt, das Gepäck ist in der Unterkunft. Ja es ist eine kleine lebhafte Stadt, die viel für ihre Bürger tun möchte. Man erkennt es bspw. am Fahrradweg, den vielen neuen Freizeitangeboten am Fluss. Und dennoch erkenne ich bei der abendlichen Rundfahrt auch Armut und zwielichtige gestalten und bin froh, in einer gemütlichen Unterkunft sein zu dürfen!Leggi altro


























Viaggiatore
Wahnsinns Landschaft. Wie aus einem Fantasyroman.